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Den Saisonstart versilbern

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Von: Peter Froese

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Felix Erben und der SC Waldgirmes wollen in der Hessenliga in die Spur kommen. © Harald Friedrich

(red). Das heimische Trio in der Fußball-Hessenliga steht nach dem Saisonstart am Wochenende bereits vor dem Abschluss der ersten englischen Woche. Dabei möchte der FC Gießen mit dem nächsten Dreier bei Neuling SV Weidenhausen seinen guten Start schon einmal versilbern.

FC Gießen

(ths). Im ersten Saison-Heimspiel des Regionalliga-Absteigers gegen den FSV Fernwald am Mittwoch wirkte das Team von Trainer Daniyel Cimen beim 3:2 schon erstaunlich eingespielt, im Vorwärtsgang sah das mit vielen leichtfüßigen, technisch versierten Kickern wie Connor Filsinger, Mert Pekesen, Abdel Wessam Abdel, Matheaus Beal oder Francesco Calabrese vielversprechend aus. Angesichts der bekannten Saison-Vorgeschichte der Gießener eine mehr als respektable Vorstellung. Gold wert könnten für das Zusammenwachsen die Ereignisse der dramatischen Nachspielzeit sein.

»Was am Ende passiert ist, passiert nicht einfach so. Das ist passiert, weil die Mannschaft an sich geglaubt hat«, ist die Richtung der Entwicklung für Trainer Cimen die richtige. Darauf lässt sich, wie es so schön heißt, in jedem Fall aufbauen. Und zwar für das Gastspiel am Samstag beim SV Weidenhausen (15 Uhr). Und da könnte der Kontrast für den FC Gießen kaum größer sein, vom Derby mit den Fernwäldern, die mit vielen Ex-Gießenern und lokalen Spielern quasi wie ein offenes Buch da lagen, hin zum doch noch eher unbekannten Neuling in den tiefsten Norden des Landes.

Aber natürlich hat Coach Cimen die »Adler« per Video bereits bei deren überraschendem 4:1-Auftaktsieg über den FC Eddersheim studiert. Gerade einmal 800 Einwohner zählt Weidenhausen, das der erste Hessenliga-Vertreter aus dem Werra-Meißner-Kreis ist - 900 Zuschauer sahen den Premieren-Dreier. Was auf eine immense Euphorie hindeutet, wie auch Daniyel Cimen findet, der dabei die Gegebenheiten vor Ort mit einbezieht: »Sie werden sicher versuchen, gerade zu Hause möglichst viele Punkte zu holen. Wir müssen uns auf einen kleinen Hexenkessel einstellen, das ist ein enger Platz, die Zuschauer sind gefühlt neben dem Trainer.« Am Mittwoch unterlag Weidenhausen übrigens beim KSV Baunatal glatt mit 0:3.

Fraglich ist beim FC Gießen noch der Einsatz von Denis Mangafic, Aykut Öztürk und dem am Mittwoch angeschlagen ausgewechselten Deniz Vural. Eine Entscheidung fällt bei diesen Akteuren frühestens am Freitagabend. - Aufgebot FC Gießen: Duschner, Lapsic; Calabresa, Fink, Besso, Abdel, Kireski, Vural, Beal, Maingad, Pekesen, Filsinger, Mahmuti, Assar, Tatchouop, Harder, Rodriguez, Litzinger, Öztürk, Mangafic.

FSV Fernwald

(fro). Nach zwei Spieltagen steht der FSV Fernwald gemeinsam mit dem ebenfalls noch punktlosen Aufsteiger SV Unter-Flockenbach am Ende der Tabelle. Zum Ende der englischen Woche soll nun im zweiten Heimspiel heute um 15 Uhr ein Sieg gegen Aufsteiger TSV Steinbach II her.

Daniyel Bulut, der unmittelbar nach dem Schlusspfiff im Gießener Waldstadion keine Äußerungen zum Spiel abgeben wollte, hatte tags darauf wieder zu seiner ruhigen, sachlichen und fachlich analytischen Art zurückgefunden. Vom Ergebnis hatte sich seine Meinung aber bezüglich der entscheidenden Derby-Aktion nichts geändert. »Ich habe am Mittwoch schwer auf die Zunge beißen müssen, um mich nicht zu einer Äußerung hinreißen zu lassen, für die ich anschließend bestraft worden wäre. Ich war extrem aufgewühlt, obwohl es nicht meine Art ist, die Ereignisse so nah an mich heranzulassen. Nichtdestotrotz habe mir die Situation 20 Mal im Video angeschaut und dabei kein einziges Mal ein strafbares Handspiel erkennen können. Wir haben aber keine Zeit, um lange zu lamentieren, sondern bereits die nächste schwere Aufgabe vor der Brust«, sagt Bulut.

