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Tourfeeling in Lich auf der Neun: Schlag vom Fairway mit Blick auf die Tribüne. (DGV)

Drei Tage Spitzengolf beim Licher GC

(ria) Spitzengolf beim Licher GC. Drei Tage lang stand der Club und der bestens präparierte Platz im Fokus der deutschen Golfer. Beim Final Four ging es um den nationalen Team-Titel, den sich bei den Herren der GC Hubbelrath und bei den Damen der GC St. Leon-Rot sicherte.

Beim vierten Final Four der Kramski Deutsche Golf Liga, das zum dritten Mal in Folge auf der Anlage des Licher Golf Clubs ausgetragen wurde, blieb dem GC St. Leon-Rot wie schon 2014 der ganz große Wurf verwehrt. Während die Damen bereits ausgelassen ihren Finalsieg gegen den GC Am Reichswald feierten, mussten die Herren dem GC Hubbelrath gratulieren, der erstmals eine erfolgreiche Titelverteidigung schaffte. Der Licher GC erntete von allen Seiten wieder höchstes Lob für seine Organisation und seinen Platz, dessen Grüns den Akteuren wieder Tourniveau boten.

Die Licher mit den Verantwortlichen um Clubmanagerin Andrea Rumpf, Klaus Tasch, Klaus Stubenrauch, Präsident Gerd Kaiser, Head-Pro Uwe Tappertzhofen, dem Greenkeeper-Team um Mark Timberlake, der Gastronomie, der Logistik-Crew um Dieter Heiligenpahl sowie der freiwilligen Helferschar erfüllten alle Erwartungen. Wer leider nicht ganz mitspielte, war das Wetter. Regenschauer an beiden Tagen sorgten für ständig wechselnde Bedingungen für die Spieler und letztlich wohl auch dafür, dass es im dritten Jahr nicht klappte, erneut den Besucherrekord zu knacken. Dennoch sorgten rund 2200 Zuschauer für eine würdige Kulisse.

Auch die Dramaturgie reichte nicht ganz an die Spannung des letzten Jahres heran, erstmals wurden die Titelkämpfe ohne Stechen entschieden. Dennoch waren alle Matches hart umkämpft.

Der Platz in Lich bietet gerade Longhittern eine große Versuchung zu riskantem Spiel, Fehlschläge werden durch das dichte Rough oder die Wasserhindernisse bestraft, aber es war auch beeindruckend zu sehen, wie sich die Spieler immer wieder aus misslichen Lagen befreiten.

Auf dem Weg zu seinem zweiten Titel in dieser Liga stoppte in der Damenkonkurrenz der GC St. Leon-Rot im Halbfinale den Titelverteidiger vom GC Berlin-Wannsee überraschend deutlich. Berlin war nicht zuletzt durch ein starkes Finish in der Gruppenphase in die Favoritenrolle gerutscht, konnte aber vor allem in den Einzeln dem Meister von 2014 nicht Paroli bieten und unterlag letztlich mit 2,5:6,5.

Im zweiten Halbfinale der Damen bestätigte der Final-Four-Neuling GC Am Reichswald seine Rolle als Favoritenschreck und schaltete den GC Hubbelrath nach Gleichstand in den Vierern durch vier Einzelsiege mit 5,5:3,5 aus. Im Kampf um Bronze schienen die Hubbelratherinnen den Frust über das verlorene Halbfinale besser verdaut zu haben und ging in den Viererpartien gegen Berlin-Wannsee mit 2,5:0,5 in Führung. In den Einzeln behaupteten sie lange diese Führung, brachen dann aber fast komplett ein, sodass Berlin sich mit fünf gewonnenen Einzeln noch einen 5,5:3,5-Erfolg und damit einen Platz auf dem Podium erspielte.

Im Finale sicherte Tourspielerin Karolin Lampert mit Partnerin Valerie Gress auf dem Schlussgrün ihrem Team die 2:1-Führung gegen Reichswald nach den Vierern. In den Einzeln hielt der Außenseiter die Matches lange offen, doch Leonie Harm, Karolin Lampert und Ava Begner entschieden für den GC St. Leon-Rot ihre Partien vorzeitig und brachten ihr Team mit fünf Punkten uneinholbar in Front. Am Ende lautete das Ergebnis 6,5:2,5. Trainer Michael Terwort, der nach der Saison den Verein verlässt, lobte sein junges Team: "Ein besseres Abschiedsgeschenk konnten sie mir nicht machen."

Bei den Herren kam es im ersten Halbfinale wie 2014 zu der Konstellation, dass Mannheim-Viernheim auf den Titelverteidiger Hubbelrath traf. Mannheim-Viernheim hatte sich durch starke Einzelauftritte seiner Kaderspieler quasi zum Favoriten gekürt, doch Hubbelrath hatte diesmal das bessere Ende für sich und setzte sich mit 7:5 durch.

Im zweiten Halbfinale stoppte der GC St. Leon-Rot den Hamburger GC, der sich mit 5:7 geschlagen geben musste. Für Hamburg reichte es dann aber noch durch ein 6,5:5,5 zur Bronzemedaille.

In einem spannenden Finale schaffte der GC Hubbelrath letztlich mit einem 6,5:5,5 als erster Club in dieser Liga eine erfolgreiche Titelverteidigung. "Wir waren nie der Favorit, aber wir wollten den Titel verteidigen und haben dies erstmals geschafft, auch ohne unseren Tourspieler Max Kieffer, und es fühlt sich toll an. Die drei Mal in Lich waren beeindruckend. Rundum hat alles gestimmt, der Platz wieder in einem Top-Zustand auf Tourniveau", konstatierte Hubbelraths Coach Roland Becker.

Durch das neue Spielformat dieser Liga mit fünf Spieltagen bieten sich für Nachwuchsspieler größere Einsatzmöglichkeiten, die nicht zuletzt auch von den hiesigen Clubs Lich und Winnerod genutzt werden. Der Licher Golf Club hat sich als Gastgeber in den drei Jahren deutschlandweit einen fast schon legendären Ruf erworben.

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