Die Freude muss raus: Der TV Hüttenberg feiert den Sieg über Hildesheim im Kreis. Nach dem Erfolg gegen die ebenfalls abstiegsbedrohten Niedersachsen überholt der TVH die Eintracht. 	(Foto: ras)
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Die Freude muss raus: Der TV Hüttenberg feiert den Sieg über Hildesheim im Kreis. Nach dem Erfolg gegen die ebenfalls abstiegsbedrohten Niedersachsen überholt der TVH die Eintracht. (Foto: ras)

»Dobomráz« hält Hoffnung am Leben

Teilziel erreicht. Mit einem 30:25 (15:15)-Heimsieg hat sich Handball-Zweitligist TV 05/07 Hüttenberg am Gegner Eintracht Hildesheim vorbei auf den drittletzten Tabellenplatz geschoben und damit zumindest vorübergehend die spärlichen Hoffnungen auf den Klassenerhalt aufrecht erhalten.

(mro) Denn der TVH hat bei vier Absteigern immer noch sieben Punkte Rückstand auf den rettenden Platz 16. »Wir waren heute im Angriff stabil. Das zeigen auch unsere 30 Tore«, schnaufte der sechsfache Torschütze Alois Mráz nach dem Schlusspfiff durch. »Man of the Match« Tom Warnke, der am Samstagabend noch einmal mehr erfolgreich war, erkannte: »In der zweiten Halbzeit standen wir, wie in der Pause besprochen, hinten kompakter und Matthias Ritschel hat gut gehalten.« Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson war »super zufrieden mit unserem Engagement. Wir haben strukturiert nach vorne gespielt, uns an unsere Vorgaben gehalten und so viele freie Chancen bekommen. Anfangs hatten wir noch Lücken in der Deckung, aber in der zweiten Halbzeit standen wir kompakter und haben besser seitlich geschoben. Das war aus meiner Sicht spielentscheidend«.

Enttäuscht war hingegen »Mister Hildesheim«, Trainer Gerald Oberbeck, der nach Schlusspfiff kurz und bündig analysierte: »Hüttenberg hat den Sieg mehr gewollt. Sie haben fast alles getroffen, während wir mal wieder vier Siebenmeter verschießen. Damit kann man nicht gewinnen.« Von Beginn an entwickelte sich der erwartete Abstiegskrimi, in dessen erster Viertelstunde Hüttenbergs Kapitän Matthias Ritschel mit Siebenmeterparaden gegen Andreas Simon und Goran Gorenac sowie einem gehaltenen Tempogegenstoß von Maurice Lungela seine Klasse zeigte.

Seine Vorderleute hatten zunächst einige Probleme. Zwar kontrollierten die Hüttenberger den bulligen Kreisläufer Nikolaos Tzoufras besser als im Hinspiel. Dafür ließ man aber die Halbschützen der Gäste, Matthias Struck und Maurice Herbold, zu sieben Toren kommen und war nach den von Mittelmann Andreas Simon inszinierten Auslösehandlungen zu oft unsortiert. So bedeutete zwar ein Doppelschlag von Alois Mráz und Tom Warnke in der zwölften Minute das 6:4. Doch auch nach dem 9:7 von Mittelmann Damir Doborac und dem Stemmwurf-12:10 von Ragnar Jóhannsson verhinderten die Unzulänglichkeiten in der Deckung ein Absetzen.

Nach Jannik Hofmanns sehenswertem Dreher von Linksaußen zum 15:14 vergab Kreisläufer Moritz Lambrecht kurz vor dem Pausenpfiff mit einem der wenigen Hüttenberger Fehlwürfe die Chance, die Führung zur Halbzeit auszubauen. Stattdessen netzte der aus seiner Pohlheimer Zeit bekannte Christian Zufelde noch zum 15:15-Halbzeitstand ein.

Fernandes bringt Stabilität

Auch nach Wiederbeginn blieb das »Original aus Mittelhessen« bei seinen sehr diszipliniert vorgetragenen Angriffen mit einer recht niedrigen Fehlerquote. Durch die Hereinnahme von Mario Fernandes auf der zentralen Deckungsposition gelang es nun besser, den Hildesheimer Angriff zu stellen. So behielten die Hausherren weiter die Nase vorne, mussten die Gäste aber beim Überzahltor von Tzoufras zum 20:20 und dem Siebenmeter-22:22 durch Savvas Savvas zehn Minuten vor dem Ende doch wieder ausgleichen lassen.

»Wir haben es versäumt, uns früher abzusetzen«, kommentierte Martin Volk von der TVH-Marketinggesellschaft sich in dieser Phase einschleichende Fehler in der Offensive. Eyjólfsson zog nun aber mit der Hereinnahme von Marius Liebald, der in der Deckung für Damir Doborac kam, einen weiteren Joker, der sich mit zwei Ballgewinnen glänzend einführte. Im Zusammenspiel mit einem nun heiß gelaufenen Ritschel bedeuteten vier Tore in Folge zum 26:22 durch Fernandes nach Pass von Doborac in der 55. Minute die Vorentscheidung. »Als Hildesheim in den Schlussminuten die Deckung geöffnet hat, haben wir, im Gegensatz zum Spiel gegen Saarlouis, die Ruhe behalten«, konstatierte Eyjólfsson zufrieden die Fortschritte seiner Mannschaft. Andreas Scholz mit dem Tor zum 27:24 sowie die beiden anderen Routiniers Doborac und zweimal Mráz machten den Sack zum 30:25 zu

»Wir haben in der zweiten Hälfte, glaube ich, siebzig Prozent der Zweikämpfe in der Deckung gewonnen. Das war der Schlüssel zum Sieg«, strahlte Eyjólfsson nach seinem dritten Sieg als Chef auf der Hüttenberger Bank, mit dem man nach langer Zeit den vorletzten Tabellenplatz verlassen konnte.

TV 05/07 Hüttenberg: Ritschel, Schomburg; Lambrecht (2), Warnke (7/1), Scholz (1), Mráz (6), Fernandes (1), Jóhannsson (5), Hofmann (1), Schmidt (1), Doborac (6/1), Liebald, Ludwig.

Eintracht Hildesheim: Wetzel, Kinzel; Struck (4), Nikolov (2), Stüber, Simon (4/2), Przybylski, Zechel, Lungela (1), Zufelde (2), Tzoufras (4), Herbold (4), Gorenac (1), Savvas (3/3).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Linker/Schmidt (Herne). – Zuschauer: 912. – Zeitstrafen: 6:4 Minuten. – Siebenmeter: 3/2:10/6.

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