+
Durchsetzungsvermögen wie von Alois Mraz (M.) braucht der TV Hüttenberg auch am morgigen Samstag, wenn die Mittelhessen auf den Aufsteiger Eintracht Baunatal treffen. (Foto: ras)

"Ein Feuerwehrspiel"

(mro) "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Selten traf der Titel des Höhner-Songs so zu wie im Vorfeld des Hessenderbys in der 2. Handball-Bundesliga. Denn wenn am Samstag um 19.30 Uhr der TV 05/07 Hüttenberg den nordhessischen Aufsteiger GSV Eintracht Baunatal empfängt, ist die Zeit für die ersten Punkte längst überfällig.

Bereits vor der Auswärtsaufgabe am letzten Wochenende in Dormagen hatte TVH-Trainer Axel Spandau davon gesprochen, "dass nun die Gegner mit unserer Kragenweite kommen". Der Blick auf die Tabelle gibt ihm recht. Die Gäste aus der VW-Stadt sind bisher die einzige Mannschaft, die sogar noch weniger Tore erzielt hat als die Handballer aus der Handkäs-Metropole. Was schon etwas zu bedeuten hat, denn die fehlende Gefahr im Angriff ist das große Sorgenkind der Hüttenberger, wie auch Spandau nach der Niederlage in Dormagen offen zugab. "Wir haben auch diese Woche wieder daran gearbeitet unsere individuelle Durchschlagskraft zu verbessern", ist sich der Hüttenberger Trainer der Schwachstelle im eigenen Spiel bewusst. Mut macht dem TVH-Übungsleiter aber der zu erkennende Aufwärtstrend in der Defensive, die aggressiver agiert und mittlerweile auch durch die Torleute besser gestärkt wird. "Dennoch müssen wir die Deckung weiter stabilisieren", gibt sich der ehrgeizige Spandau nicht mit dem Status quo zufrieden.

Hier sind also Trainingsfortschritte zu erkennen, die man aber auch am Samstag weiter steigern muss. Denn Baunatal verfügt mit dem nach einem Bänderriss wieder genesenen Marvin Gabriel über einen exzellenten Spielmacher, der zudem auch Torgefahr ausstrahlt. Von seinen Auslöse-Aktionen profitiert meist die linke Angriffsachse mit Phil Räbiger auf der Halbposition und Felix Gessner auf Außen. Diese drei Akteure hatten auch mit zusammen 18 Toren maßgeblichen Anteil beim 29:24-Sieg im letzten Auswärtsspiel beim ASV Hamm, womit Baunatal den ersten Sieg in der 2. Liga feiern konnte. "Baunatal hat mit Räbiger und Gabriel schon gute Leute im Rückraum. Die müssen von uns bekämpft werden. Dass wir so etwas können. haben wir in Dormagen schon über weite Teile des Spieles gezeigt", lässt sich Spandau nicht von der bisher schwachen Torausbeute der Nordhessen blenden.

Zumal es viele Parallelen zwischen beiden Mannschaften gibt. Neben dem gleichen Torverhältnis (minus 32) leidet der Samstags-Gegner auch darunter, dass sich immer wieder Phasen der Unkonzentriertheit ins Spiel einschleichen, die schnell die Aussicht auf Punkte zunichtemachen. Außerdem setzen die Schützlinge von Trainer Ralf Horstmann ebenfalls auf viele junge Spieler aus der Region, denn Vollprofitum ist auch bei der Eintracht nicht machbar. Und wie der TVH haben die Gäste auch bereits zwei empfindlich deutliche Niederlagen einstecken müssen. Am 2. Spieltag musste man sich zu Hause Neuhausen mit 18:33 geschlagen geben und auch das 21:30 vor Wochenfrist, ebenfalls vor heimischer Kulisse, gegen Mitaufsteiger Henstedt-Ulzburg, war nach dem Sieg in Hamm ein herber Rückschlag. Erstmals bemängelte ein entäuschter Ralf Horstmann danach die Einstellung seiner Spieler, speziell seiner Leistungsträger, und führte zum Beweis eine lange Mängelliste auf.

Von all den Fakten will Axel Spandau aber nichts wissen. "Ich beschäftige mich damit, wie wir besser werden. Das wird ein Feuerwehrspiel. Soll heißen: Wir müssen unsere Brandherde löschen. Dann können wir auch hoffentlich unsere kritischen Zuschauer auf unsere Seite ziehen. Denn diese junge Mannschaft braucht auch die bedingungslose Unterstützung von den Rängen. Selbst, wenn es nicht so läuft", appelliert der Übungsleiter an den "achten Mann", der den Hüttenbergern in der Vergangenheit schon so manchen Punkt in der eigenen Sporthalle hat behalten lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare