RSV-Zugang Ian Sagar beim Wurf gegen Lukas Jung (r.) und Dennis Nohl (l., beide Trier). FOTO: ADH
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RSV-Zugang Ian Sagar beim Wurf gegen Lukas Jung (r.) und Dennis Nohl (l., beide Trier). FOTO: ADH

Dominanter RSV beim Auftakt

  • vonAndreas Joneck
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(aj). Nach 252 Tagen ohne Pflichtspiel hat der RSV Lahn-Dill einen überaus souveränen Auftakterfolg in die neue Saison 2020/2021 auf das Parkett der Arena Trier gelegt und einen am Ende klaren 92:63 (26:10/39:36/66:43)-Auswärtssieg bei den Doneck Dolphins eingefahren. Lediglich im zweiten Viertel stockte das Spiel der Wetzlarer, die den Grundstein zum Erfolg vor allem durch eine starke Leistung unter den Körben legten.

So freuten sich am Ende Dominik Mosler und Michael Auprince über zusammen 44 Punkte und 19 Rebounds, die sie zum Erfolg beisteuern konnten. Doch den entscheidenden Faktor zum Sieg sah Cheftrainerin Janet Zeltinger vor allem in der Leistung der Lowpointer, die mit ihrem starken Auftritt die Lücken in der Dolphins-Defensive für Teamkollegen vorbildlich erarbeiteten. So verwunderte am Ende eine 47:25-Reboundüberlegenheit wenig, die der Gast aus Mittelhessen zu 52 Punkten unter dem Korb der Gastgeber nutzte, während dieser im Gegenzug in der RSV-Zone nur zu 18 Zählern kam.

Den Reigen eröffnete jedoch Nationalspieler Thomas Böhme nach nur sechs Sekunden Spielzeit mit einem erfolgreichen Dreier von jenseits der 6,75-m-Linie, der zugleich der allererste Korb der neuen Spielzeit 2020/2021 in der RBBL war. Dem 3:0 (1.) ließen dann Weltmeister Simon Brown und der ebenfalls in der Startformation stehende Australier Michael Auprince schnell das 13:4 (5.) folgen. Auch wenn die Gastgeber aus Trier in der Folge besser in die Partie fanden, war es Auprince, der beim 15:7 (6.) bereits seinen achten Punkt der Partie erzielen konnte.

Noch im ersten Viertel brachte Cheftrainerin Zeltinger mit Dominik Mosler, Annabel Breuer und Zugang Ian Sagar drei Neue auf das Parkett, die sich nahtlos in das gute Spiel einfügten. Der Brite Sagar, im Sommer aus dem italienischen Bergamo zum RSV Lahn-Dill gewechselt, konnte dann 27 Sekunden vor Ende des ersten Abschnitts mit einem Freiwurftreffer zum 22:9 seinen ersten Punkt für seinen neuen Klub erzielen.

In den zweiten zehn Spielminuten ließ Sagar gleich zu Beginn zwei weitere sicher verwandelte Freiwürfe folgen, ehe der Motor der Gäste aus Mittelhessen dann deutlich ins Stocken geriet. Vor allem die vielen guten Anspiele unter den Korb der Dolphins konnte die Mannschaft von Bundesliga-Scharfschütze Dirk Passiwan in der Folge erfolgreich verhindern, zu statisch und langsam agierten die Wetzlarer urplötzlich. Über 18:28 (13.) durch Ryan Wright und 29:36 (18.) durch Passiwan selbst sorgte wenige Sekunden vor der Halbzeitsirene ein Dreier des langjährigen RBBL-Rekord-Korbschützen für den 36:39-Anschluss der Gastgeber zur Pause.

Doch wer nun glaubte, dieser psychologisch wichtige Anschluss würde den 13-maligen Meister aus Mittelhessen nach dem Seitenwechsel ins Wanken bringen, sah sich getäuscht. Janet Zeltinger und ihr Co-Trainer Günther Mayer fanden in der Kabine die richtigen Worte, und so kamen die Wetzlarer aus der Pause, um ihr traditionell stärkstes Viertel zu absolvieren. Die ersten neun Punkte erzielte wie zum Beginn erneut der Australier Auprince, der seine Farben damit wieder auf 48:38 (34.) davonziehen ließ, ehe Böhmes zweiter Dreier einen 18:2-Lauf der Gäste einläutete. In dieser Phase war es vor allem Brian Bell, der mit tollen Assists Mosler bediente, der dieser Vorlagen hochprozentig einnetzte. Der Pole Mosler mit 73 Prozent und der Australier Auprince mit 72 Prozent unterstrichen an diesem Tag die gute Trefferquote des RSV Lahn-Dill in Trier eindrucksvoll.

Ein einseitiges viertes Viertel

Auf der Gegenseite war es im abschließenden vierten Spielabschnitt nun Neuzugang Dennis Nohl, der sich immer wieder gut in Szene setzen konnte und maßgeblich dazu beitrug, dass die im dritten Viertel mit 26:7 für die Wetzlarer einseitige Partie wieder ausgeglichener verlief.

"Nach einem guten Start haben wir vor allem in der zweiten Halbzeit einige Kleinigkeiten in unserem Spiel verändert, die letztendlich den Ausschlag gegeben haben", freute sich am Ende Cheftrainerin Zeltinger über einen souveränen Auftakterfolg in einer gespenstisch leeren Arena Trier. Am Wochenende hat der RSV aufgrund der in den Februar verlegten Heimpartie gegen Wiesbaden zunächst spielfrei, ehe der Spielplan die Mittelhessen Mitte des Monats nach München führen würde. Ob diese Partie stattfinden kann, ist momentan noch nicht klar, sodass Böhme und Co. auch bereits ihre Heimpremiere in der Rittal Arena Wetzlar am 21. November gegen Hannover im Fokus haben.

Trier: Passiwan (29/2 Dreier), Nohl (10), Dorner (9/1), Wright (7), Rossi (4), Ebertz (2), Likic (2), Finger, Jung, Depping (n.e.). / Lahn-Dill: Mosler (24), Böhme (20/2), Auprince (19), Bell (14/2), Sagar (9), Brown (4), Beissert (2), Breuer, Huber, Mizan, Weiß.

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