Drei Spiele, drei Siege

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(sid). Martin Schwalb strahlte. Auf dem Weg in den wohlverdienten Feierabend klatschte der neue Löwen-Dompteur zufrieden mit den Fans ab und freute sich diebisch über den dritten Sieg im dritten Spiel mit seinen Rhein-Neckar Löwen.

"Das war schon ein echtes Brett", schwärmte Schwalb von der grandiosen Anfangsphase seines Teams beim 26:23-Erfolg gegen den SC DHfK Leipzig, den laut Nationalspieler Patrick Groetzki "wohl besten 20 Minuten dieser Saison".

Fest steht: Nach nur einer Woche bei seinem neuen Arbeitgeber ist der Schwalb-Effekt bei den Rhein-Neckar Löwen unverkennbar. Vor dem Duell beim THW Kiel sind die reanimierten Löwen und ihr neuer Trainer plötzlich die Hoffnung einer ganzen Liga. Mit einem weiteren Sieg droht der Spitzenreiter schließlich vorentscheidend zu enteilen.

Schwalb hielt sich auf der Pressekonferenz mit forschen Tönen zum bevorstehenden Topspiel zurück, das verbale Säbelrasseln überließ er anderen. "Wenn wir am Wochenende so spielen wie in den ersten 20 Minuten, dann haben wir auch da eine Chance", sagte Löwen-Sportchef Oliver Roggisch: "Wir fahren da hin und wollen was mitnehmen."

Die jüngsten Auftritte unter Schwalb sorgen für neues Selbstvertrauen beim deutschen Meister von 2016 und 2017. Nach einer bis dato durchwachsenen Saison ist der Glaube an die eigene Stärke plötzlich zurück. "Irgendwas ist jetzt in die Mannschaft reingekommen", sagte Keeper Andreas Palicka. Und der spanische Europameister Gedeon Guardiola lobte im "Mannheimer Morgen": "Martin motiviert uns sehr gut, er zeigt Feuer in den Besprechungen."

Mit Feuer allein ist der Aufwärtstrend nicht zu erklären. Die Stabilität in der Abwehr kehrt allmählich zurück, das war auch schon bei den siegreichen Spielen gegen Liberbank Cuenca und die TSV Hannover-Burgdorf zu beobachten. Selbst der Ausfall von Star-Linksaußen Uwe Gensheimer fällt nicht ins Gewicht.

Schwalb fühlt sich in der neuen Rolle sichtlich wohl. Die vergangenen Tage seien "wirklich sehr, sehr schön" gewesen, sagte er: "Alle haben viel Input gehabt in dieser Woche." Vor allem Schwalb selbst. Fast sechs Jahre hatte der langjährige Meistertrainer des HSV Hamburg nicht auf einer Trainerbank gesessen, nun ist er zurück. Und wie.

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