Calmund grüßt

Ein Dorf im Pokalfieber: Calmund grüßt im Video - FSG Lumda/Geilshausen gegen FC Gießen

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Ein ganzer Ort steht Kopf, genauer gesagt zwei. Am Dienstag hat die FSG Lumda/Geilshausen den FC Gießen zu Gast. Für dieses Duell im Kreispokal hat sich der A-Ligist einiges einfallen lassen.

Es soll ein richtiges Event werden, kein normales Fußballspiel", sagt Martin Steidl. Der Sportliche Leiter der FSG Lumda/Geilshausen bastelt in der Rabenau daran, das bevorstehende Gastspiel des FC Gießen zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten zu machen. Am Dienstag (19 Uhr) kommt der Tabellenführer der Hessenliga, der sich um ein Haar für die DFB-Pokal-Runde 2019/2020 qualifiziert hätte, nach Geilshausen. "Da brennt die Luft, da tanzt der Bär" – behauptet zumindest Reiner Calmund.

Richtig gelesen, Reiner "Calli" Calmund bewirbt per Videobotschaft die Viertelfinalpartie im Kreispokal. Wie kommt’s? Orga-Ass Steidl, von Gießen einst in den Rabenauer Ortsteil ausgewandert, arbeitet für den Tiefkühl-Heimservice Eismann. Auch der Sky-Experte und frühere Manager von Bayer Leverkusen steht aus Marketinggründen seit diesem Jahr auf der Gehaltsliste der Firma. Steidl packte die Gelegenheit beim Schopf, fragte bei der Unternehmenszentrale nach und brachte diese dazu, dass "Calli" in knappen rheinischen Worten die Partie anpreist. Der etwa einminütige Clip ging in den sozialen Medien durch die Decke, erreichte bei Facebook 35 000 Leute und wurde zigfach per Smartphone weitergeleitet.

Dass die füllige Frohnatur aus dem Rheinland in Lebensgröße auf dem Sportplatz in Geilshausen auftaucht, hätte man Steidl auch noch zutrauen dürfen. Aus der Stipvisite im Landkreis Gießen wird aber nichts. "›Calli‹ hat schon einen Termin an diesem Abend", verrät der Sportliche Leiter der FSG, der mit seinem Helferteam um Adrian Kaus natürlich gerne den nächsten Orga-Coup gelandet hätte.

Aber auch so ist der Alsfelder A-Ligist bestens gerüstet für das besondere Spiel. Einlaufkinder der JSG Rabenau begleiten Michael Fink und Co. aufs Feld. In der Pause sorgen die Cheerleader der Tornado Cheer Gießen für Abwechslung. Als Moderator kommt Ex-HR-Journalist Werner Damm vorbei, führt Interviews und stellt die Teams vor. Damit akustisch auch alles in Butter ist, hat sich die FSG eine große Soundanlage reserviert.

Bei einem solchen Angebot bleibt auch die Nachfrage nicht aus. 440 Karten hat man im Vorverkauf abgesetzt (Stand: Donnerstagmittag). An fünf Stellen (u. a. Grünberg, Londorf, Gießen) hat die FSG im Voraus Tickets zum Verkauf angeboten. Am Abend des Spieltags hofft der A-Ligist auf gutes Wetter und weiteren Besuch. Die Feuerwehr hilft bei den Straßensperrungen mit und koordiniert die Autos zum Parkplatz. Als Parkfläche dient der Festplatz am Ortsausgang in Richtung Beuern (Straße "Zum Zollstock"). Steidl hat sogar den Balkon eines direkt am Sportplatz liegenden Hauses angemietet, um Fotografen und Kameramännern einen besseren Überblick zu verschaffen. Überall im Grünberger Kreisosten hängen DIN-A0-Plakate, von denen Ex-Eintracht-Kicker Fink lächelt. Der Rasen in Geilshausen soll in gutem Zustand sein. Dafür sorgen laut Steidl die Platzwarte der FSG.

Befürchtungen, der designierte Regionalligist aus Gießen könnte nur mit einer B-Elf kommen, steuerte Steidl schon entgegen. "Ich habe bereits mit Teammanager Markus Haupt geredet. Er hat mir zugesagt, dass sie mit der ersten Mannschaft kommen." Das bestätigte auch FCG-Trainer Daniyel Cimen auf Nachfrage.

Das Ergebnis steht für den Gastgeber ein bisschen auf dem zweiten Blatt. So sieht es auch Steidl, der sich einen kleinen Kommentar schmunzelnd nicht verkneifen konnte: "Nach einem solchen Event muss sich der Kreisfußballausschuss beim SWG-Pokal-Finaltag ganz schön anstrengen, um das zu toppen. Na ja, jetzt weiß der Henry Mohr (Kreisfußballwart; Anm. d. Red.) schon mal, wo Geilshausen liegt."

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