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Droste setzt Ausrufezeichen

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Als Zehnter fährt Jan-Niklas Droste (grünes Trikot) über die Ziellinie.	(Foto: die)
Als Zehnter fährt Jan-Niklas Droste (grünes Trikot) über die Ziellinie. (Foto: die) © Stephan Dietel

(die) Eine erneute Überraschung ist dem Gießener Radprofi Jan-Niklas Droste vom Team Heizomat bei der 98. Auflage von »Rund um Köln« gelungen, und auch sein Teamkollege Julien Essers aus Niederweimar setzte als Neuprofi ein erstes Ausrufezeichen.

Dass sich Droste mit Rang zehn so gut platzierte, war weniger eine Überraschung – vielmehr die Art und Weise, wie er sein selbst gestecktes Ziel erreichte. Und auch Platz 58 von Essers ist aller Ehren wert.

Um 11.55 Uhr hatten sich 185 Radprofis auf die 193,7 Kilometer lange Fahrt von Hückeswagen an den Kölner Rheinauhafen gemacht, darunter auch das Team Heizomat mit dem Gießener Droste von der RV Kleinlinden. Nach einem interessanten Rennen mit zahlreichen unterschiedlichen Fluchtgruppen wurde rund 50 Kilometer vor dem Ziel das bis dato bestimmende Trio aus Jay Thomson (MTN-Qhubeka), Gregor Mühlberger (Cycling Team Tirol) und Tim Gebauer (Team Stölting) eingeholt und die Karten vor dem Finale noch einmal neu gemischt. Auf der ersten von drei 6,6 Kilometer langen Zielrunden setzte sich dann mit dem Österreicher Markus Eibegger (Synergy Baku), dem Schweizer Mirco Saggiorato (Stölting) und dem Slowaken Klemen Stimulak (Adria Mobil) erneut ein Spitzentrio ab.

Den Dreien gelang es, rund 30 Sekunden Vorsprung auf das Verfolgerfeld herauszufahren, und sie bekamen dabei noch Verstärkung: Der Tscheche Jan Barta (Net App-Endura), Sieger von Rund um Köln im Jahr 2012, hatte mit Essers und Droste die Verfolgung der Dreier-Spitze aufgenommen. Das brachte den mittelhessischen Jungprofi Essers für einen Moment an die Spitze des Rennens und Droste in Position für das Finale, das dann doch noch im Massensprint entschieden wurde. Die fünfköpfige Spitze wurde auf der Schlussrunde vom Feld gestellt, in dem sich Sam Bennett vom Team NetApp-Endura im Fotofinish vor Barry Markus (Belkin) und Lokalmatador Gerald Ciolek (MTN-Qhubeka durch) durchsetzte.

Mit Platz zehn erreichte Droste seinen zum Ziel gemachten Top-Ten-Platz, der ihn jedoch nicht voll zufriedenstellte: »Vier Kilometer vor dem Ziel war ich noch relativ weit hinten und auch die letzte Kurve und dadurch die Position im Sprint war nicht ganz optimal. Platz sechs wäre möglich gewesen. Mein Ergebnis ist gut und mein Ziel erreicht, aber ich bin nicht total zufrieden«, sagte Droste. Er hatte insgeheim auf den Sprint einer kleinen Ausreißergruppe gehofft, in der er sich wohler gefühlt hätte, als im dicht gedrängten Massensprint.

Heizomat Teamchef Markus Schleicher war mit Drostes zehntem Platz und damit der Erreichung des Ziels seiner Mannschaft sehr zufrieden. Und auch Jungprofi Essers erfuhr anerkennende Worte für seine aktive Fahrweise und den Verstoß zur Spitzengruppe auf den Zielrunden, die sich auch am Folgetag noch bemerkbar machten: »Die ersten zehn Schritte nach dem Aufstehen waren schon krass. Nach 90 Minuten fühlten sich meine Beine aber wieder gut an und wir haben später noch eine Stunde locker trainiert«, berichtete Essers von der Nachbereitung des Rennens, in dem er mit seiner Mannschaft immer wieder bei Fluchtversuchen mitgegangen war und als 58. von 97 Fahrern im Ziel ein ebenso achtbares Ergebnis in seinem ersten großen Rennen erreichte. Das Auftaktrennen der Radbundesliga am kommenden Wochenende in Cadolzburg ist nun die nächste Station, bevor es am 1. Mai für Droste, Essers und das Team Heizomat »Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt« geht.

»Auf der Radfahrer-Insel«

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