Merlin Fuß und sein TV 05/07 Hüttenberg erwarten heute in Wetzlar den EHV Aue. FOTO: THÜRMER
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Merlin Fuß und sein TV 05/07 Hüttenberg erwarten heute in Wetzlar den EHV Aue. FOTO: THÜRMER

Das Duell der Angeschlagenen

(jsa). Für den TV 05/07 Hüttenberg öffnet sich im Dezember mit dem Duell am Samstagabend (19.30 Uhr, Rittal-Arena in Wetzlar) gegen den EHV Aue ein neues Kapitel. Eines, mit wichtigen Aufgaben im Kampf um den Klassenerhalt und mit einem neuen Mann an der Seitenlinie. Zumindest interimsmäßig.

Turbulenzen hüben wie drüben, so lässt sich vorab das Aufeinandertreffen Hüttenberg gegen Aue umschreiben. Besser gesagt die Woche/n davor. Nach der Entlassung am Montag von Frederick Griesbach wird beim TVH Johannes Wohlrab die Verantwortung auf der Bank übernehmen. Dies gelang ihm diese Saison schon einmal erfolgreich: Beim einzigen Sieg der Hüttenberger in Thüringen gegen den ThSV Eisenach. "Ich musste erst mal eine Nacht darüber schlafen. Als der Verein aber anfragte, war es für mich eine Selbstverständlichkeit, als Interimstrainer zur Verfügung zu stehen." Ob der A-Lizenz-Inhaber nur Interimslösung oder gar zum neuen Chefcoach wird, wird sich erst noch entscheiden. Mit einem zweiten Erfolg hätte er sicher gute Argumente auf seiner Seite.

Der EHV Aue wiederum hat sich nach zweifacher Corona-Quarantäne und über zehn positiv getesteten Spielern noch nicht mit dem Gegner beschäftigt. Cheftrainer Stephan Swat befindet sich mit einem schweren Infektionsverlauf im Krankenhaus - unklar, wann er wieder das Zepter übernehmen wird können. Sein Co-Trainer Kirsten Weber wird so lange die Geschicke an der Seitenlinie leiten. "Wir haben am Dienstag erstmals langsam trainiert. Wir wissen aber nicht, wo wir stehen. Ich muss während der Übungen immer wieder Pausen einlegen, weil die Jungs einfach nicht fit sind", gibt er Einblick in die aktuellen Bedingungen der Sachsen. "Es sind so viele Dinge bei uns selbst, um die wir uns aktuell kümmern müssen, mit dem Gegner Hüttenberg haben wir uns nahezu gar nicht beschäftigt. Wir wollen einfach wieder spielen und den Spiel- betrieb aufrechterhalten."

Sportlich lief es dabei in den bisher vier Partien alles andere als schlecht für Aue. Gestartet mit zwei Siegen gegen Rimpar (24:21) und den TuS Ferndorf (26:23), unterlag der Erzgebirgische Handballverein dem HSV Handball vor der ersten Zwangspause mit 32:35. Zwischen den Quarantäne-Anordnungen gewann das Team zu Hause gegen Bietigheim mit 28:27 - das war vor drei Wochen. Somit stehen die Sachsen aktuell bei 6:2 Punkten.

Trotz aller Unruhen beim Gegner legt Wohlrab, nach Genesungswünschen an seinen Trainerkollegen Swat, den Fokus auf das Sportliche: "Uns erwartet insgesamt eine starke Rückraumreihe, mit dazu groß gewachsenen Außen und einem starken Kreisläufer. Im Angriff müssen wir sie in Bewegung bringen und geduldig auf unsere Chance warten."

Bewegung soll es damit für die Mittelhessen dann auch in der Tabelle geben - und zwar nach oben. Mit 3:15 Punkten wird die Lage im Kampf gegen den Abstieg zunehmend prekärer, weshalb dringend Zählbares her muss. Im stressigen Dezember mit sechs Partien sind mindestens drei Klubs direkte Konkurrenten im Abstiegskampf, gegen die es zu punkten gilt. Gegen den EHV Aue soll dafür das Selbstbewusstsein zurückgeholt werden. "Wir werden jetzt noch enger zusammenrücken, noch mehr über die Emotionalität kommen, das Messer zwischen die Zähne nehmen und kampf- bereit sein", lautet die deutliche Ansage von Wohlrab. Ob Hendrik Schreiber dabei mitwirken kann, ist wegen einer Bänderverletzung fraglich. Ansonsten fallen Stefan Kneer und Moritz Zörb weiter aus.

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