Deutsche Frauen bejubeln Gruppensieg

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(aj). Die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen um Catharina Weiß und Annabel Breuer vom RSV Lahn-Dill stehen bei den Paralympics als Gruppenerster im Viertelfinale von Tokio. Durch einen erst im Schlussspurt sichergestellten 59:54-Erfolg über Gastgeber Japan sicherte sich das deutsche Team damit die beste Ausgangsposition für die K.-o.-Spiele. Schon am Samstag hatte das deutsche Team Kanada mit 59:

57 bezwungen. Und auch die deutschen Männer mit Thomas Böhme und Christoph Huber vom RSV liegen weiter auf Kurs Viertelfinale. Einer Niederlage gegen Australien am Samstag folgte ein ungefährdeter Sieg gegen Algerien am Sonntag.

Frauen, Deutschland - Japan 59:54 (37:42): Von Beginn an war dem Team von Bundestrainer Dennis Nohl am Sonntag der Kräfteverschleiß der letzten intensiven Spiele anzumerken. Entsprechend hatte Japan zunächst die Nase vorne und baute seinen Vorsprung von 12:9 (9.) über 26:16 (18.) bis nach dem Seitenwechsel auf 52:41 (33.) aus. Mit einer enormen Energieleistung platzte dann aber auf der Zielgeraden der Partie doch noch der Knoten. Verantwortlich in der Offensive dafür einmal mehr Katharina Lang, die mit einem Dreier (36.) die Wende einleitete und am Ende mit 27 Punkten, 17 Rebounds und acht Assists hauchdünn an einem »triple-double« vorbeischrammte. Mit einem Freiwurf war sie es, der 35 Sekunden vor der Schlusssirene die erste deutsche Führung im gesamten Spielverlauf gelang, ehe wenig später der Jubel über den vierten Sieg im vierten Spiel und damit dem Gruppensieg frenetisch ausfiel. Neben Lang ragte Mareike Miller (21) heraus, Weiß erzielte zwei Zähler.

Deutschland - Kanada 59:57 (33:23): Im Duell der beiden noch ungeschlagenen Teams am Samstag legte die deutsche Auswahl den Grundstein bereits vor der Halbzeitpause. Mit einem entschlossenen Start und einer starken Defensivleistung steuerte Deutschland über 14:9 (8.) und 41:29 (25.) einem vermeintlich klaren Start-Ziel-Sieg entgegen. Doch mit zunehmender Spielzeit war es Kathleen Dandeneau, die für Kanada das Blatt zu wenden schien. So schmolz der eigentlich komfortable Vorsprung binnen weniger Minuten bereits auf 41:36 (26.), ehe die Nordamerikanerinnen auch nach dem 52:42 (34.) nicht aufgaben und letztlich knapp zwei Minuten vor dem Ende sogar selbst die Führung übernahmen. Mit Mut und dem Glück des Tüchtigen überstanden die deutschen Damen jedoch auch diese Phase, in der Topscorerin Mareike Miller (19) mit ihrem fünften Foul (38.) vom Parkett musste. Katharina Lang (17 Punkte) mit einem Dreier, sowie Maya Lindholm und schließlich Anne Patzwald mit ihren Körben hielten am Ende den Sieg fest. Annabel Breuer, die zwei Zähler beisteuerte, freute sich: »Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Im vierten Viertel hatten wir dann einige Probleme. Wir sind überglücklich.«

Männer, Deutschland - Australien 53:64 (22:28): Im dritten Vorrundenspiel am Samstag waren die deutschen Männer trotz couragierter Leistung am Ende chancenlos gegen bisher ungeschlagene Australier. Bereits zu Beginn zeigte Australien, zu was das Team bei diesen Paralympics in der Lage ist, als es nach nicht einmal zwei Spielminuten 10:2 stand. Doch das deutsche Team von Trainer Nicolai Zeltinger kämpfte sich über eine nun verbesserte Verteidigung zurück in die Partie (16:23, 15.). Doch aus der Kabine kam Australien mit Michael Auprince und Jannik Blair vom RSV Lahn-Dill erneut besser und machte aus der 28:22-Halbzeitführung schnell ein 44:28 (25.) und ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. Beste deutsche Werfer waren Aliaksandr Halouski (13) und Böhme (11).

Deutschland - Algerien 71:50 (37:25): Die noch sieglosen Algerier ließen sich bis zum Ende des dritten Viertels nicht abschütteln, auch wenn die deutschen Männer die Partie jederzeit kontrollierten. Bundestrainer Zeltinger wechselte dabei viel durch. Erst als Algerien in der 28. Minute bis auf 43:45 aufschließen konnte, folgten in einer Auszeit deutliche Worte, die aber umso mehr fruchteten. Hoch konzentriert rollte das Team um die Topscorer Böhme (21) und Halouski (17) zurück auf das Parkett und ließ einen 22:1-Lauf folgen. »Das war ein typischer Arbeitssieg gegen unkonventionell spielende Algerier«, sagte Zeltinger.

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