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Kevin Schmidt trifft hier zum 1:0 des EC Bad Nauheim, der das Heimspiel gegen den Oberligisten Eisbären Regensburg aber mit 2:3 verliert.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Laut, emotional und viel Luft nach oben

Es war laut, es war emotional, und die Roten Teufel haben noch sehr viel Luft nach oben. Eishockey-Zweitligist EC Bad Nauheim unterlag den klassentieferen Eisbären Regensburg am Samstagmittag durchaus überraschend mit 2:3 (1:0, 1:2, 0:1).

Die Treffer vor 2200 Zuschauern - damit war die Partie »ausverkauft« - erzielten Kevin Schmidt und Jordan Hickomott, zwei Neuzugänge.

Von »vielen schlechten Entscheidungen«, von »schlampigem Spiel« und einem »unordentlichem Zweikampfverhalten«, sprach Trainer Harry Lange im Anschluss. Seinem jungen vierten Block bescheinigte er ein »solides Spiel im System«. Von Kooperationspartner Diez-Limburg waren mit Verteidiger Lorenzo Valenti, sowie den Stürmern Henry Wellhausen und Dimitri Trejakov drei Spieler eingesprungen, da die Roten Teufel mit Huba Sekesi, Mick Köhler und Mark Shevyrin drei Akteure zu ersetzen hatten und von Kooperationspartner Köln, der zeitgleich spielte, lediglich Torwart Philipp Maurer zur Verfügung gestanden hatte.

Für Gänsehaut-Momente hatte die Verabschiedung von Daniel Ketter gesorgt. Nach zehn Profi-Spielzeiten und einer Geisterspiel-Saison bei seinem Heimatverein trug der Verteidiger ein letztes Mal das Trikot der Roten Teufel. Die Frangrupperiung »Fanatics« hatte ein Banner mit dem Schriftzug »Vom Kurstadtbub zur Vereinslegende« vorbereitet, im Namen der Markenbotschafter sprach Ralf Pöpel, und von Marc El-Sayed gab’s ein Präsent zur Erinnerung. »Ich bin der froh, dass ich dieses Spiel vor den Fans noch einmal bestreiten darf«, sagt der 36-Jährige sichtlich bewegt und von den Fans lautstark gefeiert.

Im Fokus der zweieinhalb Stunden standen naturgemäß die Kontingentspieler; alle vier Nordamerikaner waren neu verpflichtet worden. Und sie alle blieben zum Einstand blass. »Wir sind enttäuscht vom Ergebnis. Und wir wissen, dass wir mehr zeigen und besser spielen müssen. Die Unterstützung der Fans bis zum Ende - das war einfach nur unglaublich und hatte mehr von unserer Seite verdient«, sagt Tristan Keck selbstkritisch. Das Publikum hatte regelrecht nach Heimspiel-Atmosphäre gelechzt, die eigene Mannschaft mit Dauersprechören und -gesängen unterstützt und ihr viel Kredit eingeräumt.

Ex-Nationalspieler Tobias Wörle führte die Mannschaft diesmal als Kapitän auf das Eis, wo Bad Nauheim recht schnell erkennen musste, dass sich der Drittligist für die Partie in der Wetterau ebenfalls einiges vorgenommen hatte. Mit dem 1:0-Treffer, den Kevin Schmidt zum Abschluss der schönsten Puckstaffete des Tages ins Netz schlenzte - Bad Nauheim hatte bei Fünf-gegen-fünf quasi ein Powerplay aufgezogen - schien der Knoten geplatzt. Und als Jordan Hickmott nach nur wenigen Sekunden im zweiten Abschluss den Vorsprung hatte ausbauen können, schien die Partie ihren erwarteten Gang zu nehmen. Ein Trugschluss.

Regensburg - im Vorjahr im Finale der Oberliga - profitierte in seinem ersten Testspiel von zwei gut besetzten und vor allem aus der Vergangenheit eingespielten Reihen und wirkte mit zunehmender Spielzeit auch frischer und spitziger in seinen Aktionen. Lukas Heger (25.) und Nikola Gajovsky (38.) trafen zum Ausgleich, im Schlussabschnitt erzielte Xaver Tippmann im Powerplay das Siegtor (52.), nachdem der eingewechselte Maurer zuvor gegen Richard Divis einen Rückstand noch verhindert hatte (48.). Bad Nauheim ließ fünf Überzahl-Situationen ungenutzt, konnte auch am Ende mit zwei Feldspielern mehr den Ausgleich nicht mehr erzwingen.

EC Bad Nauheim: Bick (ab 29. Maurer) - Ketter, Tomas Schmidt, Kevin Schmidt, Wachter, Stephan, Valenti - Pollastrone, Hickmott, Herrmann, Keck, Vause, Reiter, Körner, Wörle, Pauli, Trejakov, Leon Köhler, Wellhausen.

Eisbären Regensburg: Holmgren - Heider, Gulda, Weber, Tippmann, Bühler, Dotzler - Divis, Gajovsky, Heger, Flache, Keresztury, Ontl, Schembri, Schmid, Schwamberger, Schmidt, Kroschinski, Stöhr.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (14.) Kevin Schmidt (Tomas Schmidt), 2:0 (21.) Hickmott (Herrmann, Ketter), 2:1 (26.) Heger (Divis, Schmid), 2:2 (38.) Gajovsky (Divis, Heider), 2:3 (52.) Tippmann (Ontl, Weber - PP). - strafminuten: Bad Nauheim 6, Regensburg 12. - Zuschauer: 2200 (ausverkauft).

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