DFB-Elf besiegt Südkorea im Waldstadion mit 3:0

Es war ein kurzweiliger Fußballabend am Mittwoch im Gießener Waldstadion. Mit einem 3:0 (2:0)-Sieg über Südkorea zeigte die deutsche U20-Nationalmannschaft der Frauen in einem Vorbereitungsspiel zur Weltmeisterschaft, bei der die DFB-Auswahl ab dem 13. Juli Gastgeber sein wird, den Asiatinnen die Grenzen auf.

(cso) Es war ein kurzweiliger Fußballabend am Mittwoch im Gießener Waldstadion. Mit einem 3:0 (2:0)-Sieg über Südkorea zeigte die deutsche U20-Nationalmannschaft der Frauen in einem Vorbereitungsspiel zur Weltmeisterschaft, bei der die DFB-Auswahl ab dem 13. Juli Gastgeber sein wird, den Asiatinnen die Grenzen auf. Durch das "Drumherum" mit Maskottchen Paule, dem Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Linden und dem einen oder anderen Gewinnspiel kam auch die Unterhaltung für das überwiegend junge Publikum nicht zu kurz.

"So viele Zuschauer hat Gießen aber nicht", war dem Fangeflüster auf den Rängen zu entnehmen, auf denen erste Vuvuzelas schon einen Vorgeschmack auf die anstehenden Großereignisse lieferten. Über 800 verkaufte Tickets meldeten die Organisatoren. Egon Fritz, Fußball-Abteilungsleiter beim VfB 1900 Gießen, verriet, dass im Vorfeld der Partie mit einigen Ticket-Aktionen an Schulen kräftig die Werbetrommel gerührt wurde. So war die Karte im vergünstigten Vorverkauf für so manchen Schüler für nur einen Euro zu haben. Zusammen mit der Stadt Gießen und dem Fußballkreis Gießen war der VfB 1900 für die Organisation vor Ort zuständig.

Bereits im Jahr 2007 diente das Waldstadion als Austragungsort für ein Länderspiel der U17 gegen die USA. "Die Verantwortlichen des DFB und HFV wussten, dass sich Gießen über einen erneuten Zuschlag für solch ein Spiel freuen würde und kamen daher auf uns zu", erklärte Egon Fritz. Vor wenigen Wochen meldete das Gießener Dreigestirn aus Stadt, Fußballkreis und Verein dann Vollzug. Und die Organisation konnte sich wirklich sehen lassen: Ob Platzordner, Ballmädchen oder Pressekonferenz - alles hatte seine Ordnung. Kleiner Wermutstropfen war der Stadionsprecher, der bei seinen Versuchen, die Zwischenstände und Auswechslungen auch in englischer Sprache zu verkünden, einige verbale Stolperer hinlegte.

Zum Spiel: Ebenso wie die Organisatoren boten auch die deutschen Frauen auf dem Platz eine sehr ordentliche Leistung. Erste gefährliche Aktionen von Svenja Huth, Stefanie Mirlach und Jessica Wich veranlassten den koreanischen Trainer Inchul Choi bereits nach 20 Minuten, seine komplette Bank, die immerhin aus zwölf Spielerinnen bestand, zum Warmlaufen zu schicken. Zum ersten Mal hinter der Linie landete der Ball in der 26. Minute, als Sylvia Arnold einen Schuss von Selina Wagner unhaltbar ins Tor abfälschte.

Arnold stand dabei allerdings im Abseits. So musste die Elf von Bundestrainerin Maren Meinert bis zur 31. Minute warten. In dieser erzielte die 1,76 m große Stefanie Mirlach nach einer Ecke von Dzsenifer Marozsan per Kopf die Führung für die DFB-Auswahl. Erneut Marozsan verdiente sich kurz vor der Pause einen Assistpunkt, als sie Selina Wagner auf die Reise schickte, die das 2:0 markierte. Die harmlosen Koreanerinnen hatten ihre einzige Chance der ersten Hälfte nach etwa 35 Minuten zu verzeichnen. Der Schuss von Jinyoung Kim blieb aber an Torhüterin Desireé Schumann hängen.

Nach einem Lattentreffer von Marozsan war es nach einer guten Stunde Sylvia Arnold, die durch einen sehenswerten Heber über die kleine Torfrau Südkoreas Übersicht bewies und ihre tolle Leistung mit einem Treffer krönen konnte. In den Schlussminuten der Begegnung hätten die deutschen Frauen ihren Vorsprung noch ausbauen können. Allerdings kreierten auch die Gäste gegen die noch in der ersten Hälfte sehr stabile deutsche Abwehr, einige gefährliche Situationen. Beide Trainer stellten nach der Partie klar, dass das Aufgebot am Mittwoch noch nicht der komplette WM-Kader gewesen sei. Während Südkorea auf fünf Akteurinnen verzichten musste, stoßen zur Elf von Maren Meinert definitiv noch drei A-Nationalspielerinnen.

"Mit dem Heimvorteil im Rücken wollen wir bei der WM bis zum Ende dabei bleiben. Ziel ist also mindestens das Halbfinale", gab die DFB-Trainerin zu Protokoll. Auch Selina Wagner, Schützin des 2:0, blies ins selbe Horn: "Wenn der Kader komplett ist, haben wir gute Chancen, etwas zu reißen." Auch Sandra Kreiling, Kreisfrauenreferentin des Fußballkreises Gießen, die besonders von Außenstürmerin Svenja Huth überzeugt war, meinte: "Bei solchen Turnieren sind die Deutschen ja generell vorne dabei, aber um einen konkreten Tipp abzugeben, kenne ich die anderen zu wenig."

Deutschland: Desireé Schumann - Marith Prießen, Kristina Gessat, Laura Brosius (ab 84. Bianca Joswiak) - Stefanie Mirlach, Marina Hegering (ab 46. Julia Arnold), Selina Wagner, Sylvia Arnold (ab 75. Anika Höß) - Jessica Wich (ab 46. Anne Bartke), Dzsenifer Marozsan, Svenja Huth.

Südkorea: Sori Moon - Yeonga Jeong, Eunkyung Lee, Ari Song (ab 46. Minsun Lee) - Hyunsook Seo, Jinyoung Kim, Eunsom Kwon (ab 46. Hyeri Kim), Mina Lee (ab 70. Youngju Lee), Eunha Jeoun (ab 46. Hyunyoung Lee), Narae Kim - Yumi Kang.

Im Stenogramm: Schiedsrichterin: Dr. Christiane Wenkel (Höxter). - Zuschauer: 822. - Tore: 1:0 (31.) Mirlach, 2:0 (43.) Wagner, 3:0 (64.) Sylvia Arnold.

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