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Doppelte Freude in Linden

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Von: Harold Sekatsch

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Im Anflug ist Jannik Andermann vom Spitzenreiter HSG Linden beim Heimsieg gegen den TSV Lang-Göns (rechts Dominic Weil, im Tor Luca Wallendorf). © Harald Friedrich

(se). Während die HSG Linden in der Handball-Bezirksoberliga an der Spitze ihre Kreise zieht und mit dem 33:24 über den Nachbarn TSV Lang-Göns den zwölften Sieg im 13. Saisonspiel feierte, erlebte Verfolger HSG Hungen/Lich mit der 29:30-Niederlage beim TV Wetzlar eine unliebsame Überraschung. Hinter der diesmal spielfreien HSG Wettenberg II (20:4 Punkte) rückte die TG Friedberg (34:

27-Sieger in Buseck) auf den dritten Platz vor. Auf Rang vier abgerutscht ist Hungen/Lich. Einen 34:25-Erfolg bei der Kleenheimer »Zweiten« meldet die HSG Wettertal, während die HSG Lollar/Ruttershausen im Derby gegen die HSG Lumdatal II eine 31:36-Niederlage bezog. Trotz des Sieges bleibt Lumdatal II auf dem letzten Platz. Vier Spieler erwiesen sich am drittletzten Spieltag in diesem Kalenderjahr als sichere Siebenmeterschützen: Der Lollarer Marlon Los Santos (insgesamt zwölf Tore) verwandelte im Spiel gegen Lumdatal II alles sechs Strafwürfe; auf der Gegenseite trat Paul Marvin Lenz fünfmal zum Siebenmeter an und leistete sich ebenfalls keinen Fehlwurf. Gleiches gilt für den Mörler Daniel Frosch (6) und den Lang-Gönser Philipp Reitz (4).

HSG Linden - TSV Lang-Göns 33:24 (19:13): »Wir haben uns vorgenommen, dass wir im Derby das Tempo und die Aggressivität vorgeben wollten, was uns auch mit einem 8:2-Start gelungen ist«, stellte Lindens Trainer Conrad Melle fest. »Dann fehlte uns die Kompaktheit, sodass Lang-Göns 13 Treffer in der ersten Halbzeit erzielten konnte.« Trotzdem ließ sich der Tabellenführer nicht von seinem Kurs abbringen. Die Führung wurde weiter ausgebaut. »Spätestens beim 25:15 in der 41. Minute war klar, dass wir das Spiel nicht mehr verlieren werden, sodass ich jedem Spieler wichtige Einsatzzeit geben konnte«, erklärte der HSG-Coach. »Linden hat von Anfang an das Zepter in die Hand genommen und uns wenig zur Entfaltung kommen lassen«, musste TSV-Spielertrainer Nico Piazzolla hinterher einräumen. »Wir konnten deren ersten Rückraum einfach nicht in den Griff bekommen. Wir hatten uns in der Abwehr genau darauf vorbereitet, konnten es aber nicht umsetzen.« Trotzdem konnte Piazzolla dem Auftritt seiner Mannschaft etwas Positives abgewinnen: »Wir haben nicht aufgegeben und bis zum Schluss versucht, dagegen zu halten, müssen aber ganz klar eingestehen, dass gegen diese starke Mannschaft nicht viel mehr drin war.« - Tore, Linden: Adamczyk (8), Deimer (5/3), Graf, Mikusch (je 5), Andermann (4), Höhn (2), Lang, Breser, Laun, Münster (je 1). - Lang-Göns: Müll (8), Reitz (5/4), Hopp, Dürl (je 3), Schwelnuss, Hecker, Dominic Weil, Justin Weil, Steinbach (je 1).

