Dömges dreht Rückstand und holt Titel

(uwg/kel) Inka Dömges heißt die neue Tischtennis-Hessenmeisterin. Elf Jahre nach ihrem ersten Triumph gelangte sie nun bei den in Offenbach-Bürgel ausgetragen Titelkämpfen zum vierten Mal ganz oben auf das Treppchen des Einzelwettbewerbs.

Im Finale besiegte die Spielerin des Zweitligisten NSC Watzenborn-Steinberg ihre Mannschaftskollegin Angelina Gürz. Dabei holte Dömges einen 1:2-Satzrückstand auf und siegte mit 7:11, 12:10, 9:11, 11:7, 11:6 und 11:9. Gürz blieb so der dritte Titel in Folge verwehrt.

Dömges erhöhte nach dem Rückstand die Schlagzahl und drehte die Partie mit harten parallelen Topspins von Vor- und Rückhand zu ihren Gunsten. "Spiel den Ball auf den Tisch und laufe viel", war ihr Erfolgsrezept gegen die Konterspielerin. "Ich wollte nicht hoch verlieren gegen Angie", freute sich Dömges über den unerwarteten Titelgewinn. "Wenn Inka im Kopf stark ist, ist sie kaum zu schlagen. Ich habe einfach zu passiv gespielt, war zu ängstlich und habe zu wenig Druck gemacht", berichtete die geschlagene Titelverteidigerin.

NSC-Duo konkurrenzlos

In der Doppelkonkurrenz traten die beiden Endspielkontrahentinnen gemeinsam an. Als Duo waren sie nicht zu schlagen. Mit nur einem Satzverlust holten sich Dömges/Gürz die Goldmedaille. Bronze ging an Christine Apel, die ebenfalls für das Watzenborner Zweitligateam spielt. An der Seite von Jessica Nies (TTC Staffel) scheiterte sie erst im Halbfinale an Sonja Bott/Alena Lemmer (Darmstadt 98/GSV Baunatal). Eine Runde zuvor hatten sich Apel/Nies den Sprung unter die ersten vier hart erkämpft, als sie gegen Clarissa Benz/Katharina Morbitzer (Darmstadt 98/TSV Besse) im Entscheidungssatz mit 11:9 die Nase vorn hatten. Im Einzel gelangte Apel bis in das Vierterlfinale. Die Konterspielerin hatte in der zweiten Hauptrunde Schülernationalspielerin Alena Lemmer ausgeschaltet, verpasste aber den Einzug ins Halbfinale durch eine 2:4-Niederlage gegen Clarissa Benz. "Wenn man Lemmer schlägt, muss man gegen Benz noch lange nicht gewinnen. Sie kennt mich gut und ich erkenne an, dass sie besser war", war die Linkshänderin mit ihrer Leistung keineswegs unzufrieden.

Als vierte heimische Akteurin startete Julia Zitzer aus dem Oberliga-Team des NSC in den Damen-Wettbewerb. Als Zweitplatzierte ihrer Vorrundengruppe gelang ihr der Einzug in die Hauptrunde. Dort war dann jedoch für sie in der ersten Runde Endstation. Ohne Erfolg blieb Julia Zitzer im Doppel zusammen mit der Lauterbacherin Sarah Trojahn.

Absagen mussten ihre Teilnahme zwei Mitfavoritinnen. Lena Krapf (Darmstadt 98) fiel verletzt aus, während sich die NSClerin Désirée Czajkowski in der Vorbereitung auf ihr Staatsexamen befindet. Bei den Herren musste der Hessenmeister des Jahres 2010, Steffen Mengel von der TG Hanau, verletzungsbedingt passen. Seine Mannschaftskollegen Patrick Franziska und Ruwen Filus standen sich dafür im Endspiel gegenüber. In diesem verteidigte Franziska seinen Titel. Das Finale der Doppel-Konkurrenz bestritten Franziska/Filus gemeinsam und siegten über Matthias Bomsdorf/Hans-Jürgen Fischer (TTC Seligenstadt/TTC Fulda-Maberzell). Die Bronzemedaille sicherten sich Marc Rode vom NSC Watzenborn-Steinberg und Gregor Surnin (TG Nieder-Roden). Sie hatten im Viertelfinale dem Duo Conny Schmidt/Nasratullah Nuri (NSC W.-Steinberg/SV Mittelbuchen) das Nachsehen gegeben.

Unter die letzten acht gelangten auch der Beuerner Frank Stephan (TuS Nordenstadt) und Torsten Mähner (TTC Fulda-Maberzell). In der Runde zuvor hatten sie den ebenfalls aus Beuern stammenden Dominik Scheja besiegt, der zusammen mit Julian Mohr (beide TTC Ober-Erlenbach) antrat. Zu Beginn waren Stephan/Mähner verantwortlich für das direkte Aus von Nico Grohmann (NSC) und Tobias Schneider (TTC Herbornseelbach).

"Näher an den Topleuten"

Im Einzel der Herren schafften Nico Grohmann und Frank Stephan nicht den Sprung in die Hauptrunde. Jeweils als Sieger ihrer Vorrundengruppen gelang dies Dominik Scheja und Conny Schmidt. Für Scheja war dann Endstation, während es für Schmidt weiterging. Im Achtelfinale besiegte er Matthias Bomsdorf, ehe er im Anschluss dem sechsfachen Hessenmeister Hans-Jürgen Fischer unterlag. Unter die besten vier kam Marc Rode. Er zeigte in der Vorschlussrunde einen starken Auftritt, musste aber letztlich Abwehrspezialist Ruwen Filus den Vortritt lassen. Seine zweite Bronzemedaille war da Marc Rode allerdings schon nicht mehr zu nehmen. "Ich war gegen Filus anfangs zu hektisch. Gegen Abwehr muss man locker und nicht fest spielen", freute sich der 15-Jährige dennoch über seinen starken Auftritt im Halbfinale.

"Ich bin näher an die Topleute herangekommen. Ich wollte mich für die Deutsche Meisterschaften qualifizieren. Das ist mir auch gelungen."

Die Platzierungen / Damen, Einzel: 1. Inka Dömges, 2. Angelina Gürz (beide NSC W.-Steinberg), 3. Sonja Bott und Clarissa Benz (beide Darmstadt 98). – Doppel: 1. Dömges/Gürz (NSC), 2. Bott/Lemmer (Darmstadt 98/GSV Baunatal), 3. Ciepluch/Vossler (GSV Baunatal) und Apel/Nies (NSC/TTC Staffel).

Herren, Einzel: 1. Patrick Franziska, 2. Ruwen Filus (beide TG Hanau), 3. Marc Rode (NSC), 3. Hans-Jürgen Fischer (TTC Fulda-Maberzell). – Doppel: 1. Franziska/Filus (TG Hanau), 2. H.-J. Fischer/M. Bomsdorf (TTC Fulda-Maberzell/TTC Seligenstadt), 3. Mengel/Schabacker (TTC Ober-Erlenbach/Nieder-Roden) und Rode/Surnin (NSC/TG Nieder-Roden).

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