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Lenny Rubin (hinten) und die HSG Wetzlar treffen beim am Montag startenden Handball-Linden Cup wieder auf den Ligarivalen Bergischer HC.

Ein erster Höhepunkt

  • Ralf Waldschmidt
    VonRalf Waldschmidt
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Der Sparkasse-Linden Cup erlebt ab Montag seine 30. Auflage. Die Ausrichtung des Traditionsturniers versteht Veranstalter HSG Linden als Neubeginn nach harten Lockdown-Zeiten. Dem Handball von der Bundes- bis zur Landesliga wird sechs Tage lang wieder eine Bühne geboten, die ihm lange nicht zur Verfügung stand.

Das regionale Handball-Zugpferd HSG Wetzlar ist als Rekordsieger zurück beim Sparkasse Gießen Linden Cup, der vom kommenden Montag bis nächsten Samstag seine 30. Auflage erfährt. Die acht Mannschaften der Bundesliga- und der Regional-Gruppe gewährleisten gewissermaßen die langersehnte Rückkehr auf das lokale Handball-Parkett nach der Corona-Zwangspause.

»Wir sind uns bewusst, dass es in Corona-Zeiten recht mutig ist, ein solches Handballturnier zu organisieren. Trotz aller Unsicherheiten betrefflich der Zuschauerzulassung wollen wir es aber anpacken, auch um der Region nach langer handballloser Zeit mal wieder ein Event anzubieten«, sagt Turnierorganisator Ulrich Lepper.

Veranstalter HSG Linden geht aktuell davon aus, dass die von den Behörden zugelassene Zuschauerzahl bei den entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen auf etwa 200 Fans beschränkt bleibt. Voraussetzung hierfür ist, dass die Inzidenzzahlen im Kreisgebiet unter 35 bleiben.

Aus sportlicher Sicht knüpft der 30. Linden-Cup an beste Tradition an, denn mit der HSG Wetzlar, der MT Melsungen, dem Bergischen HC und dem TV05/07 Hüttenberg haben gleich vier Erst- und Zweitbundesligisten mit über einem Dutzend Nationalspieler zugesagt. Auch die Regionalgruppe, die parallel zu den Bundesligisten ihr Turnier austrägt, ist neben Landesliga-Gastgeber HSG Linden mit den Oberligisten HSG Pohlheim, HSG Wettenberg und der HSG Kleenheim/Langgöns optimal besetzt.

Bundesliga-Gruppe

Die HSG Wetzlar bestreitet nach dem Altensteig-Cup ihr zweites Turnier binnen einer Woche. Trainer Benjamin Matschke wird nach der Rückkehr von Magnus Fredriksen und der »Wiedereingliederung« der Rekonvaleszenten Olle Forsell Schefvert, Maximilian Holst und Alexander Feld vor heimischem Publikum drei Wochen vor dem Bundesliga-Start intensiver in die Spielabläufe gehen können.

Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg begibt sich nach dem Wochen-Trainingslager in Eisenach mit Rückkehrer Dominik Mappes zurück auf das Parkett und kann das Turnier in Linden bereits als Generalprobe vor der 1. DHB-Pokal-Hauptrunde nur acht Tage später betrachten.

Der Bergische HC kommt als Sieger der beiden letzten Turniere erneut nach Mittelhessen. Die Oberbergischen haben ein sechstägiges Trainingslager im SportCentrum Kamen-Kaiserau hinter sich, in dem Cheftrainer Sebastian Hinze den Fokus auf die handballerische Feinarbeit und taktische Grundlagen legte. Die sollen nun in zahlreichen Test- und Turnierspielen auf die Platte gebracht werden. Die »Löwen« haben sich mit dem norwegischen Linkshänder Simen Schönningsen vom Champions-League-Teilnehmer Elverum sowie dem schwedischen Rechtsaußen Emil Hansson (IFK Kristianstad) verstärkt.

Auch die MT Melsungen aus Nordhessen befindet sich bereits im zweiten Teil der Vorbereitung. »Wir sind gut gestartet«, sagt Trainer Gudmundur Gudmundsson nach den ersten kräftezehrenden Übungseinheiten der MT Melsungen. »Wir arbeiten schon in allen Bereichen.« Morgens? Kraft- und Ausdauertraining. Nachmittags? Arbeit mit Ball in der Halle. Mitte dieser Woche sind mit Andre Gomes und Tobias Reichmann die ersten Nationalspieler zum Team gestoßen, die restlichen Olympia-Teilnehmer steigen am Montag ein. Rund um den Linden-Cup absolviert Melsungen eine Art Trainingslager. »Die Tage werden wir auch für Einzel- und Gruppengespräche nutzen«, verrät Gudmundsson. Nach einer schwierigen Saison 2020/21 gibt es bei den Melsungern noch einiges aufzuarbeiten.

Regional-Gruppe

Mehr Lokalkolorid kann es nicht geben. HSG Wettenberg, HSG Pohlheim, HSG Kleenheim/Langgöns und HSG Linden bilden die Spitze des heimischen Amateurhandballs, die coronabedingt zwar erst nach den Herbstferien in die Runde einsteigt, sich aber bereits im Vorbereitungsmodus befindet. Pohlheims Trainer Jens Dapper hat bereits vor Wochen auf die Aufstiegsambitionen seiner Mannschaft hingewiesen, Axel Spandau und Matthias Wendtland haben das Erreichen der Playoff-Runde als Ziel der HSG Wettenberg und der HSG Kleenheim ausgegeben. Und Gastgeber HSG Linden? Im Jahr eins nach dem Weggang von Chefcoach Mario Weber dient 2021/22 zuvorderst der »Selbstfindung«.

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