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Der »Fall Knorr« und die Folgen

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(dpa). Der Verzicht auf eine Corona-Impfung kostet Handball-Profi Juri Knorr die Teilnahme an der Europameisterschaft im Januar. »Wo jetzt alle Bescheid wissen, können wir uns dazu bekennen, dass Juri bei der EM keine Rolle spielen wird. Jetzt können wir auf dieser Grundlage unsere Personalplanungen vorantreiben«, sagte der Sportvorstand des Deutschen Handballbunds (DHB), Axel Kromer, der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der Endrunde vom 13. bis 30. Januar 2022 in Ungarn und der Slowakei gilt Stand jetzt die 2G-plus-Regelung, bei der eine Teilnahme nur für Geimpfte und Genesene (2G) mit einem zusätzlichen Test möglich ist. Da Knorrs Corona-Erkrankung mehr als ein Jahr zurückliegt, kann sich der Rückraumspieler des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen nicht auf einen Genesenen-Status berufen.

Zu seinen Motiven äußerte sich der Handballer Knorr nicht im Detail. Er betonte aber ausdrücklich: »Ich bin kein Corona-Leugner.« Er hatte sich im November vergangenen Jahres bei einer Länderspielreise mit dem Virus infiziert. »Mich hat es selbst schwerer erwischt als andere in meinem Alter. Deswegen nehme ich diese Krankheit ernst«, sagte der 21-Jährige.

Sein Klub betonte, dass man die Corona-Schutzmaßnahmen gewissenhaft umsetze. Andererseits habe man »weder die Absicht noch die Handhabe«, einen Angestellten zu einer Corona-Impfung zu drängen, sagte Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann. DHB-Sportvorstand Kromer sagte zu Knorrs Impfstatus: »Wenn Juri das aufgrund seiner individuellen Bewertung jetzt nicht tun möchte, müssen wir das einfach akzeptieren und uns auf die anderen Spieler konzentrieren.«

Statt einer Impfung setzt Knorr seit seiner Genesung auf eine regelmäßige Bestimmung seiner Antikörper sowie seiner Covid-19-spezifischen T-Zell-Antwort. »Ich vertraue diesen medizinisch bestätigten Ergebnissen in Bezug auf meine natürliche Immunität über einen Zeitraum von sechs Monaten hinaus«, sagte er.

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