Trainer Schäfer: Wie ein Absteiger

HSG Großen-Buseck/Beuern - TG Friedberg 27:34 (13:22): Busecks Trainer Carsten Schäfer war bedient vom Auftritt seiner Mannschaft: »Großen-Buseck/Beuern hat sich präsentiert wie ein deutlicher Absteiger. Es bleibt mehr als fraglich, wie man in dieser Verfassung die Klasse halten kann.« Bis zur zehnten Minute beim Stand von 5:5 schien die Partie noch offen, doch weitere zehn Minuten später war das Spiel bereits gelaufen. Die Friedberger lagen zu diesem Zeitpunkt mit 15:8 vorn und bauten den Vorsprung bis zur Pause auf elf Treffer auf. Dabei bissen sich die Hausherren immer wieder an der 6:0-Deckung der TG fest. Erst als die Wetterauer fleißig durchwechselten, konnten die Buescker den Rückstand noch auf sieben Treffer reduzieren, ohne freilich den Gästesieg auch nur ansatzweise in Gefahr zu bringen. »Ich bin Michael Razen und der TG Friedberg dankbar, dass sie in der zweiten Halbzeit mehrere Gänge zurückgeschaltet haben, sonst wäre das Spiel 19:45 ausgegangen«, erklärte Schäfer. - Tore, Großen-Buseck/Beuern: Jan Schneider (9/1), Edelmann (4), Luca Funk, Damm, Hirschmann (je 3), Schüler (2), Stein (1/1), Tim Schneider, Coletta (je 1). - Friedberg: Wolf (9/3), Cadar (6), Ploner, Lasse Milius, Philipp Engel (je 4), Methner, Seibert (je 2), Durchdewald, Brehm, Sattler (je 1).

Kuhnhenne macht den Unterschied

HSG Lollar/Ruttershausen - HSG Lumdatal II 31:36 (17:13): Beide Mannschaften hatten Ausfälle zu verzeichnen, doch schienen die Lollarer damit zunächst besser fertig zu werden als die Derbygäste. »Wir haben ordentlich angefangen«, berichtete Teammanager Martin Sänger. »So fanden wir im Angriff gute Lösungen und hatten in der Abwehr einigermaßen Zugriff auf den Gegner.« Nach dem 10:9 (16.) setzten sich die Gastgeber bis zum Seitenwechsel mit vier Toren ab, hätten mit etwas Glück sogar deutlicher vorn liegen können. »Lollar hat das gut gemacht, weil sie hoch verteidigt haben«, erklärte Lumdatals Trainer Leon Ziegler. In der Pause haben die Gäste dann die neue Marschroute festgelegt, »mit Tobias Marx, Nils Metka, Lorenz Lindenthal und Lars Schmidt einen starken Mittelblock gestellt«.Außerdem, so Ziegler: »Florian Kuhnhenne hat im Angriff überragend Regie geführt.« Angesichts der Personalnot bei Lumdatal war er reaktiviert worden. »Er hat einfache Tore gemacht und seine Nebenmänner auf der Mitte sehr, sehr gut bedient.« Durch Kuhnhenne sei Ruhe ins das Spiel der Lumdataler gebracht worden. Außerdem verfügte die Gästemannschaft nun über die Qualität, einfache Tore zu markieren. So stellten die Gäste in der 37. Minute den Gleichstand zum 18:18 her. Bis zum 26:26 (49.) verlief die Partie vom Ergebnis her ausgeglichen, ehe sich der Gast bis zur 51. Minute auf 31:26 absetzte. Wie Sänger berichtete, sei die Heimmannschaft mit der klaren Marschroute in die zweite Halbzeit gegangen, »noch eine Schippe draufzulegen und den Vorsprung zu vergrößern«, doch, so der Teammanager der Lollarer, sei genau das Gegenteil eingetreten: »Wir haben in der Abwehr keinen Zugriff mehr bekommen, und in der zweiten Halbzeit ging das Torhüterduell ganz klar an Lumdatal.« So brachten die Gäste ihren Vorsprung sicher ins Ziel. »Der ausschlaggebende Punkt war, dass wir Florian Kuhnhenne dabei hatten«, stellte Ziegler dem reaktivierten Spieler die Bestnote aus. - Tore, Lollar/Ruttershausen: Los Santos (12/6), Großhaus (7), Omicevic (5), Matanovity (3), Weidner (2), Pioch, Gescher (je 1). - Lumdatal II: Kuhnhenne, Johannes Sauer (je 7), Lenz (6/5), Maximilian Sauer (6), Metka, Lindenthal, Machava, Hofmann (je 2), Marx, Schmidt (je 1).

