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Ein gebrauchter Tag

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Von: Markus Röhrsheim

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Harte Landung! Für Ian Weber (Mitte) und den TV 05/07 Hüttenberg gibt es mit dem 19:33 beim TV Emsdetten am späten Sonntag nachmittag eine unerwartet heftige Zweitliga-Klatsche © Mathias M. Lehmann

Rückschlag für Handball-Zweitligist TV Hüttenberg. Beim TV Emsdetten bezieht die bisher die 2. Handball-Bundesliga rockende junge Truppe eine herbe 19:33 (9:15)-Klatsche.

»Vom Gefühl her war es so, dass heute alles, was gegen einen laufen kann, auch gegen einen läuft. Sowohl die eigene Leistung wie auch die starke Leistung des Gegners und das Quäntchen Glück in einigen Situationen. Meine Mannschaft hat versucht, alles zu geben, aber es hat heute einfach gar nichts geklappt.« kommentierte Trainer Johannes Wohlrab die unerwartet herbe 19:33 (9:15)-Packung seines TV 05/07 Hüttenberg in der 2. Handball-Bundesliga beim TV Emsdetten.

Zwar hatten die Gäste das erste Highlight der Partie auf ihrer Seite, als Dominik Plaue in der zweiten Minute einen Siebenmeter von Dirk Holzner parierte. Da es zunächst aber auch in der Emsdettener Offensive ruckelte, dauerte es mit dem ersten Tagestreffer bis zur fünften Minute, als Maximilian Nowatzki eine Zeitstrafe gegen Christian Rompf ins leere TVH-Tor bestrafte. Vit Reichl nach Bodenpass von Hendrik Schreiber vom Kreis und Schreiber selbst per Tempogegenstoß warfen aber die Blau-Weiß-Roten in Front. Bis zum 6:5 in einer ausgeglichenen Start-Viertelstunde blieb man auch vorne, als Dominik Mappes mit einem Kempa-Treffer nach Pass von Rechtsaußen Tristan Kirschner sein einziges Feldtor (!) erzielte.

Doch nicht nur der Kapitän war am späten Sonntagnachmittag weit weg vom Leistungsmaximum. So war es wenig verwunderlich, dass die beste Ligaabwehr der Hausherren, die von Anfang an aufopferungsvoll kämpfte, die Hüttenberger Angreifer nicht zum Zug kommen ließ. Nach dem 7:7 durch einen Mappes-Siebenmeter brachte ein 3:0-Lauf die Truppe von Trainer Sascha Bertow in der 24. Minute erstmals deutlicher nach vorne, als Anton Runarsson in den Winkel abschloss. TVH-Trainer Johannes Wohlrab korrigierte sofort seine kurz zuvor durchgenommenen personellen Änderungen.

Der Erfolg blieb jedoch aus, da weitere unnötige Fehler es dem TVE leicht machten, zur Pause sogar auf 15:9 davonzuziehen. Die Zahlen zur Halbzeit sprachen eine ernüchternde Sprache. Nur neun von 25 - und damit 36 Prozent - erfolgreiche Angriffe bei einer Wurfquote von 45 Prozent (Emsdetten bei starken 75 Prozent) erklärten das aus Hüttenberger Sicht ernüchternde Pausen-Ergebnis.

Und es sollte nach Wiederbeginn noch schlimmer kommen. Zwar war durch das 10:15 von Kreisläufer Moritz Zörb erneut das erste Erfolgserlebnis auf Gäste-Seite. Doch offensiv biss sich der Hüttenberger Angriff weiter die Zähne an der guten Emsdettener-Deckung aus, hinter der sich zudem Maurice Paske zu einer Traumquote - gegen allerdings auch teilweise schlechte TVH-Abschlüsse - von 47 Prozent parierten Bällen aufschwingen konnte. Insgesamt 26 (!) Fehlwürfe fanden den Weg auf den Statistikbogen und erklären, dass es für die Hausherren überraschend leicht war, beim 24:14 durch Nowaktzki nach knapp einer Viertelstunde erstmals einen zweistelligen Vorsprung herauszuwerfen. Und da auch die TVH-Deckung oft einen Schritt zu spät kam, konnte ein 3:0-Lauf durch Tore von Schreiber, Johannes Klein und Niklas Theiß nur kurzfristig für Besserung sorgen, ehe Runarsson mit seinem Kempa-Treffer einen sehenswerten Schlusspunkt für die Gastgeber zum 33:19 setzte.

»Ich mache meiner Mannschaft heute dennoch keinen Vorwurf«, stellte sich Wohlrab vor diese. »Wir hätten heute noch drei Stunden spielen können und hätten nicht gewonnen«, wusste der 35-Jährige, dass es einfach nicht der Tag seines Teams war.

Emsdetten: Paske, Krechel; Terhaer (5/3), Dimitrievski, Schwabe (1), Kolk (4), Schliedermann, Thomas (3), Holzner, Jansen (3), Stüber (3), Mihaljevic (2), Runarsson (6), Nowatzki (6).

Hüttenberg: Plaue, Rüspeler; Kneer (1), Kirschner (2), Opitz, Theiß (2), Fujita, Weber, Rompf (1), Zörb (1), Reichl (2), Mappes (4/3), Klein (2), Jockel, Schreiber (4).

Stenogramm / SR: Janz/Sug (Köln)#. - Siebenmeter: 4/3:3/3 - Zeitstrafen: 8:8 Minuten. - Zuschauer: 1050.

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