Die ersten Schulen sind mit im Boot

  • Philipp Keßler
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(phk). »Die Rückmeldungen waren durchweg positiv«, sagt Jonna Jensen. Die ehemalige Erstliga-Handballerin scheint mit ihren »Präventionsprofis« einen Nerv getroffen zu haben. Gemeinsam mit vier Vollzeit- und drei Teilzeit-Trainern will sie Kindern nach den harten Monaten der Coronavirus-Pandemie in den Ferien zusätzliche Bewegung verschaffen - mit einem Kurs über jeweils fünf Tage einer Woche à eineinhalb Stunden (wir berichteten).

Die Gesamtschule Gleiberger Land, die Grundschulen in Hochelheim, Dutenhofen, Lahnau sowie zwei Schulen in Bochum sind bereits im Boot und bieten mindestens einen einwöchigen Kurs während der hessischen Sommerferien an. Mit weiteren Schulen in der Region würden aktuell noch Gespräche laufen, erzählt Jensen. Vor allem gegen Ende der Ferien hätten sie und ihr Team aber auch noch Kapazitäten für weitere Interessenten frei. Nun fehlen nur noch die Anmeldungen. Wichtig: Die Kinder müssen von den Eltern selbst bei den Präventionsprofis angemeldet und die Kursgebühr muss vorgelegt werden, wird aber - je nach Krankenkasse und Häufigkeit der Teilnahme - bei Vorlage der Teilnahmebestätigung bis zu 100 Prozent ersetzt. Mindestens acht Anmeldungen braucht es, damit ein Kurs zustandekommt, maximal 15 Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahre sind pro Kurs möglich.

Straßenspiele als Fundament

Jensen ist weiterhin überzeugt: »Das ist genau das, was die Kinder jetzt brauchen«. Einziges Manko mit Blick auf die Schulen: Ihr Programm »KidFit«, das die Straßenspiel-Kultur als Inspiration hat und Kinder in acht Schwerpunkten fördern will, sei eben erklärungsbedürftig. »Wenn die Schulen wissen, worum es geht, finden sie es aber alle toll.« Kleinere Probleme gebe es teilweise bei der Vergabe der Räume, denn die Ferienzeit sei auch die Zeit von Renovierungen und Bauarbeiten.

Gabriela Werner, stellvertretende Schulleiterin der Grundschule an der Lahnaue meint, auf »KidFit« angesprochen: »Es ist eine tolle Möglichkeit, wieder Bewegung in die Schulen zu bringen.« Denn seit die Kinder aus dem Homeschooling zurück im regulären Unterricht sind, beobachte sie, dass diese Schwierigkeiten hätten, sich zu konzentrieren, und ihnen auch teilweise das soziale Miteinander schwerfalle. Hierfür sei Sport die richtige Lösung: »Wir müssen Sport und Bewegung einfach mehr fördern. Das ist aus meiner Sicht eine viel größere Baustelle als der andere Lernstoff.« Aus diesem Grund hat sie die Klassen zwei, drei und vier dazu aufgerufen, an den Kursen teilzunehmen. Werner sagt: »Wir sind dankbar, dass wir mit ins Boot geholt wurden.« Nun hofft sie, »dass beide Kurse bei uns auch zustandekommen«.

Auch Katharina Schardt, Stufenleiterin der Klassen fünf bis sieben an der Gesamtschule Gleiberger Land, meint: »Die Kinder saßen jetzt monatelang nur vor dem Computer, da kam das Angebot wie gerufen. Außerdem ist es auch eine Werbung für unsere Schule.« Es gelte aber nicht nur an der Gesamtschule, sondern auch an den Grundschulen in Heuchelheim, Hohenahr und denen im Gleiberger Land, die einen Verbund bilden. »Es ist einfach ein nettes Angebot nach dieser bewegungsarmen Zeit.«

Weitere Informationen, alle Termine und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es im Internet unter www.praeventionsprofis.com.

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