Dominik Mappes trägt noch bis zum Sommer das Trikot der Eulen Ludwigshafen, dann kehrt er zu seinem Heimatverein TV 05/07 Hüttenberg zurück.	FOTO: IMAGO
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Dominik Mappes trägt noch bis zum Sommer das Trikot der Eulen Ludwigshafen, dann kehrt er zu seinem Heimatverein TV 05/07 Hüttenberg zurück. FOTO: IMAGO

Handball

Dominik Mappes: »Es kann Großes entstehen«

Zurück zu den Wurzeln: Dominik wechselt im Sommer aus Ludwigshafen nach Hüttenberg. Im Interview spricht er über seine Beweggründe und wie er die Zukunft bei seinem Heimatverein sieht.

Der verlorene Sohn kehrt zurück« - so titelte Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg am Mittwoch seine Meldung über seinen Transfercoup zur neuen Saison. Nach drei Jahren Abstinenz kehrt Spielmacher Dominik Mappes im Sommer zurück zu seinem Heimatverein. Emotional war er 2018 vor dem Hüttenberger Sportzentrum verabschiedet worden und seinem vorigen Trainer Adalsteinn Eyjólfsson zum Bundesligisten HC Erlangen gefolgt. Nach einem enttäuschenden, aber lehrreichem Jahr verließ Mappes Erlangen Richtung Eulen Ludwigshafen. Mit nun 26 Jahren ist er Familienvater - weshalb er sich nun auch aus »familiären Gründen« für eine Rückkehr in die Heimat entschied. Eine absolute Herzensentscheidung des Familienmenschen Dominik Mappes, der dafür auch Angebote anderer Vereine ausschlug.

Dominik Mappes, was war Ihr Gefühl, nachdem jetzt klar war, dass es für Sie wieder in die Heimat geht?

Es ist natürlich ein schönes Gefühl, wieder nach Hause zu kommen. Wieder bei der Familie zu sein, gerade mit unserem Kleinen. Er war ja auch ein großer Grund für die Entscheidung. Es sind einfach positive Gefühle.

Wie kam das Ganze jetzt zustande, der Kontakt zu Hüttenberg, aber dann letztlich auch der Wechsel ?

Naja, abgebrochen ist der Kontakt nach Hüttenberg sowieso ja nie. Ich habe mir dann, gemeinsam mit meiner Freundin Sina, Gedanken gemacht, was für uns als Familie jetzt der nächste Schritt sein kann oder soll. Und da sind wir zu der Entscheidung gekommen, weil insbesondere mit dem Kleinen auch ein anderes Denken da ist, wieder in die Heimat zu wollen. So kam es dann auch zum Kontakt mit Hüttenberg und wir hatten gute Gespräche. Am Ende hat dann auch einfach das Gesamtpaket in Hüttenberg für uns am besten gepasst.

Sie sind ausgebildeter Sport- und Fitnesskaufmann. Werden Sie als Vollprofi beim TVH arbeiten oder wie stellt sich das Berufliche neben dem Sport demnächst für Sie dar?

Ich mache ja aktuell nebenbei ein Fernstudium im Bereich Sportmanagement. Das werde ich neben dem Handballspielen auch weiterführen.

Kommen wir zum Sportlichen. Jetzt ist das eine sehr junge Mannschaft, die da auf Sie in Hüttenberg wartet. Der Verein hat Ihnen sofort die Führungsposition zugesprochen. Was erwarten Sie für Aufgaben, die auf die Mannschaft und auf Sie persönlich zukommen?

Also erstmal weiß ich natürlich, dass ich als Führungsspieler geholt wurde. Das möchte und will ich aber auch sein. Klar ist das eine sehr junge Mannschaft. Ich glaube, über die Hälfte der Mannschaft ist noch unter 23 Jahre alt. Ich mit meinen 26 jetzt bin auch nicht der Älteste. Trotzdem glaube ich, dass es eine ganz gute Mischung ist mit den anderen wie Christian Rompf, Stefan Kneer oder Tobias Hahn. Meine Erwartung ist natürlich eine hungrige Mannschaft, die sehr, sehr viel Potenzial hat. Mit der ich in den Prozess gehen will, Schritte voranzugehen. Natürlich wird so etwas Zeit brauchen, aber ich bin sehr optimistisch, da die Mannschaft auf jeder Position doppelt gut besetzt ist. Dazu ist mit Johannes Wohlrab ein junger, moderner Trainer dort, sodass ich glaube, dass da etwas wachsen und sehr Großes entstehen kann.

Welche Erfahrungen aus den letzten Jahren erste Liga wollen Sie mit in die Mannschaft einbringen?

Vor allem habe ich die letzten Jahre gelernt, mit Niederlagen umzugehen (lacht). Nein, ich weiß jetzt besser mit Phasen umzugehen, wenn es mal im Spiel nicht läuft. Die Lehren, die man dann daraus ziehen muss, will ich an die Jungs weitergeben. Klar habe ich auch noch eigene Entwicklungsschritte vor mir, trotzdem will ich der Mannschaft bei Fragen und mit Rat zur Seite stehen. Da ist auch egal, ob das Sportliches oder auch Privates ist. Ich war selbst in dem Alter der jüngeren, da hat man manchmal auch noch andere Sachen im Kopf. Das kann ich mit meinen 26 Jahren jetzt anders einschätzen und werde der Mannschaft helfen, wo es nur geht.

Gab es schon viele Reaktionen aus der Heimat, über die Sie sich gefreut haben?

Ja, auf jeden Fall. Ich fand es sehr schön, dass sich viele Fans bei mir gemeldet haben und sie auch gleich sagten, sie würden sich für kommende Saison eine Dauerkarte holen wollen. Das ist für mich natürlich eine riesige Wertschätzung. Auch Fans der HSG Wetzlar haben sich bei mir gemeldet. Es war schon schön zu sehen, dass man nicht vergessen wurde in der Heimat.

Vier Jahre Vertragslaufzeit bis 2025 - etwas, was sehr ungewöhnlich im Handball heutzutage ist. Gleichzeitig wirkt es wie ein Zeichen nach innen und außen. Wie beurteilen Sie das?

Klar, das ist schon eine große Wertschätzung, gerade in der aktuellen Situation, einen Vertrag über eine solche Laufzeit zu bekommen. Es war aber eben auch, um zu zeigen, dass in Hüttenberg wieder was aufgebaut wird und wir Großes vorhaben. Am schönsten wäre es natürlich, wieder an die »Goldenen Zeiten« anzuknüpfen. Außerdem gibt so ein Vertrag meiner Familie und mir auch eine Planungssicherheit.

Zum Abschluss: Manch einer in Hüttenberg spricht schon davon, Sie könnten so ein bisschen in die damalige Rolle Ihres jetzigen Sportlichen Leiters, Florian Laudt, schlüpfen, der ebenfalls nahezu seine gesamte Karriere beim TV 05/07 Hüttenberg verbracht hat.

Ich habe schon den Anspruch, eine Identifikationsfigur zu sein. Wir wollen den Verein voranbringen, weiterentwickeln und auch Zeichen nach Außen setzen. Natürlich haben wir langfristige Ziele, und ich bin bereit, in allen Bereichen den Verein zu unterstützen, als einer, der vorangeht. Was wir am Ende dann erreichen, das wird man sehen müssen.

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