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Die ProB -Playoffs sind für Donte Nicholas und die Depant Gießen 46ers Rackelos eine anerkennende Saison-Zugabe.

Die Zugabe

  • VonSebastian Kilsbach
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Die Gießen 46ers Rackelos starten am heutigen Donnerstag in den neuen, gruppenbasierten PlayoffModus. Dort soll die Erfolgsgeschichte des Drittliga-Farmteams fortgeschrieben werden. Doch wie geht es nach der Saison weiter?

Für die Rackelos ist es die vierte Playoff-Qualifikation in der vierten Spielzeit. Gerade in der unsteten ProB ist das ein ungemeiner Erfolg - vor allem, da mit einer Ausnahme auch stets das Heimrecht erkämpft werden konnte. So kommt es, dass die 46ers II heute (20 Uhr) zu Hause gegen Koblenz starten. Es folgt eine Auswärtspartie in Itzehoe am Sonntag, bevor man eine Woche später in der Osthalle Schwelm empfängt.

Vor der ersten Playoff-Serie nach zwei Jahren ist die Vorfreude groß. Unklar ist im Fahrwasser des BBL-Clubs aber weiterhin die Zukunft der Rackelos. 2017 war die Pro B-Lizenz von den Licher Basket Bären an die 46ers gegangen. Maßgeblich Anschub erhielt diese Rochade damals durch Heiko Schelberg. Der vor gut einem Jahr ausgeschiedene Ex-Geschäftsführer hatte sich ein Farmteam gewünscht, wie es heute so viele Bundesligisten in Pro A und Pro B betreiben. Die Lizenz wurde von den 46ers auch für die kommende Saison beantragt. Durch die sportliche Misere der 46ers in der Bundesliga bleibt aber fraglich, ob das Doppelkonstrukt beibehalten werden soll. Maßgeblich könnte die Frage sein, ob man einen möglichst schnellen Wiederaufstieg plant oder sich mit der Rolle als Zweitligastandort begnügt. Abseits der Gießen Rackelos hat sich an den Strukturen des Vereins in den letzten Jahren weit weniger getan als im Rest der Liga. Die in die Jahre gekommene Spielstätte ist dafür nur ein Beispiel.

Zum Sportlichen: Das Team von Coach Lutz Mandler startet in einer echten Todesgruppe. Als Dritter des Südens geht es zwar gegen zwei schwächer positionierte Mannschaften des Abschlussklassements. Das aber ist unter anderem Koblenz, gegen die die Mittelhessen in der Hauptrunde zweimal knapp verloren. Die EPG Baskets sind eine Vollprofimannschaft, bestehend aus mehreren ligaerfahrenen Recken. Beim 107:109 vor drei Wochen waren es Anthony Canty, Daryl Woodmore und Brian Butler, die den knappen Sieg über Gießen festhielten. Butler, der schon für mehrere Pro B-Teams aktiv war, scorte allein 30 Punkte, verteilte sechs Assists und schnappte sich 14 Rebounds.

Bereits am Ostersonntag geht es gegen den Zweiten des Nordens, Itzehoe. Gegen die Eagles ging es bereits im Achtelfinale 2019. Damals siegten die Rackelos mit 2:1. Dieses Jahr sind die von Pat Elzie trainierten Nordlichter einen ganzen Zacken stärker einzustufen. Topscorer ist Power Forward Christopher Hooper, der mit 19.5 Punkten und über zehn Rebounds pro Spiel ein saisonübergreifendes Double-Double hingelegt hat.

Ebenfalls im Aufgebot der Itzehoer steht Achmadschah Zazai. Der ehemalige 46er ist derzeit aber verletzt (Innenbandriss im Knie). Schwerer wiegt, dass die Eagles nach positiven Corona-Tests bis zuletzt in einer Quarantäne waren. Die Vorbereitung auf die Playoffs wurde daher von der Trainingshalle ins eigene Wohnzimmer verlagert.

Coach Lutz Mandler freut sich auf die schöne Herausforderung. Dass es so viele hochkarätige Gegner gäbe, mache die Sache ja erst interessant. »Für die Spieler sind diese Do-or-die-Situationen gut«, so der Trainer. Mit Blick auf Koblenz wähnt er die Baskets in der Favoritenrolle: »Ihre individuelle Klasse, auch auf der Bank, spricht für sich. Wir sind aber guter Dinge und wollen einen starken Schlagabtausch liefern.«

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