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Sorgenvoll denkt Handball-Bundestrainer Alfred Gislason über das Mammutprogramm in der Bundesliga bis Ende Juni nach.

Drei Monate Mammutprogramm

(sid).) Alfred Gislason ist in Sorge. Beim Blick auf den XXL-Endspurt der Bundesliga brummt selbst dem hartgesottenen Bundestrainer der Kopf. »Ich kann nur zuschauen und hoffen, dass sich keiner verletzt«, sagte Gislason mit ernster Miene.Die Beunruhigung des Isländers ist verständlich. Denn ab Mittwoch rücken die großen Olympia-Ziele der Handballer erst einmal ganz weit in den Hintergrund.

Die Klubs starten in ihren rekordverdächtigen Saisonendspurt - und die Verletzungsgefahr wächst durch die enorme Terminhatz von Tag zu Tag.

Neuer Corona-Wirbel vergrößerte die Nöte am Dienstag noch einmal. Ein Infektionsfall bei der SG Flensburg/Handewitt sorgte für die nächste Spielabsage. Die für Mittwoch geplante Partie gegen den Bergischen HC muss ausfallen, dabei hat die SG im Meisterrennen noch nicht einmal die Hälfte ihrer Saisonspiele absolviert.

Das gilt auch für Titelverteidiger THW Kiel, der bis zum Ende der Spielzeit im Juni noch 23 Spiele vor sich hat - allein in der Liga. Doch es sind nicht bloß die Kieler, die in den kommenden Wochen Schwerstarbeit verrichten müssen. Für die meisten Vereine beginnt nach der kräftezehrenden Länderspielwoche mit drei Spielen an drei Tagen jetzt erst die Rückrunde. Sofern sie überhaupt spielen dürfen.

Die Liga, die zuletzt viel Rücksicht auf die Nationalmannschaft genommen hatte, wird alles daran setzen, ihr Programm irgendwie durchzubekommen. Doch wie momentan über allem schwebt auch über dem Handball weiterhin das Damoklesschwert namens Corona. Schon der Saisonstart war pandemiebedingt nach hinten verlegt worden, immer wieder mussten Spiele wegen akuter Fälle und folgender Quarantänemaßnahmen verschoben werden.

Spielraum für weitere Verzögerungen bleibt praktisch keiner. Zumal mit der Champions League, die Anfang April mit den Achtelfinalspielen in ihre heiße Phase startet, und der EM-Qualifikation der Nationalmannschaften weitere Events fest terminiert sind.

Gislason deutete bereits an, in den Ausscheidungsspielen zur Europameisterschaft in Bosnien-Herzegowina (29. April) und gegen Estland (2. Mai) auf seine Vielspieler womöglich zu verzichten. Deutschland ist schon qualifiziert. »Es ist möglich, dass ich den ein oder anderen nicht mit in die Quali-Spiele nehme«, sagte der DHB-Coach: »Ich muss schauen, was für ein Programm die Spieler haben.«

Das Programm, das lässt sich schon jetzt absehen, hat es in sich. Schafft es Champions-League-Sieger Kiel erneut ins Final Four der Königsklasse, stehen die Zebras bis Ende Juni noch in sage und schreibe 29 Pflichtspielen auf dem Feld, auch auf die Flensburger warten noch bis zu 26 Partien.

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