Die Champions-League-Pleite weggedrückt und den DHB-Supercup gewonnen: Der THW Kiel hat die nationale Handball-Saison erfolgreich eröffnet. FOTO: DPA
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Die Champions-League-Pleite weggedrückt und den DHB-Supercup gewonnen: Der THW Kiel hat die nationale Handball-Saison erfolgreich eröffnet. FOTO: DPA

DHB-Supercup an THW Kiel

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Der erste Titel der Saison geht an den THW Kiel. Beim Triumph im DHB- Supercup deutete Sander Sagosen seine Klasse an - und auch das Hygienekonzept funktionierte.

Sander Sagosen schloss selbst ab, er setzte seine Mitspieler in Szene und räumte in der Deckung auf - den silbern glänzenden Lohn hielt der neue Ausnahmespieler des THW Kiel kurz darauf in den Händen. "Es fühlt sich richtig gut an, wir haben so viel Charakter gezeigt", schwärmte der Norweger nach dem 28:24 (14:13)-Triumph im Supercup gegen den Erzrivalen SG Flensburg/Handewitt.

Im Prestigeduell deutete der derzeit wohl beste Handballer der Welt gleich an, wieso ihn der "Corona-Meister" nach Kiel geholt hatte. Mit sieben Treffern avancierte er nach der mehr als 200-tägigen Pause im nationalen Handball zum besten Werfer auf dem Feld. Zusammen mit dem starken Torhüter Dario Quenstedt sicherte er dem Rekordchampion damit den zehnten Titel.

Wichtiger aber war den Kielern, eine passende Reaktion auf ihre jüngste Pleite gezeigt zu haben. Nach der "Blamage" in der Champions League gegen den HBC Nantes (27:35), das gab Kiels Trainer Filip Jicha nach dem Abpfiff bei Sky unumwunden zu, "haben wir uns ein bisschen geschämt."

Doch in Düsseldorf fanden die Kieler um den neuen Unterschiedsspieler ihr Lächeln wieder. "Von der ersten bis zur letzten Minute haben wir gekämpft, das ist der THW, das ist unsere Mannschaft", sagte Sagosen, dem bei einer Trefferquote von rund 50 Prozent gleichwohl noch nicht alles gelang. Mit seinen "missed shots" habe er aber "keinen Stress", versicherte er.

Mit dem 25-Jährigen, der vor der Saison von Paris St. Germain zum THW gewechselt war, zählen die Zebras in jedem Wettbewerb zu den Top-Favoriten. Dem ersten Titel könnten bereits in der anstehenden XXL-Saison fünf weitere folgen - zumindest theoretisch. Unter anderem in der Champions League, wo im Dezember noch das Final Four aus dem Vorjahr ausgespielt wird, bietet sich eine doppelte Chance.

Zunächst aber richtet sich der Blick auf die Bundesliga, die am Donnerstag nach Monaten den Bangens (endlich) vor Zuschauern in ihre 55. Saison startet. Im ISS Dome verfolgten am Samstagabend bereits 2100 Fans das Nordduell, 540 weniger, als bei der derzeit gültigen 20-Prozent-Regelung erlaubt gewesen wären.

Die Liga äußerte sich dennoch zufrieden. "Alle Vorgaben wurden eingehalten. Kein Zuschauer, Spieler oder Funktionär hat ein Gesundheitsrisiko eingehen müssen", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Die Liga hatte erst kurzfristig die Erlaubnis erhalten, die zunächst zugelassene Zuschauerzahl von 999 aufstocken zu dürfen.

Das Handball-Erlebnis mit Mund-Nasen-Schutz war aber zweifelsohne gewöhnungsbedürftig, das sah auch Bohmann so. "Es ist in gewisser Weise eine Zumutung für den Fan. Aber unter den gegebenen Voraussetzungen haben wir leider keine andere Möglichkeit", sagte der HBL-Chef.

Im Stenogramm

Torschützen: Ekberg (7/4), Sagosen (7), Jacobsen (4), Zarabec (3), Duvnjak (2), Wiencek (2), Weinhold (1), Pekeler (1), Reinkind (1) für den THW Kiel; Möller (5), Semper (4), Svan (4), Wanne (4), Larsen (2), Sogard (2), Sikosek Pelko (2), Gottfridsson (1) für die SG Flensburg/Handewitt. - Zuschauer: 2100.

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