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Eckhard Mack vor 25 Jahren als Trainer bei seinem Heimatverein TV 05/07 Hüttenberg.

»Ecky« Mack ein 60er

(jsa). Am heutigen Montag feiert eine mittelhessische Handballinstitution seinen 60. Geburtstag: Eckhard Mack, bestens bekannt als »Ecky« in der heimischen Handballszene, stößt heute mit seiner Familie auf seinen runden Geburtstag an. Ein Blick auf die große Karriere, die früh zu scheitern drohte.

Lange Jahre prägte Eckhard Mack eine Ära des TV 05/07 Hüttenberg, bei dem er 1967 unter dem Namen TV Hochelheim mit dem Handball spielen begann. Dabei war ihm seine Karriere quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater Siegfried war Ende der 60er selbst als Bundesligaspieler unterwegs. So startete eine Karriere mit vielen Erfolgen im Jugendbereich. Es gelangen Mack vier Hessenmeistertitel, eine Südwestmeisterschaft und unter dem damaligen Jugendtrainer Lothar Ruppel 1978 die deutsche Jugendmeisterschaft. Im Anschluss folgte die Berufung zur Jugendnationalmannschaft, für die »Ecky« insgesamt elf Spiele absolvierte.

Mit 17 in der Handball-Bundesliga für den TV Hüttenberg debütiert, folgte ein Jahr später der Punkt, an dem die Karriere vor dem Aus stand. Macks ehemaliger Trainer Rainer Dotzauer erinnert sich: »Ecky hatte sich eine schwere Knieverletzung zugezogen. Es war unklar, ob er je wieder spielen kann. Aber wie er sich dann zurückgekämpft hat, war schon beeindruckend.« Nach einem Jahr Verletzungspause rückte Mack zurück in den Kader der Bundesligamannschaft. »Das Duo Eckhard Mack auf der Mitte und Bruder Volker Mack am Kreis«, erzählt Dotzauer von einer Besonderheit, »war als Brüderpaar einmalig in der Bundesliga.« Dotzauer und Mack pflegen bis heute ein enges Verhältnis zueinander. »Ohne Ecky war die Mannschaft damals nur die Hälfte wert, er zog die ganze Mannschaft mit«, lobt Dotzauer seinen ehemaligen Spielgestalter in höchsten Tönen.

Es folgten acht Jahre als Kapitän des Heimatvereins in der 1. und 2. Bundesliga. »Mein größter Erfolg in der Aktivenzeit war der Einzug in das Halbfinale des DHB-Pokals. Ich glaube, es war 1984. Als wir gegen TUSEM Essen, damals noch mit Stefan Hecker und Jochen Fraatz, zu Hause verloren haben«, erinnert sich Mack.

Wie sehr die gesamte Familie Mack mit dem TV 05/07 Hüttenberg bis heute verbunden ist, zeigt die Tatsache, dass der dritte Bruder im Bunde, Michael, zur schwersten finanziellen Zeit in seiner Funktion als 1. Vorsitzender den Verein zur Entschuldung führte. Bruder Eckhard wurde nach seinem Karriereende noch drei Mal vom Verein aus dem Ruhestand geholt, machte mit 37 Jahren dann unter Dirk Leun sein letztes Spiel beim 20:19-Sieg in Hamburg. Anschließend wechselte er ins Trainerdasein.

Als Trainer des Hüttenberger Bundesligateams holte er einst den Polen Piotr Przybecki nach Mittelhessen, der heute als Trainer des Zweitligisten VfL Lübeck-Schwartau agiert. »Ecky wollte unbedingt junge Spieler fördern, was mir zugutekam. Seine ganze Familie nahm mich damals herzlich auf, als ich nach Deutschland kam. Dafür bin ich ihnen heute noch dankbar. Der Weg, junge Spieler zu fördern und zu entwickeln, war damals schon wichtig für Hüttenberg und ist es bis heute.« Ein gemeinsames Mannschaftsfoto hängt bei Mack in seinem Keller, welches er gerne stolz zeigt. Als Trainer fungierte er dann noch in Lollar, Nieder-Eschbach, Kleenheim, Wettenberg und zuletzt in der A-Jugendbundesliga mit Tomek Jezewski und Alois Mráz beim TV Hüttenberg.

Aus Kleenheimer Zeit besteht heute insbesondere zu TVH-Cheftrainer Johannes Wohlrab und Ex-Spieler Dennis Köhler ein enger Draht »Zuerst mal wünsche ich Ecky alles erdenklich Gute zu seinem 60. Geburtstag. Ich hatte ihn in jungen Jahren als Trainer, was mich bis heute prägt. Eine Sache ist besonders hängen geblieben: Beim Linden-Cup spielte ich mit 18 auf der Mitte einen Rückhandpass auf unseren Kreisläufer, der schief ging«, erzählt Wohlrab, »sofort holte mich Ecky raus und sagte nur: Wie viele A-Länderspiele hast du gemacht, Johannes? Ich verstand sofort, was er mir damit sagen wollte und ich nehme diese Art der Kommunikation bis heute mit.« Auch bei Dennis Köhler hat Mack seinen Eindruck hinterlassen. »Unsere Abschlussfahrt nach Hamburg war grandios. Ein Spieler verlor sein Handy, die Namen der Spieler wurden vergessen. Aber für ihn war das alles kein Problem. Hauptsache Ecky konnte seinen legendären Tanzstil zeigen. Ein absolut feiner Mensch, der mich zu einem besseren Spieler gemacht hat.«

In all den Erinnerungen schwelgt Eckard Mack heute noch, wenn er sich mit der Familie oder seinen ehemaligen Weggefährten trifft. Aus dem Vordergrund im Handball hat er sich zurück gezogen, ist seit kurzem zweifacher Opa und genießt das Familienleben mit seinen Töchtern Lisa-Marie und Stephanie. »Ich bin sehr stolz auf meine Töchter und auf all die erlebten Dinge. Das hat alles einen Wert, der mit keinem Geld zu bezahlen ist«, sagt Mack abschließend, ehe er sich mit der Familie in die Planungen zu seinem heutigen Geburtstag im engen Kreis begibt.

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