DiLeo passt ins Muster

(kus/pm) Denis Wucherer, der Trainer der Gießen 46ers, treibt die Planungen für die kommende Saison voran. Am Dienstag meldete der Basketball-Bundesliga-Absteiger die nächste Spielerverpflichtung – und eine spannende dazu: Der Deutschamerikaner Anthony "T.J." DiLeo (23) wird in der kommenden ProA-Saison das Gießener Trikot tragen.

Der 1,90 m große Guard kommt von der renommierten Temple University und hat bei den Gießenern für ein Jahr unterschrieben. DiLeo ist der fünfte Profi, den die 46ers unter Vertrag genommen haben.

Allzu viele kommen bis zum Vorbereitungsstart Mitte August allerdings nicht mehr hinzu. "Wir planen neben Myles Hesson noch mit zwei weiteren, qualitativ hochwertigen Spielern aus dem Ausland. Ansonsten möchten wir den Kader mit einheimischen Spielern, vorrangig aus der Region, vervollständigen", erklärte Wucherer auf Anfrage. Der Grund ist klar: "Aktuell lässt unser Budget nicht mehr als sieben Neuverpflichtungen von außerhalb zu", sagt der Coach. Er hofft aber, dass der finanzielle Spielraum noch größer wird, um dem Kader noch mehr Tiefe zu geben.

In DiLeo hat er einen interessanten Spieler nach Gießen geholt. "Athletik, ein Schuss Steve Nash und ein NBA-Manager als Vater", so charakterisierte das Sportportal spox.com vor drei Jahren Gießens Zugang, der im Jahr 2010 unter Wucherer in der deutschen U20-Nationalmannschaft stand und bei der EM mit 10,2 Punkten im Schnitt zweitbester Werfer war. Di-Leo ist Sohn einer Deutschen und eines Amerikaners, die beide eng mit dem Basketball verbunden sind: Seine Mutter Anna spielte selbst hochklassig, sein Vater Tony war in Deutschland Trainer in der Frauen- und Männer-Bundesliga (u. a. Saturn Köln) sowie Frauen-Bundestrainer. 1990, T.J. war gerade vier Monate alt, ging die Familie DiLeo in die USA. Dort arbeitete der Vater bis zum vergangenen Mai ununterbrochen beim NBA-Klub Philadelphia 76ers – als Scout, Trainer und zuletzt als General Manager.

Bissiger Verteidiger

T.J. DiLeo spielte in den letzten fünf Jahren für die Temple University in der NCAA, darunter in seinen beiden Anfangsjahren mit dem Ex-46er Ryan Brooks zusammen. Zuletzt waren es 19 Minuten, die der Guard für die "Owls" auf dem Feld stand und sich dabei einen Namen als bissiger Verteidiger, "Energizer" und Teamspieler gemacht hat. Durchschnittlich erzielte er 2,9 Punkte und 1,8 Assists. "Ähnlich wie alle bisher von uns verpflichteten Spieler, ist er ein physisch sehr starker und gut ausgebildeter Spieler, der seine Qualitäten auch in der Verteidigung hat", beschreibt Wucherer die Stärken DiLeos, dem nach den Worten seines Trainers auch Angebote von BBL-Vereinen vorlagen.

Im Konzept des Coachs spielt der 23-Jährige eine etwas andere Rolle als an der Uni: "In seiner Highschool-Zeit war er ein klassischer Scorer, an der Universität hingegen wurde er vorrangig als Rollenspieler auf der Aufbauposition eingesetzt. Bei uns soll er nun seine Scorermentalität, die er von Hause aus mitbringt, wiederfinden", sagt Wucherer. An der Cinnaminson Highschool in New Jersey erzielte DiLeo einmal 50 Punkte in einer Partie, in seinem Senior-Jahr markierte er im Schnitt 24 Zähler und sammelte zudem sechs Rebounds ein.

Zwar hat DiLeo neben dem US-amerikanischen auch einen deutschen Pass, die Sprache beherrscht er allerdings nicht, verriet er spox.com. Der ehemalige Kicker kennt aber natürlich die deutsche Kultur, ist Fan der FC-Bayern-Fußballer und hat in Stephan Baeck einen prominenten Basketballer als Patenonkel.

Neben DiLeo haben die 46ers die Deutschen Thierno Agne, Benjamin Lischka und Joshiko Saibou sowie den Engländer Myles Hesson unter Vertrag. Ein Wiedersehen mit dem ein oder anderen Akteur der vergangenen Runde wird es höchstwahrscheinlich nicht geben. "Aus verschiedenen Gründen gehen wir aktuell nicht davon aus, dass wir mit den Leistungsträgern der vergangenen Saison zusammenkommen werden", sagt Wucherer, der am 9. Juli ab 18.45 Uhr in der Platin Lounge der Osthalle den Anhängern des Klubs bei einem Fantalk Rede und Antwort stehen wird.

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