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Der Aufstieg zum Dapper-Abschied?

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Jens Dapper steht zum Trainer-Abschied bei der HSG Pohlheim vor dem Drittliga-Aufstieg. FOTO: RAS © Rainer Schmidt

(mol). Wenige Sekunden nur fehlten in der Partie bei der TSG Offenbach-Bürgel (25:26) und die HSG Pohlheim hätte sich am vergangenen Sonntag zum Meister der Männerhandball-Oberliga Hessen gekürt. So möchte der Spitzenreiter den noch fehlenden Zähler am Samstagabend (20 Uhr in Holzheim) im letzten (Heim-)Spiel der Saison gegen Tuspo Obernburg einfahren und vor eigenem Publikum den Titel feiern.

Zum letzten Mal auf der HSG-Bank sitzen wird dann Jens Dapper, denn der 55-Jährige legt sein Traineramt zum Saisonende aus beruflichen Gründen nieder. Mit ihm haben wir uns über das »Meisterendspiel«, die Gründe für seinen Rückzug und über seine Zukunft unterhalten.

Bei der TSG Offenbach-Bürgel hat es für Ihr Team ja ganz knapp noch nicht für den Aufstieg gereicht. Was waren die Gründe und was macht Sie optimistisch, dass der zweite Matchball am kommenden Samstag verwandelt wird?

Das war ein absolut enges und umkämpftes Spiel auf Augenhöhe. Wir wussten, dass Offenbach eine richtig starker Gegner ist, am Ende waren es nur Kleinigkeiten. Und läuft das Spiel acht Sekunden kürzer, würde davon heute natürlich keiner reden. Was mich sehr optimistisch macht, ist die Tatsache, dass wir zu Hause spielen, wo wir bislang noch keinen Punkt abgegeben haben. Ich hoffe auf die Unterstützung der Fans und baue auch auf unser Prunkstück: die Abwehr. Zudem glaube ich, dass sich die Jungs der Bedeutung der Partie bewusst sind und alles raushauen werden.

Sie sind zu Beginn der Saison ja hinter Andreas Lex ein wenig ins zweite Glied gerückt, wenngleich Sie natürlich noch Teil eines Trainerduos waren. Wie hat die Zusammenarbeit aus Ihrer Sicht funktioniert

Das war ja vorher auch schon eingespielt und hat sehr gut funktioniert. Es war nun nur in dieser Saison so, dass es etwas mehr Andi Lex und etwas weniger Jens Dapper gab. Da haben sich einfach die Anteile etwas verschoben, vor allem natürlich beim Coaching während des Spiels. Aber natürlich haben wir schon zuvor und dann auch in dieser Saison Dinge gemeinsam ausgearbeitet und die Mannschaft weiterentwickelt. Daher hat die Zusammenarbeit auch in dieser Saison, die aber natürlich extrem lang und anstrengend für alle Beteiligten war, sehr gut funktioniert.

Zu Beginn der letzten Saison der »sanfte«, nun der komplette Rückzug. Können Sie uns noch mal kurz Ihre Gründe darlegen?

Die liegen bei mir ganz klar im Beruflichen. Wir sind da aktuell noch mitten in einem Fusionsprojekt, bei dem ich letztlich auch Verantwortung für 700 Mitarbeitende trage. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich mich akribisch auf das Training oder auch auf Spiele vorbereite. Und diese Einstellung beißt sich natürlich mit der Zeit, die mir durch meine beruflichen Verpflichtungen zur Verfügung steht. Vor allem mit den Anforderungen von Oberliga- oder Drittliga-Handball ist das nicht mehr zu vereinbaren. Aber falls Andi mal ausfallen sollte oder nicht kann, würde ich nicht ausschließen, auch in der kommenden Saison mal mit der Sporttasche in der Halle aufzutauchen. Ich verstehe mich ja unheimlich gut mit ihm und dem Team.

Bedeutet das gleichzeitig auch für alle Zeit das Ende Ihrer so erfolgreichen Karriere, sei es als Spieler oder als Trainer?

Ich habe direkt gesagt, dass ich eine Pause einlege, auch damit mich meine Familie bei anderslautenden Aussagen nicht direkt beim Wort nimmt (lacht). Nein, also ich würde definitiv nicht sagen, dass meine Karriere hiermit beendet ist und würde daher nicht ausschließen, auch zukünftig noch mal auf der Trainerbank zu sitzen. Aktuell stellt sich die Frage aber natürlich nicht, ich habe selbstverständlich auch kein Angebot anderer Vereine angenommen. Aber was die Zukunft irgendwann bringt, ist heute natürlich nicht abzusehen und hängt dann vor allem vom Thema Zeit ab.

Spieltipps sind ja nicht so gerne gesehen, aber denken Sie, dass Sie Pohlheim als Aufstiegstrainer verlassen werden? Und was erwarten Sie gegen Obernburg?

Ich erwarte wirklich ein enges und umkämpftes Spiel auf hohem Niveau. Auch wenn Obernburg in der Meisterrunde doch den einen oder anderen Punkt liegen gelassen hat, sollte man nicht vergessen, dass sie die Hauptrunde im Süden auf dem ersten Platz abgeschlossen haben. Sie haben am Wochenende keinen Druck und werden uns sicherlich nichts schenken. Daher erwarte ich zwar ein enges Spiel, aber eines, dass wir für uns entscheiden. Und dann wäre die erste Frage natürlich mit Ja zu beantworten (lacht).

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