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Die Zahlen sprechen gegen den FC Gießen

  • Sven Nordmann
    VonSven Nordmann
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Die harten Zahlen sprechen nach dem 0:2 gegen Homburg gegen den FC Gießen: Platz 17 in der Fußball-Regionalliga Südwest, die wenigsten erzielten Tore und kaum Zuschauer im Waldstadion.

Der FC Gießen muss in den kommenden beiden Wochen gegen drei Topteams (SV Elversberg, Kickers Offenbach, SSV Ulm) für Überraschungen sorgen, will er im November 2021 nicht das Schlusslicht der Fußball-Regionalliga Südwest bilden.

Nach dem 0:2 (0:0) gegen den zuvor zweifach unterlegenen FC Homburg rutscht der FC Gießen auf Platz 17 ab - verfolgt wurde das am Samstagnachmittag bei bestem, sonnigen Herbstwetter von lediglich 320 Zuschauern im Waldstadion. Zu seinen bisherigen sechs Heimspielen begrüßte der FC Gießen im Schnitt 410 Zuschauer. In der Saison 2019/20, vor der Pandemie und der Übernahme von Notvorstand Turgay Schmidt, waren es noch 1740 Zuschauer pro Waldstadion-Heimspiel. Ein Besucherschwund von 1300 zahlenden Zuschauern pro Partie und über 300 Prozent tut weh - die harten Fakten sprechen gegen den FC.

In der Saison 2019/20 kamen im Schnitt noch 1740 Zuschauer ins Waldstadion

»Der FC Gießen wird von mir auf eine Basis geführt, wo es wieder Spaß macht, hochklassigen Fußball im Waldstadion zu sehen« - immer weniger Gießener teilen die Ankündigung von Anwalt Schmidt, dessen Rundumschläge gepaart mit erhöhten Ticketpreisen (13 Euro Steh-, 22 Euro Sitzplatz) und einem etwaigen Corona-Blues für leere Ränge sorgen.

Nach wie vor trifft zudem kein Südwest-Regionalligist seltener als Gießen (0,8 Mal pro Partie). Wer beim Blick auf das Team von Trainer Daniyel Cimen optimistisch gestimmt sein möchte, muss sich also entfernen von den Zahlen und auf die weichen Faktoren schauen: Der FC lieferte gegen Homburg eine solide Partie ab, zeigte Kampfgeist und war Treffern genauso nahe wie die letztlich erfolgreichen Gäste aus dem Saarland.

Gießens seit Wochen auffälligstes Duo Donny Bogicevic/Dennis Owusu leitete den gefährlichsten Angriff der ersten Hälfte ein, als Owusu von Bogicevic geschickt wurde, am Torhüter vorbeitänzelte, den Ball dann aber nur an den Pfosten setzte (16.). »Wir hatten in der ersten Halbzeit Glück«, räumte Homburgs Trainer Timo Wenzel ein.

Glück hatte der FC Homburg auch, dass Gießens Promi-Neuverpflichtung Marian Sarr direkt nach der Pause über den Ball trat und der Ex-Gießener Damjan Marceta in der 46. Minute so frei stürmend das 1:0 erzielen konnte. Eine »schöne Zeit« habe er hier gehabt, vom jetzigen Team kenne Marceta nur noch »Frederic Löhe und Michael Fink« - der Rest ist ausgetauscht.

Gießen, das mit Viererkette agierte und Fink im Zentrum aufbot, bot Paroli, kam Mitte der zweiten Hälfte zur Anschlusschance durch Bogicevic und reklamierte in der 76. Minute einen »klaren Handelfmeter« (Cimen).

Zwei Minuten später setzte Homburgs Markus Mendler den Ball aus rund 20 Metern unbedrängt zum 2:0 ins rechte Toreck - »ich freue mich für meine Jungs, wir sind hier heute nur mit 14 Feldspielern angereist«, meinte Wenzel.

FC-Trainer Cimen machte das 0:2 an der eigenen Ungeduld und dem »absolut ungünstigen Zeitpunkt« des ersten Gegentreffers fest: »Das war eine vermeidbare Niederlage.«

Vermieden werden soll nun ein weiteres Abrutschen: Das wird ambitioniert bei den folgenden drei Aufgaben in Elversberg (Sa., 23.10., 14 Uhr), gegen Kickers Offenbach (Di., 26.10., 16 Uhr) und beim SSV Ulm (Sa., 30.10., 14 Uhr).

FC Gießen: Löhe - Lo Scrudato, Reithmeir, Sarr, Mohr (89. Tiliudis) - dos Santos (58. Öztürk), Fink - Trkulja - Owusu, Takehara (81. de Moura Beal) - Bogicevic.

FC Homburg: Salfeld - Plattenhardt, di Gregorio, Scholz, Stegerer - Ristl, Göcer (85. Reuss) - Weiß (85. Gilcher), Mendler - Dullek (64. Schuck), Marceta (81. Cheon).

Im Stenogramm: Tore: 0:1 (46.) Marceta, 0:2 (78.) Mendler. - Z.: 320. - SR: Luca Schlosser (Stahlhofen).

Der Ex-Gießener Damjan Marceta trifft direkt nach der Pause zum 1:0 für Homburg. VOGLER

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