Wallendorf vermisst Einsatzbereitschaft

TV Wetzlar - HSG Hungen/Lich 30:29 (12:13): Den Wetzlarer Erfolg bezeichnete Thomas Wallendorf, Trainer der HSG Hungen/Lich, als verdient. »Wir haben ohne Einsatzbereitschaft und Aggressivität gespielt«, charakterisierte der Gästecoach den Auftritt seiner Mannschaft und folgerte daraus: »So kann man in der Bezirksoberliga kein Spiel gewinnen.« Allerdings hing der Erfolg der Heimmannschaft lange Zeit am seidenen Faden. In der ersten Halbzeit lief der TV Wetzlar nahezu ständig einem Rückstand hinterher. So ging Hungen/Lich mit einem knappen Vorsprung in die Pause. 18:17 für den Gast lautete der Spielstand nach 36 Minuten, ehe der TVW durch vier Treffer hintereinander eine 21:18-Führung herauswarf. Nun gerieten der Gast mehrfach mit vier Toren ins Hintertreffen. So führte Wetzlar nach 51 Minuten mit 26:22, ehe die HSG innerhalb von zwei Minuten durch Tore von Luca Macht, Max Wolf und Marvin Schmied herankam. Alexander Breining und Timon Bepperling sorgten bis zur 55. Minute aber für einen Drei-Tore-Vorsprung der Wetzlarer, die gut zwei Minuten vor dem Ende mit 30:27 vorn lagen. Hungen/Lich verkürzte durch zwei Treffer von Johannes Kreß bis eine halbe Minute vor Schluss auf 29:30, doch der Ausgleich gelang nicht mehr. »Wir haben einiges aufzuarbeiten«, kündigte Wallendorf an. - Tore, Wetzlar: Jung, Friedrichs (je 5), Käppler (4), Dönges, Lindenstruth, Breining (je 3), Kundt (2/2), Reitz (2), Menger, Michael Schetzkens, Bepperling (je 1). - Hungen/Lich: Wenzel (7), Macht (5/1), Wolf (5), Hahn (4), Kreß (3), Anhäuser (2), Schmied, Dönicke, Koppermann (je 1).

HSG Kleenheim-Langgöns II - HSG Wettertal 25:34 (13:16): Kleenheims Trainer Christian Kunz zeigte sich enttäuscht von der Vorstellung seiner Truppe: »Wir haben nie die richtige Einstellung zum Spiel gefunden und es damit Wettertal sehr leicht gemacht.« Immerhin konnte die Heimmannschaft die Partie in der ersten Halbzeit lange ausgeglichen gestalten. So hieß es nach 18 Minuten noch 9:9, ehe sich die Gäste bis zum Wechsel auf drei Treffer absetzten. »Die Abwehr war eine einzige Katastrophe. Dazu kamen etliche unnötige Fehlwürfe und Unachtsamkeiten«, sagte Kunz. Und so ließen sich die Gäste auf dem Weg zum dritten Auswärtssieg nicht aufhalten. Die Wettertaler bauten den Vorsprung bis zur 45. Minute auf fünf Tore aus und boten auch in der Schlussviertelstunde keine Angriffsfläche. - Tore, Kleenheim-Langgöns: Viehmann (6), Philipp Schäfer (5), Keil, Keßler (je 4), Dilges (3), Tonhäuser, Brandenburger, Barbaric (je 1). - Wettertal: Walter (8/2), Merlin Metzger (6/1), Schmidt (5), Kaus (4), Kielich (3), Zimmer, Wießner (je 2), Jatouri, Kreuzer, Kneissl, Schremmer (je 1).

0:7-Lauf der ESG nach Pause

MSG Florstadt/Gettenau - ESG Vollnkirchen/Dornholzhausen 27:21 (14:13): Michael Bepler, der Trainer der ESG, forderte für die verbleibenden Spiele im alten Jahr: »Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen.« Die Gäste kamen schlecht in die Partie. Nach zahlreichen Abwehrfehlern wurde die Deckung umgestellt, und nun lief es besser bei der ESG, die den 2:5-Rückstand (6.) in eine 9:8-Führung umwandelte. Doch bis zum Seitenwechsel hatten die Hausherren wieder die Führung übernommen. Nachdem die ESG vor der Pause im Angriff noch gute Lösungen gefunden hatte, sei es nach Wiederbeginn eine Viertelstunde wie abgeschnitten gewesen, bemerkte Bepler. Dabei hatten sich die Gäste in der Pause so viel vorgenommen. »Doch das hat nur zwei Minuten geklappt.« So führte Vollnkirchen/Dornholzhausen nach 32 Minuten mit 15:14, lag zwölf Minuten später aber mit 15:21 zurück. Die Entscheidung war damit praktisch gefallen. Zehn Minuten vor dem Ende hieß es 23:16 für die MSG, die den deutlichen Vorsprung sicher über die Runden brachte. - Tore, Florstadt/Gettenau: Peppler (4/2), Grosso (4), Wagner, Baumgartl, Wenisch, Schildger, Potschka, Briesen (je 3), Greife (1). - Vollnkirchen/Dornholzhausen: Schindowski (5/1), Droß, Ahl (je 5), Uhl, Lindenstruth (je 3).

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Freude bei der HSG Linden über den Heimsieg und die Tabellenführung - links Simon Semmelroth, rechts Trainer Conrad Melle. © Harald Friedrich

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