David Schmidt und der Bergische HC haben seit der Auftakt-Überraschung beim SC Magdeburg einen Lauf und empfangen die HSG Wetzlar mit weißer Weste. FOTO: DPA
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David Schmidt und der Bergische HC haben seit der Auftakt-Überraschung beim SC Magdeburg einen Lauf und empfangen die HSG Wetzlar mit weißer Weste. FOTO: DPA

Handball

Duell der Sensationsteams

  • Daniela Pieth
    vonDaniela Pieth
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Von wegen "Graue Mäuse"! Mit dem Bergischen HC und der HSG Wetzlar treffen am Donnerstag die Bundesliga-Sensationsteams der ersten Spieltage aufeinander.

Am heutigen Donnerstag um 19 Uhr treffen in der Handball-Bundesliga zwei Mannschaften aufeinander, die in der drei Spieltage jungen Saison schon für Furore gesorgt haben. Die HSG Wetzlar ist beim Bergischen HC in der Klingenhalle Solingen gefordert, wo aufgrund des Inzidenzwertes ohne Zuschauer gespielt werden muss.

Die Belastung:Corona-Test, Video, Vorbereiten, Training, Nachbereiten, vier Spiele in elf Tagen - so sieht die Anfangsphase der Runde bei den Mannschaften aus. Erst nach der Partie beim BHC haben die Wetzlarer eine zehntägige Pause, die alle Beteiligten bitter nötig haben dürften. Nichtsdestotrotz haben beide Mannschaften in den ersten drei Spielen überzeugende Leistungen abgeliefert und man kann gespannt sein, welcher das auch am Donnerstagabend gelingt.

Der Sieg gegen Kiel:"Ich glaube, dass wir mittlerweile in den Köpfen von Kiel sind", sagt HSG-Trainer Kai Wandschneider rückblickend. Zwei Mal hintereinander, in Kiel im Dezember mit 27:20 und am Samstagabend mit 31:22, und dann so deutlich, das haben die Grün-Weißen so noch nie geschafft. "Wir hatten eine überragende Torwartleistung, eine überragende Deckungsleistung, haben uns in einen Flow gespielt und vorne klug agiert. Es gibt so Tage, an denen alles läuft", so Wandschneider. "Aber wir haben ja schon oft genug in den letzten Jahren Favoriten bezwingen können wie Magdeburg, Flensburg oder die Rhein-Neckar Löwen."

"Es ist sehr beeindruckend, wie sie das bisher machen", stimmt sein Gegenüber Sebastian Hinze zu. "Das kann ich auch neidlos anerkennen, dass das wirklich eine komplette Mannschaft ist, die im Prinzip alles hat, um jedem Gegner das Leben extrem schwer zu machen." Wetzlar agiert sehr diszipliniert, kam vor allem gegen Kiel über die massive Abwehr zu vielen Gegenstoßtoren. "Es wird extrem wichtig, dass wir gut angreifen", meinte Hinze. "Wir brauchen eine gute Effektivität im Angriff, gute Ideen, um sie in Bewegung zu bringen." So will er mit seiner Mannschaft selbst gut ins Tempospiel kommen, um sich nicht im Positionsangriff aufzureiben. "Sie geben keinem Gegner einen einfachen Ball, spielen ihre Chancen raus, spielen lange Angriffe bis sie eine gute Abschlusssituation haben. Wetzlar ist eine Hammer-Aufgabe."

In Solingen ohne Zuschauer:Der BHC steht nach seinen drei Siegen beim SC Magdeburg, gegen den HC Erlangen und bei der HSG Nordhorn-Linden hinter den Rhein-Neckar Löwen und der SG Flensburg/Handewitt auf Platz drei der Tabelle. Da schmerzt es umso mehr, dass in der Klingenhalle keine Zuschauer zugelassen sind. "Man merkt, dass eine Euphorie da ist und die Mannschaft es auch verdient hätte, vor einer Kulisse zu spielen", sagt Hinze. Der BHC verfügt mit Fabian Gutbrodt auf der linken Seite und David Schmidt im rechten Rückraum zwei Shooter, die in bestechender Form sind. Grundsätzlich sind alle Positionen doppelt, wenn nicht gar dreifach, gut besetzt.

"Der BHC hat seit dem Wiederaufstieg immer einen riesigen Kader", weiß Wandschneider. Und einen, der mit vielen Nationalspielern verschiedener Nationen besetzt ist. "Wenn mal einer einen schlechten Tag hat, kann Hinze einen bringen, der genauso gut ist." Der BHC kommt am liebsten über eine hervorragende Abwehr in den Gegenstoß oder die zweite Welle, die Abwehrchef Csaba Szücs leitet. Im Angriff verfolgen die Bergischen Löwen, ähnlich wie die HSG, einer festen Strategie, bringen ihre Konzepte auf den Punkt. "Das hat alles Hand und Fuß", lobte Wandschneider.

Personalsorgen:Auf Seiten des BHC fällt Alexander Weck mindestens vier Monate aus. Er hatte sich bereits vor dem Saisonstart in Magdeburg im Training eine Ruptur des hinteren Kreuzbandes im rechten Knie zugezogen. Mittelmann Linus Arnesson plagt sich mit muskulären Problemen herum, sein Einsatz steht auf der Kippe. Ebenfalls fraglich ist Torhüter Tomas Mrkva, der beim letzten Spiel in Lingen einen Kopftreffer hinnehmen musste und bei dem sich der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung bestätigt hat.

Bei den Grün-Weißen hat sich Torhüter Tibor Ivanisevic am Dienstag krankgemeldet und konnte nicht mittrainieren. "Wir hoffen, dass es nur eine Erkältung ist, aber wir müssen hier alle Maßnahmen einhalten." Somit steht Wandschneider nur ein Torhüter zur Verfügung. Alle anderen Spieler sind fit. Lediglich der große Trainingsrückstand von Patrick Gempp bereitet Wandschneider derzeit Sorge.

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