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Berlins Center Johannes Thiemann freut sich wie der Rest des Teams über ein paar freie Tage. foto. imago

Der seltene Genuss von Freizeit

(dpa). Nach wochenlangem Spielstress kann Alba einige Tage durchatmen. Die Zeit wird aber nicht nur zur Regeneration genutzt, sondern auch für dringend notwendiges Training.

Die dauergestressten Basketballer von Alba Berlin genießen die aktuelle kleine Verschnaufpause in vollen Zügen. Nachdem die Berliner monatelang fast immer drei Spiele in einer Woche absolvieren mussten, haben sie jetzt in elf Tagen nur eine Partie zu bestreiten. »Das ist Luxus pur. Ich bin da richtig dankbar, dass wir die Wochen mal nicht so einen mörderischen Spielplan haben«, sagte Nationalspieler Johannes Thiemann.

In der vergangenen Woche wurde nur einmal am Tag trainiert, sodass die Spieler in den seltenen Genuss von Freizeit kamen. »Das tut auf jeden Fall gut, dass man mal ein bisschen abschalten kann«, sagte Thiemann. Der 27-Jährige nutzte die letzten Schneetage und jetzt auch die Sonnenstunden zu dem einen oder anderen Spaziergang. »So lange der Schnee noch schön weiß war, konnte man um den einen oder anderen See laufen und etwas die Natur genießen«, berichtete er.

Ansonsten freut sich Thiemann auch einfach mal, wieder etwas mehr zu Hause zu sein: »Einfach nur chillen und abschalten.« Denn der Spielplan verlangt nicht nur dem Körper, sondern auch dem Kopf viel ab. »Wenn man fast jeden zweiten Tag ein Spiel hat, ist eine gewisse Anspannung da. Und man ist immer in diesem Spielmodus. Das ist anstrengend«, betonte er.

Die Spielpause hat Alba den beiden EM-Qualifikationsspielen der deutschen Nationalmannschaft am Samstag und Montag zu verdanken. Berliner Spieler waren nicht dabei, da die Euroleague keine Rücksicht auf den Nationalmannschafts-Zeitplan des Weltverbandes FIBA nimmt. Denn eigentlich gehört auch Thiemann zum Kader von Bundestrainer Henrik Rödl. »Natürlich hätte ich Lust auf Nationalmannschaft, das ist keine Frage. Aber auf der anderen Seite ist das bei dem Spielplan nicht möglich«, so der Center.

Die Dauerbelastung hat bei Alba auch zu zahlreichen Verletzten geführt. Im Kader ist es deshalb ein ständiges Kommen und Gehen. »Wir sind nie wirklich voll besetzt und irgendwie verändert sich immer das Team. Es ist immer eine andere Dynamik, wenn Leute raus sind und andere spielen«, sagte Thiemann. Der Center hofft deshalb auf ein Ende der Misere - auch um künftige zu vermeiden. »Natürlich wäre es auch ganz schön, mal wieder komplett zu spielen und die Minuten auch gut verteilen zu können«, sagte er.

Die freien Tage werden aber auch zum Training genutzt. Denn bei den vielen Spielen und Reisen blieb in dieser Saison kaum Zeit dazu. »Und unsere Philosophie ist es, uns stetig zu verbessern, aber ohne Training ist das nicht möglich«, sagte Sportdirektor Himar Ojeda. Bis Donnerstag blieb dafür Zeit. Am Freitag geht es dann für Alba mit dem Euroleague-Heimspiel gegen Panathinaikos (20 Uhr/Magentasport) weiter. Zum nächsten Spielemarathon.

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