Ein böser Nackenschlag

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(sid). Enttäuscht stapfte Andrea Trinchieri über das Parkett. Die Pleite in seiner Heimatstadt Mailand, bitter und unnötig zugleich, hinterließ beim Trainer des FC Bayern Spuren. “Wir lagen 39:58,8 Minuten vorn, es hat uns nur ein einziger Ballbesitz gefehlt„, klagte der Italiener, nachdem die Münchner bei ihrer Premiere in den Playoffs der EuroLeague gegen Armani Mailand mit der Schlusssirene den Korb zum 78:

79 (44:27) kassiert hatten. Dass sich auch noch Defensivspezialist Nick Weiler-Babb verletzte, war ein weiterer Nackenschlag.

Der späte Knock-out tat weh, jetzt heißt es: schnell schütteln. Schon am heutigen Donnerstag (20.45 Uhr/Magenta) steht im Viertelfinale an gleicher Stelle das zweite Duell der Best-of-five-Serie an. Im Falle einer weiteren Niederlage würde es auf dem Weg zum Final Four in Köln äußerst schwierig werden. “Wir sollten den Kopf hochnehmen und uns auf das nächste Spiel konzentrieren„, sagte deshalb Guard Zan Marko Sisko.

Es hätte ein perfekter Start in die historische Serie werden können. Letztlich fehlten den Bayern, die es als erster deutscher Klub in der europäischen Königsklasse so weit geschafft haben und in der ersten Hälfte stark aufspielten, 1,2 Sekunden. Doch sie ließen sich in einem Augenblick der Schwäche düpieren.

Beim Stand von 78:77 für München hatten die Mailänder nach einer Auszeit Einwurf. Malcolm Delaney, 2014 mit den Bayern deutscher Meister, spielte Zach LeDay hoch am Korb an, und der legte den Ball fast ungestört ins Netz - ein teurer Alley-oop. “Wir hätten das zum Schluss besser machen müssen„, sagte D.J. Seeley, mit 23 Punkten Topscorer der Gäste.

Trinchieri beschäftigte die Niederlage, doch der Erfolgscoach hat noch andere Sorgen. “Ich finde, wir haben ein sehr gutes Spiel gezeigt. Aber das ist für mich persönlich sekundär, denn meine Gedanken sind bei Nick Babb„, sagte der 52-Jährige. Weiler-Babb erlitt schon vor der Pause eine Sehnenverletzung im rechten Fuß und musste vom Feld getragen werden, der US-Profi wird wohl länger fehlen.

Anders als im bisherigen Saisonverlauf, als die Bayern immer wieder einem Rückstand nachliefen und diesen oftmals erst spät drehten, gelang diesmal ein furioser Start. Doch der Bundesligadritte machte zu wenig aus seiner Halbzeitführung. Sie schrumpfte und schrumpfte, gerade im Schlussviertel, dann folgte das dramatische Ende. “Wir wollten in diese Serie kommen, und ich denke, wir haben das sehr gut gemacht„, sagte Trinchieri. Als Grund für die Niederlage nannte er die Tatsache, dass die Aufgabe Neuland war: “Viele unser Spieler hatten keine Erfahrung, was es mit einer EuroLeague-Playoff-Serie auf sich hat.„

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