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Djokovic und Muguruza siegen, Deutsche schlecht wie lange nicht mehr

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Novak Djokovic konnte beim Finale gegen Andy Murray in Paris seinen ersten und langersehnten French-Open-Sieg einfahren.
Novak Djokovic konnte beim Finale gegen Andy Murray in Paris seinen ersten und langersehnten French-Open-Sieg einfahren. © dpa

Bei den am vergangenen Wochenende in Paris zu Ende gegangenen French Open haben der Serbe Novak Djokovic und die Spanierin Garbiñe Muguruza die Einzelmatches für sich entschieden. Im Herren-Doppel konnten ebenfalls zwei Spanier überzeugen, das Damen-Doppel wurde zum Heimsieg für zwei Französinnen. Die deutschen Tennisprofis sind früh ausgeschieden.

Novak Djokovic hat das geschafft, wovon jeder Tennisprofi träumt: Am vergangenen Sonntag hat er erstmals die French Open gewonnen und damit jedes der vier großen Grand-Slam-Turniere mindestens einmal für sich entschieden. Der Serbe gewann gegen den Weltranglistenzweiten Andy Murray in einem einseitigen Finale mit 3:6, 6:1, 6:2 und 6:4. Nach drei Stunden und drei Minuten verwandelte Djokovic seinen dritten Matchball auf dem Court Philippe Chatrier in Paris.

Rekordspieler Djokovic

Das sonst so launische Pariser Publikum stand ganz auf der Seite des 29-Jährigen. Schon beim Betreten des Platzes war die überwältigende Unterstützung zu hören, zu sehen und zu spüren. Drei Viertel der Zuschauer standen auf der Seite des Schützlings von Boris Becker, der übrigens selbst nie die French Open gewonnen hat.

Djokovic ist ein unglaublicher Rekordhalter:

Außerdem ist er weiterhin im Rennen um den einzig wahren Grand Slam, dem Gewinn aller vier Turniere innerhalb eines Kalenderjahres. Bei der Gesamtzahl der Grand-Slam-Siege ist Djokovic mit zwölf dem Rekordhalter Roger Federer mit siebzehn dicht auf den Fersen.

Garbiñe Muguruza siegt bei den Damen

Schon am Samstag konnte die spanische Tennisspielerin Garbiñe Muguruza die Titelverteidigerin Serena Williams besiegen. Auch für Muguruza, die auf Platz vier der Weltrangliste steht, war es der erste Gewinn der French Open. Im Finale bezwang sie ihre durch Adduktorenprobleme gehandicapte Gegnerin mit 7:5 und 6:4 und sicherte sich so das Preisgeld in Höhe von zwei Millionen Euro.

Nach einer Stunde und 43 Minuten verwandelte die Spanierin ihren fünften Matchball und lies sich erschöpft aber glücklich in die Asche fallen. Die French Open sind das einzige der vier großen Tennisturniere, bei dem auf Sand gespielt wird. Auf roter Asche wird wesentlich langsamer gespielt als auf Hartplatzbelägen oder auf Rasen. Auch deshalb stellen die French Open eine besondere Herausforderung dar und dauern länger als die anderen Turniere.

Doppel-Siege für Spanier und Französinnen

Das Herren-Doppel, dessen Finale ebenfalls am Samstag ausgetragen wurde, konnten die beiden Spanier Feliciano Lopez und Marc Lopez gewinnen. Sie bezwangen die aus den USA stammenden Zwillinge Bob und Mike Bryan mit 6:4, 6:7(6) und 6:3. Lopez und Lopez sicherten sich damit ihren ersten Erfolg in Paris und zugleich eine halbe Million Euro als Siegesprämie. Die beiden 38-jährigen Amerikaner verpassten ihren dritten Sieg bei den French Open nach 2003 und 2013.

Am letzten Tag des Tennisturniers wurde auch das Endspiel im Damen-Doppel bestritten. Die Französinnen Caroline Garcia und Kristina Mladenovic konnten einen Heimsieg einfahren. Sie bezwangen das russische Duo Jekaterina Makarowa und Jelina Wesnina im Finale mit 6:3, 2:6 und 6:4. Der French-Open-Sieg im Doppel war für die beiden Siegerinnen der bisher größte gemeinsame Erfolg. Auch sie erhielten 500.000 Euro als Gewinnprämie.

Deutsche Tennisprofis schieden früh aus

Vor Beginn der French Open musste einige Topspieler, die eigentlich einen gesetzten Startplatz gehabt hätte, ihre Turnierteilnahme absagen. Die Schweizerin Belinda Bencic klagte über anhaltende Rückenschmerzen und auch ihr Landsmann Roger Federer konnte wegen einer Rückenverletzung in Paris nicht auf dem Platz stehen. Der Franzose Gaël Monfils lag mit einer Virusinfektion flach und die Dänin Caroline Wozniacki konnte wegen einer Knöchelverletzung nicht antreten. Maria Sharapova wurde bei einem Dopingtest bei den Australian Open im Januar 2016 positiv getestet und von der ITF deshalb für die French Open vorsorglich gesperrt. Auch Alexander Dolgopolow aus der Ukraine trat nicht an.

Aus Deutschland sind insgesamt 17 Tennisstars angetreten, darunter Größen wie Andrea Petkovic, Sabine Lisicki und Angelique Kerber. Alle zehn deutschen Tennisdamen haben sich bei den French Open 2016 nicht mit Ruhm bekleckert. Erstmals seit 2010 fand das Achtelfinale ohne deutsche Beteiligung statt. Mit dem Aus für Alexander Zverev kurz vor dem Achtelfinale war auch der letzte der sieben deutschen Herrn aus dem Turnier geflogen. Trotzdem muss mit dem 19-Jährigen in den nächsten Jahren noch gerechnet werden.

French-Open-Gewinner der letzten sechs Jahre
HerrenDamenHerren-DoppelDamen-Doppel
2011Rafael Nadal (Spanien)Li Na (China)\nMax Mirny (Weißrussland),\nDaniel Nestor (Kanada)Andrea Hlaváčková, Lucie Hradecká (Tschechien)
2012Rafael Nadal (Spanien)Marija Scharapowa (Russland)\nMax Mirny (Weißrussland),\nDaniel Nestor (Kanada)Sara Errani, Roberta Vinci (Italien)
2013Rafael Nadal (Spanien)Serena Williams (USA)Bob Bryan, Mike Bryan (USA)\nJekaterina Makarowa,\nRussland Jelena Wesnina (Russland)
2014Rafael Nadal (Spanien)Marija Scharapowa (Russland)Julien Benneteau, Édouard Roger-Vasselin (Frankreich)Hsieh Su-wie, Peng Shuai (China)
2015Stan Wawrinka (Schweiz)Serena Williams (USA)Ivan Dodig (Kroatien), Marcelo Melo (Brasilien)\nBethanie Mattek-Sands\n(USA), Lucie Šafářová (Tschechien)
2016Novak Djokovic (Serbien)Garbiñe Muguruza (Spanien)Feliciano López, Marc López (Spanien)Caroline Garcia, Kristina Mladenovic (Frankreich)

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