SV Ehringshausen schafft nach triumphaler Relegationsrunde noch den Aufstieg

Nach einer turbulenten Saison in der Fußball-Gruppenliga Gießen/Marburg sicherten sich die Frauen des SV Ehringshausen mit drei souveränen Siegen in der Relegation im Nachhinein noch den Aufstieg in die Verbandsliga Nord.

(maz) Nach einer turbulenten Saison in der Fußball-Gruppenliga Gießen/Marburg sicherten sich die Frauen des SV Ehringshausen mit drei souveränen Siegen in der Relegation im Nachhinein noch den Aufstieg in die Verbandsliga Nord. Damit erreichte die kontinuierliche Arbeit des Vereins im Bereich des Frauen- und Mädchenfußballs nach 30 Jahren ihren Höhepunkt.

Albrecht Well, ehemaliger Oberligaspieler des VfB 1900 Gießen und des Tuspo Ziegenhain, ist als Vorsitzender und Trainer der Frauenmannschaft seit über zehn Jahren der "Hans Dampf in allen Gassen" und freut sich über den erreichten Erfolg. "Wir sind hier schon ein wenig im Niemandsland des Frauen- und Mädchenfußballs", beschreibt er die Situation seines Vereins, der als Ortsteil von Gemünden (Felda) zwar an die Autobahn A5 angrenzt, dennoch aber schlecht zu erreichen ist. Von der "Alten-Herren"-Mannschaft abgesehen sucht man nach Männerfußball in Ehringshausen vergeblich, denn nachdem eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Burg-/Nieder-Gemünden eingegangen wurde, löste sich diese schon im Jahr 2000 wieder auf.

Die Frauenfußballmannschaft wurde am 18. August 1981 ins Leben gerufen, und Albrecht Well übernahm im Sommer 2000 mit seinem Trainerstab das Team. Well zur Seite stehen derzeit Tilo Schott, der ihn als Co-Trainer schon seit 2000 begleitet, und Stefan Rathenow der die Position des Torwarttrainers inne hat. Zweimal scheiterte der SV Ehringshausen in den zurückliegenden Jahren in der Aufstiegsrelegation. "Diesmal hat es endlich geklappt", freut sich Well über den Erfolg und ergänzt: "Schon in der Saison 2005/2006 haben wir durch den Gewinn der Bezirksmeisterschaft mit dem Mädchenteam den Grundstein für die heutige Mannschaft gelegt." Auf die Frage nach den Erfolgsfaktoren gibt sich Albrecht Well wie alle Trainer zurückhaltend. "Natürlich hatten wir uns gerade wegen fünf neuer Spielerinnen vor der Saison gute Chancen ausgerechnet", bilanziert der Trainer und fügt hinzu: "Aber fünf Neue machen noch lange keine gute Mannschaft."

Die 2:6-Auftaktniederlage gegen den späteren Meister SF/BG Marburg sorgte auch gleich zu Beginn für Ernüchterung. Anschließend wurden aber bis zur Winterpause alle Spiele - mit Ausnahme zweier Unentschieden - gewonnen, und die Mannschaft stand zum Jahreswechsel auf Platz zwei. Neben Spielführerin Katrin Schmitt, die Well als Antreiberin und Bindeglied zwischen der Mannschaft und sich sieht, war auch Kelli Davis eine wichtige Akteurin der Vorrunde. Als Sprachenschülerin war Davis ab Oktober 2009 als Gastspielerin für das Team im Einsatz, stand aber durch ihre Rückkehr ins Heimatland zum Ende der Saison nicht mehr zur Verfügung.

Wie bei vielen anderen Mannschaften auch verlief die Wintervorbereitung beim SVE nicht optimal, und nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden lag das Team nur noch auf Platz vier. Auch hier übernahm Katrin Schmitt die Verantwortung. "Immer, wenn es in der Saison eng wurde, konnte man sich auf Katrin verlassen", erinnert sich Well an ihren Einsatz.

Ebenfalls begünstigt durch die Ausrutscher des FSV Friedensdorf, dem Hauptkonkurrenten um Platz zwei, gelang es der Well-Truppe letztlich doch noch, die Chance auf den Aufstieg in der Relegation wahrzunehmen. Als früherer Defensivspieler legt Albrecht Well auch bei seinem Team viel Wert auf eine stabile Verteidigung, vermisst jedoch in manchen Situationen noch die taktische Disziplin. Die Stärke seiner Mannschaft sei sicher die Offensive, aus der Yelda Bargello zumindest ein wenig herausragt. "Aber manchmal sind wir einfach zu offensiv, was gerade in den Rückrunden-Niederlagen erkennbar war", bemängelt Well und sieht hier noch Bedarf für die Zukunft.

Was diese in der Verbandsliga bringen wird, ist indes noch ungewiss. "Hier im Niemandsland neue Spielerinnen zu bekommen, ist eher schwierig", beteuert der Trainer erneut und hofft auf die bestehende Substanz der Mannschaft.

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