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Tennis

"Doppel-Wende" kurz vor Platzöffnung

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Der erste Schritt ist getan. Die Anlagen sind geöffnet. Sogar Doppel sind erlaubt - mit dem gebotenen Abstand. Ob ein Wettkampfbetrieb unter diesen Bedingungen stattfinden kann, bleibt fraglich.

Die Anlagen der Tennisklubs sind seit vergangenen Samstag geöffnet. Großes Aufatmen machte sich breit. Dennoch hatten die Verantwortlichen alle Hände voll zu tun, um ein geeignetes Maßnahmen- und Hygieneprogramm umzusetzen. Sonst kann es mit der Herrlichkeit schnell vorbei sein. Gesundheitsamt, Gemeinde, Bundesregierung, hessische Staatskanzlei. Alle haben etwas mitzuteilen. Alle Vorschriften und Verordnungen müssen beachtet werden. Nur gut, dass der Hessische Tennis-Verband die vielen Regeln für seine Vereine zusammenfasst und diesen zur Verfügung stellt.

So stand das erste Wochenende mit Freilufttennis im Landkreis auch weitgehend unter einem guten Stern. Beim TC Laubach sind die Mitglieder froh, wieder auf den Plätzen zu sein (Bild). "Die Spieler haben sich vorbildlich an die Regeln gehalten", verrät Vorsitzender Martin Schmier. Dennoch: Die Terrasse ist abgesperrt, die Gastronomie geschlossen. "Die Leute vermissen ihr Schöppchen danach. Aber ich denke, dass das auch bald geht."

Ein echter Überraschungseffekt stellte sich vielerorts ein, als bekannt wurde, dass nicht nur Einzel möglich sind. So weist der HTV auf seiner Homepage explizit darauf hin, dass sowohl Doppel als auch Trainingseinheiten mit vier Spielern auf dem Platz erlaubt sind. Die Gastronomie auf den Terrassen darf seit Freitag wieder ihren Betrieb aufnehmen. Alles gilt natürlich nur unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln.

Ausführlich informiert der TC Krofdorf-Gleiberg auf seiner Homepage. Ein Bildchen zeigt das Einbahnstraßensystem, das den Zu- und Weggang zu bzw. von den Plätzen erklärt. Ein Plan zur Platzbelegung sorgt dafür, dass sich so wenig Sportler wie möglich über den Weg laufen. Noch dazu appellieren die Krofdorfer an die Mitglieder, wenn möglich die frühen Stunden des Tages als Trainingszeit zu nutzen. Peter Runzheimer ist Corona-Beauftragter am Falkenberg. "Wir waren gut besucht am ersten Wochenende. Es wurde regelmäßig gespielt, unter Einhaltung der Regeln", sagt er. "Bei den Doppeln darf man eben nicht so verbissen um jeden Punkt kämpfen", kommentierte Runzheimer die überraschende "Doppel-Wende" der Behörden. Mit ein wenig Anstand sollte also der Abstand einzuhalten sein.

Der HTV gibt auf seiner Internetseite umfangreiche Empfehlungen. Nicht immer ist die Absicht dahinter für den Laien sofort verständlich. Beim Trainingsbetrieb mit Trainer ist der Coach beispielsweise für das Sammeln der Bälle verantwortlich; es sei denn, die Spieler nutzen Ballsammelröhren. Ist jedoch kein Trainer anwesend, kann er auch keine Bälle sammeln. "Der HTV unterscheidet zwei Fälle", erklärt Burkhard Rustige. "Tennis spielen auf der einen Seite und echtes Training mit Trainer auf der anderen. Im zweiten Fall darf nur der Coach die Bälle anfassen." Wie der Abteilungsleiter des TV Watzenborn zu verstehen gibt, ist der offizielle Trainingsbetrieb bei den Pohlheimern noch nicht angelaufen. Die ersten Tage, die die Anlage am Schwimmbad geöffnet war, stimmten Rustige recht zufrieden. "Es war angenehm zu sehen, wie konsequent und gut alles eingehalten wurde. Da wir über sieben Plätze verfügen, haben sich keine Schlangen gebildet."

Nicht immer einfach ist die Informationsflut, die die Vereine "überschwemmt". Die Watzenborner Tennisspieler sind - wie nur wenige ihrer mittelhessischen Sportkameraden - Teil eines Turnvereins, der elf Sparten umfasst. Rustige, der regelmäßig an den Vorstandsitzungen des Gesamtvereins teilnimmt, bekommt mit seinen TVW-Kollegen u. a. Corona-Input vom Pohlheimer Bürgermeister, vom Sportkreis Gießen und vom Hessischen Turnverband. "Aber die Information durch den Tennisverband ist schon erstklassig", stellt der Abteilungsleiter klar, dass man sich vor allem auf die Empfehlungen des Fachverbands verlassen kann.

In Sachen Wettkampfmodus sind die heimischen Vereine derweil noch skeptisch. "Die Medenrunde ist fraglich", meint der Krofdorfer Runzheimer. Der Sportausschuss des HTV hat die ersten Rahmenbedingungen einer möglichen Freiluftsaison festgelegt. Demnach gäbe es zwar Aufsteiger, aber keine Absteiger. Der Rückzug von bereits gemeldeten Teams ist vom 18. bis 24. Mai ohne Sanktionen möglich.

Für die Laubacher erklärt Vorsitzender Schmier: "Alle sind heiß und wollen spielen." Das gilt auch für die meisten Watzenborner Medenteams. Von 20 gemeldeten Mannschaften ziehen laut Rustige fünf zurück. "Dabei handelt es sich um die Kinder unter zehn Jahren und die Erwachsenen ab 70, also die Risikogruppen."

Los gehen könnte es mit dem Wettkampfbetrieb (wenngleich ohne Abstieg) in der zweiten Juniwoche. Die Sommerrunde ist derzeit noch mit oder ohne Doppel denkbar. Jan Duut, beim HTV für Mannschaftswettbewerbe zuständig, erklärte am Montag auf Anfrage dieser Zeitung: "Wenn die Bestimmungen so bleiben, wird man wohl Doppel spielen können. Es gilt aber, weitere Änderungen der Behörden abzuwarten." FOTO: DUN

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