Deutliches Zeichen der LTi Gießen 46ers

Durchatmen bei den LTi Gießen 46ers! Der lang ersehnte Sieg wurde gegen die Telekom Baskets Bonn eingefahren. Die Negativserie von acht Niederlagen in der Basketball-Bundesliga gestoppt. Beim 88:79 hat die Mannschaft am Sonntag ein deutliches Zeichen gegeben.

In Richtung Trainer und Management – und in Richtung Jimmy Baxter. Der mit viel Selbstbewusstsein ausgestattete Spieler hatte Mitte letzter Woche seitens der Führungsetage eine Beurlaubung ausgesprochen bekommen. Sein Verhalten gegen Trainer Mathias Fischer und innerhalb der Manschaft war für den Klub nicht mehr tragbar gewesen. Den entscheidenden Impuls für diese Maßnahme hatte die Vorwochen-Demontage der 46ers in Trier gegeben, als das Team beim 48:73 vorgeführt wurde und Baxter dabei Lustlosigkeit zur Schau trug. Von einem Spieler, der als Führungspersönlichkeit an die Lahn geholt wurde.

Sein Nichtmitwirken schien am Sonntag bei einigen 46ers-Spielern die Handbremse gelöst zu haben. Nicht nur, dass sich dadurch die Hierachie – mit positiver Auswirkung – auf dem Feld geändert hätte. Sondern Spielmacher Dijuan Harris, LaQuan Prowell und Ryan Brooks spielten befreiter denn je auf – wie eigentlich der Rest der Mannschaft. Die Protagonisten hielten sich in der brisanten Thematik zwar bedeckt und wollten sich dazu nicht äußern. Ein Blick auf ihre Körpersprache oder in die Augen genügte aber, um zu sehen, was sie denken.

Indes steckt das Management in der Causa Baxter in der Zwickmühle. Einerseits gehört Baxter zweifelsohne zu den besseren Akteuren im 46ers-Kader und dürfte auch einer der Topverdiener sein. Andererseits passt er von seinem Charakter offenbar nicht in das Team. Nun ist das Verhandlungsgeschick und die Diplomatie von Geschäftsführer Heiko Schelberg gefragt, der sich am gestrigen Montag mit allen Beteiligten an einen Tisch setzen wollte, um die Sache noch einmal zu reflektieren. Im Laufe der Woche soll eine Entscheidung getroffen werden. Es ist aber kaum davon auszugehen, dass der als "Störfaktor" ausgemachte Spieler wieder ins Team zurückkehrt. Die beste Lösung für die LTi 46ers wäre sicher, dass für Baxter schnell ein anderer Arbeitgeber gefunden wird. Somit würde das knappe Budget der LTi 46ers nicht unnötig belastet werden, und es wären finanzielle Mittel für einen Ersatz vorhanden. Der bei der Trennung von Baxter für die nach hinten heraus schwach besetzte Mannschaft unabdingbar ist, wenn man das Ziel – den Klassenerhalt – erreichen will.

Doch nicht nur die Führungsetage steht vor kniffligen Aufgaben, das Team mit Coach Fischer ebenfalls. Der Sieg gegen Bonn ist aller Ehren wert, aber war fast schon ein Muss, blickt man auf die Situation in der Tabelle. Dort nehmen die Gießener weiterhin mit 4:16 Punkten den letzten Rang ein, haben aber durch den Erfolg zumindest den Abstand zu den Klubs mit drei Siegen Mitteldeutscher BC, Neckar Ludwigsburg, Phantoms Braunschweig und Tigers Tübingen nicht größer werden lassen.

Einen weiteren Big Point können die LTi Gießen 46ers am Samstag landen, wenn sie mit einem Sieg in Braunschweig mit dem Gastgeber gleichziehen können. Das Team will die positive Energie mit in die Braunschweig-Partie nehmen, wie Flügelspieler Oskar Faßler erklärte. Und auch jenes – von Faßler ausgesprochen: "Wir wissen, dass wir alle mit Herz spielen müssen, egal, wer auf dem Feld steht."

Wolfgang Gärtner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare