Jonas Heuer trifft am Sonntag mit seiner HSG Wetzlar U 19 im Viertelfinal-Hinspiel um die deutsche Meisterschaft in der Sporthalle Dutenhofen auf den SC Magdeburg. (Foto: ras)
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Jonas Heuer trifft am Sonntag mit seiner HSG Wetzlar U 19 im Viertelfinal-Hinspiel um die deutsche Meisterschaft in der Sporthalle Dutenhofen auf den SC Magdeburg. (Foto: ras)

Dominator der Nordstaffel in Dutenhofen zu Gast

(lme) Für die U 19 der HSG Wetzlar beginnt am Sonntag die heiße Phase der Saison. Mit dem Viertelfinal-Hinspiel gegen den SC Magdeburg starten die Playoffs um die deutsche Meisterschaft. Leichte Gegner gibt es nicht mehr. Auch darum sagt Coach Weber: "Meine Jungs müssen 100 Prozent abrufen!"

Um 15 Uhr erfolgt in der Sporthalle Dutenhofen der Anpfiff gegen den Tabellenersten der Nordstaffel der Jugendhandball-Bundesliga, die Pforten der Spielstätte öffnen sich eine Stunde vorher. Nach der starken Spielzeit 2014/15, in der die A-Jugend der Wetzlarer bis ins Finale marschiert war, hat sich die HSG in dieser Saison erneut gesteigert. Coach Thomas Weber ist trotzdem vorsichtig: "Das wird kein einfaches Spiel für uns. Dennoch wollen wir einen Vorsprung mit nach Magdeburg nehmen."

Keine Frage: Wetzlar hat sich den Viertelfinal-Einzug verdient. Nach dem Tränenmeer von Leipzig im Mai 2015 verließen zwar mit Stefan Hanemann und Jonas Müller tragende Akteure den Jugendbereich und stießen zu den Männermannschaften, dennoch steigerte sich das Team nochmals. Knapp ein Jahr später hat es Trainer Weber geschafft, eine Einheit zu formen und seiner Truppe die Siegermentalität implementiert.

Torhüter Till Klimpke und Juniorennationalspieler Hendrik Schreiber kamen beide im Sommer aus der B-Jugend und wurden zu festen Größen. Und auch die Spieler, die im letzten Jahr im Viertelfinale standen, haben sich alle weiter gesteigert. Rechtsaußen Tim Rüdiger stieß im Sommer ebenfalls aus der U 17 zum Team und bildet mit Jonas Heuer eine der stärksten Flügelzangen der Liga. Max Leger, im letzten Jahr noch der Backup für Spielmacher Lukas Gümbel, ist nach dessen Verletzung in der Rückrunde weiter gewachsen.

SCM dominiert Nordstaffel

Generell hat Weber weiter an seinem System gefeilt: Die Abwehr präsentiert sich noch stabiler. Im Angriff spielt Wetzlar routinierter und sicherer die eigenen Angriffe. Einen großen Teil ihrer Partien in der Oststaffel gewannen die Grün-Weißen mit mehr als zehn Toren Differenz! Zudem scheint die Truppe insgesamt variabler. Rückblick: Das Finale in Leipzig verloren die Grün-Weißen auch, weil Weber lange kein Mittel für die Manndeckung gegen Gümbel fand. "Auf unseren Positionen hat sich einiges getan, aber wir haben mit dem neuen Jahrgang 1998 keine Qualität verloren. Die sind auf demselben Level", erklärt Weber.

Mit dem SC Magdeburg trifft die HSG nun auf eines der besten Teams der laufenden Saison. In der Nordstaffel ließen die Junioren von Trainer Martin Ostermann sogar den THW Kiel und die Füchse Berlin hinter sich. "Ich sehe Wetzlar von der Leistung her mit Leipzig auf Augenhöhe. Insgesamt ist die Oststaffel aber eher schwer einzuschätzen", so SCM-Trainer. "Sie sind extrem heimstark und leben wie wir von ihrem starken Torhüter und dem Konterspiel."

Die Philosophie der Gäste von der Elbe, die im Jugendbereich auf das Sportinternat des Landessportbundes zurückgreifen können, ist im Grunde vergleichbar mit dem, was Weber vor zwei Jahren in Wetzlar einführte. Der SCM spielt eine 6:0-Deckung mit sehr hochgewachsenen Spielern. Gerade Leon Rastner auf der rechten und Marcel Popa auf der linken Halben überzeugen durch ihre Zweikampfstärke und Wurfaktionen aus dem Rückraum. "Wir müssen diese Kerle in Bewegung bringen und dürfen keine unvorbereiteten Abschlüsse machen", sagt Weber.

SCM-Coach Martin Ostermann übernahm die A-Jugend des SCM vor der Saison 2014/15 und führte sie in seiner zweiten Saison bis auf Platz eins der Liga. Genau wie HSG Wetzlar feierte Magdeburg in der laufenden Spielzeit 21 Siege, bei nur einer Niederlage. "Entscheidend war für uns das Spiel gegen Potsdam. Zu gewinnen war zwar schwer, danach konnten wir dann aber gegen die Füchse Berlin frei aufspielen", so Ostermann. Mit dem 26:25 in der Hauptstadt stieß Magdeburg die Tür zum Viertelfinale weit auf.

Einen ähnlichen Moment gab es auch bei Wetzlar. Nach einem bärenstarken Auftakt in die Saison, in der die Weber-Sieben nur in Leipzig unterlag, traf die HSG am letzten Spieltag der Hinrunde auf den TV Hüttenberg. Die guten Leistungen in den Vorwochen standen nun auf dem Prüfstand. Wetzlar behielt die Nerven und zeigte den bis dahin stärksten Auftritt der Saison. Mit dem 28:17 im Rücken gab das Team durch Lukas Gümbel zu Protokoll: "Wir haben allen gezeigt, dass wir erneut in das Viertelfinale wollen."

Seit gut einem Jahr ungeschlagen

Mit einer Serie von zehn Siegen im Rücken empfing Wetzlar zwei Monate später Leipzig in der Sporthalle Dutenhofen und nahm eindrucksvoll Revanche für die Finalpleite. Das 26:20 der Grün-Weißen beendete die fast zweijährige Siegesserie der Sachsen in der Liga. "Das war die Bestätigung für mich, dass wir auf dem richtigen Weg sind", so Weber. Mit 17 Siegen in Folge und in den Heimspielen seit knapp einem Jahr ungeschlagen, kommt es für den Vizemeister nun gegen Magdeburg zum nächsten Härtetest.

Allerdings sind die Grün-Weißen gewarnt. Viele der Akteure des SCM haben bereits Erfahrungen in der dritten Liga gesammelt, sind es gewohnt, vor großem Publikum zu spielen und körperlich den Weber-Junioren überlegen. "Magdeburg ist im Jugendbereich immer oben mit dabei. Da steckt eine tolle Internat-Arbeit dahinter. So etwas können wir anhand unserer Strukturen in Wetzlar gar nicht leisten", so Weber. Dass es aber auch ohne Internatsstrukturen funktioniert, das bewiesen die jungen Wetzlarer bereits im vergangenen Jahr.

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