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Trainer Daniyel Bulut gilt als ausgewiesener Fußball-Fachmann und »Menschenfänger«.

Fußball

Der Umbruch beim FSV Fernwald geht weiter

  • VonPeter Froese
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Vor dem FSV Fernwald liegt eine in vielerlei Hinsicht ungewisse Saison in der Fußball-Hessenliga. Wie geht man mit dem neuen Spielmodus um? Wie schlagen die jungen Spieler ein?

Die Macher an der Oppenröder Straße in Steinbach haben auf alle Fälle alles Erdenkliche getan, um bestmöglich vorbereitet zu sein. »Wenn es am Ende nicht reichen sollte, dann müssen wir uns nichts vorwerfen«, sagt Trainer Daniyel Bulut, der am Sonntag mit seiner Truppe den SWG-Kreispokal gewonnen hat.

Aktuelle Situation: Aus Sicht des FSV-Trainers hat der Hessische Fußballverband in der Corona-Pandemie vieles richtig gemacht. »Was für eine Alternative hatten wir bei 22 Teams in der Hessenliga? Die Teilung in zwei Gruppen ist keine schlechte Regelung, auch wenn es eine absolute Gerechtigkeit nicht geben wird. Natürlich hätten wir Waldgirmes und Friedberg gerne in unserer Gruppe gehabt, aber nun nehmen wir es so an, wie es ist«, hat Bulut eine klare Meinung. Für den FSV-Trainer sind die sozialen Kontakte rund um den Fußball wichtig. »Wir gehen auf den Sportplatz, um Leute zu treffen«, freut sich Bulut, dass Zuschauer zugelassen sind. Der FSV hat die Pause genutzt, um an seiner Infrastruktur zu arbeiten. »Wir haben einen Jugendraum geschaffen und alle Duschen erneuert. Zudem wurde zwischen den beiden Plätzen eine behindertengerechte Toilettenanlage errichtet«, freut sich Bulut.

Kommen/Gehen: Zum zweiten Male steht in Fernwald ein großer personeller Umbruch an. Während vor der Saison 2020/21 14 Neue kamen, müssen nun sechs weitere Zugänge integriert werden. »Jeder einzelne unserer Abgänge tut weh, denn diese Spieler waren alle menschlich eine Bereicherung. Wir haben nun bewusst den Weg der Verjüngung gewählt, um mit Yannis Grönke, Patrick Markiewicz, Hoang-Nam Luc und Manuel Dursun Talente aus der Region zu entwickeln. Sie sind alle sehr ehrgeizig und haben beim FSV eine Plattform, um sich beweisen zu können. Ich werde den jungen Spielern den Rücken stärken. Als Trainer kann ich aber nur die Tür öffnen, doch der Spieler muss selbst hindurchgehen. Am Ende werde auch ich an den Ergebnissen gemessen. Daher dürfen wir nicht in Schönheit sterben«, so Bulut.

Stärken/Schwächen: Aufgrund des geringen Altersdurchschnitts sieht der FSV-Trainer vor allem bei der Verbesserung der Automatismen noch Verbesserungspotential. Mika Hendrich und Lucas Burger seien seiner Meinung nach Paradebeispiele, wie sich junge Spieler in der letzten Saison stetig gesteigert hätten. »Auch wenn wir uns als Team noch finden müssen, sind wir bereits jetzt eine charakterlich gute Truppe. Erdinc Solak, Louis Goncalves, Deniz Vural und Pierre Kleinheider wird die Rolle der Führungsspieler zufallen. Nach der desolaten Saison 2019/20, in der wir unter normalen Umständen abgestiegen wären, mussten wir erst wieder den Glauben ans Gewinnen wiederfinden. Hier gilt es weiter, im Kopf Selbstvertrauen aufzubauen«, so Bulut.

Trainer/Umfeld: Der 40-jährige Bulut ist ein echter Glücksgriff für den FSV und hat zu Beginn der Spielzeit 2020/21 seine zweite Amtszeit in Fernwald begonnen. Mit Kevin Kaguah steht Daniyel Bulut ein trotz seines jungen Alters erfahrener Co-Trainer zur Seite. »Er hat schon die Meisterschaft in der Hessenliga gewonnen, ist aber, weil er verschlafen hat, auch schon mal mit dem Taxi zu einem Spiel gefahren. Er kann vor allem den jungen Spielern viel mit auf den Weg geben«, sagt Bulut. Auch im weiteren Umfeld legt der FSV-Trainer viel Wert auf Harmonie. »Ob Gökhan Ünal als Physiotherapeut, Thorsten Stark als Zeugwart oder Frank Schulze als Betreuer - jeder ist ein Teil des Ganzen und wichtig für die Stimmung im Team«, so Bulut. Für das Torwarttraining zeichnen sich Tim Balser (»Er besitzt mehrere Trainerscheine und kommt aus dem eigenen Verein«) und Pierre Kleinheider (»Er bringt Profierfahrung mit«) verantwortlich. Damit sich der FSV-Trainer voll auf das Wesentliche seiner Aufgabe konzentrieren kann, halten ihm Marco Semlitsch und Günter Hühn als Sportliche Leitung den Rücken frei. »Wir kommunizieren täglich zwei bis dreimal, sodass Außen herum alles perfekt abgestimmt ist«, sieht Bulut den FSV organisatorisch bestens aufgestellt.

Prognose: Der zweigeteilte Spielplan hat durchaus seine Tücken, da nur die Punkte mit in die Auf- bzw. Abstiegsrunde mitgenommen werden, die man gegen die dann direkten Konkurrenten erzielt hat. »Wir müssen unabhängig vom Gegner unsere Punkte sammeln und jede Partie wie ein Finalspiel angehen. Fulda, Stadtallendorf, Hanau und Baunatal sind bei uns die Favoriten - und unser Ziel ist es, in diese Gruppe reinzurutschen. Wir wollen für eine dann hoffentlich wieder eingleisige Hessenliga der Saison 2022/23 frühzeitig Planungssicherheit haben und daher die Abstiegsrunde nach Möglichkeit vermeiden«, hat Bulut ein klares Ziel.

Kader: Pierre Kleinheider, Fabian Grutza, Tom Sinkel (alle Tor), Lucas Burger, Hoang-Nam Luc, Samuel Sesay, Kevin Göbel, Ceyhun Dinler, Kevin Kaguah, Julian Bender, Louis Goncalves, Manuel-Ephrem Dursun, Yannis Grönke, Brian Mukasa, Deniz Vural, Nils Schäfer, Mika Hendrich, Mirco Freese, Malte Simon, Tim Richter, Erdinc Solak, Patrick Markiewiez, Agon Dervishi, Nicolas Strack.

Zu-/Abgänge: Zugänge: Fabian Grutza (SC Waldgirmes), Yannis Grönke (TSV Eintracht Stadtallendorf), Pierre Kleinheider (SC Hessen Dreieich), Manuel Ephrem Dursun, Patrick Markiewicz und Hoang-Nam Luc (alle TSG Wieseck U19). - Abgänge: Daniel Vier (FC Burgsolms), Valon Ademi (FC Ederbergland), Ufuk Ersentürk (SG Kinzenbach), Raul Edem D’Almeida (Umzug nach Wiesbaden), Stephen Jäckel (Auslandsstudium), Mustafa Yaman (Ziel unbekannt), Lukas Friedrich (Buchonia Flieden).

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