Der TSV Steinbach II hat sich den Aufstieg zur Hessenliga durch die Meisterschaft in der Verbandsliga Mitte souverän gesichert. Zum Saisonstart zeigte die Regionalliga-Reserve beim Mitaufsteiger SV Unter-Flockenbach Comeback-Qualitäten, als man einen 1:2-Rückstand mit einem Doppelschlag in der 87. und 90. Minute in einen 3:2-Sieg drehte. Auch gegen den Topfavoriten Eintracht Stadtallendorf hielt die Elf von TSV-Trainer Maik Six lange gut mit, ehe das entscheidende Gegentor zum 2:4-Endstand in der 88. Minute kassiert wurde.

»Zu Beginn der Saison sind alle Mannschaften auf Augenhöhe. Dies zeigt die Tatsache, dass nach zwei Spieltagen kein Team sechs Punkte hat. Du musst in deinen starken Phasen des Spiels wach sein und die sich dann bietenden Gelegenheiten kaltschnäuzig nutzen«, so Bulut. Der FSV-Trainer spielt dabei auch darauf an, dass seine Elf die erste Halbzeit im Derby gegen den FC Gießen komplett verschlafen hat. »Da sind wir überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen. Unsere Aktionen nach vorne waren zu träge und wenn sich dann mal die Gelegenheit zum Torabschluss ergeben hat, fehlte uns die Ruhe am Ball«, analysiert Bulut. Das sich das Selbstvertrauen und die Automatismen bei seiner jungen Elf erst noch entwickeln müssen, ist für den FSV-Trainer normal. »Die Jungs sammeln im Moment Erfahrungen. Hierfür gebe ich ihnen die nötige Zeit. Wir können uns nur selbst helfen. Dazu müssen wir aber von Beginn an Gas geben und nicht erst - wie am Mittwoch - ab der 55. Minute. Wenn es nicht spielerisch funktioniert, dann muss man auch mal auf die zweiten Bälle gehen und mehr über die Außen spielen«, so Bulut. - Personelles: Der FSV-Trainer kann bis auf Kevin Göbel (Kreuzbandriss) aus dem Vollen schöpfen.

SC Waldgirmes

(fro). Der SC Waldgirmes wartet nach zwei Spieltagen ebenfalls noch auf den ersten Saisonsieg in der Fußball-Hessenliga. Am Mittwoch bei der unglücklichen 1:2-Niederlage in Hadamar hat sich zu allem Überfluss Torjäger Natnael Tega verletzt und fällt aus. Am Kirmeswochenende kommt nun mit RW Walldorf (Sa., 15 Uhr) ein harter Brocken.

»Wir hatten uns am Mittwoch einiges vorgenommen und mussten eine ganz bittere Niederlage quittieren. Ich habe schon häufig als Trainer verdient verloren, aber dieses Ergebnis wurmt mich sehr. Wir hatten so viele Chancen wie schon lange nicht mehr. Mit Felix Erben, der aufgrund einer Magen-Darm-Infektion kurzfristig abgesagt hatte, und Lucas Hartmann, der beruflich in den USA war, hätten wir sicher gewonnen. Zumal auch Natnael Tega bis zu seiner Verletzung eine starke Partie absolviert und den zwischenzeitlichen Ausgleich markiert hatte«, sagte Schappert.

Gegen Walldorf ist die Bilanz der Schappert-Elf aus der Vorsaison ausgeglichen. Während man in Walldorf 0:2 unterlag, konnte man sich zu Hause mit 3:2 durchsetzen. Und auf ein ähnliches Heimergebnis hofft man im SCW-Lager, um sich die richtige Feierlaune für den Abend zu verschaffen. »Wir wollen nach dem Spiel unseren Mannschaftsabend feiern. Mit einem Sieg würde das Bier im Kirmeszelt besser schmecken«, so Schappert.

Die Rot-Weißen hatten zwar ihre Auftaktpartie bei Viktoria Griesheim mit 1:2 verloren, reisen aber nach dem 5:0 über Aufsteiger SV Unter-Flockenbach mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen an.

Personelles: Lucas Hartmann ist am Freitag aus den USA zurückgekehrt, auch mit Felix Erben plant der SC-Trainer wieder. Luis Stephan ist noch keine Option, obwohl er seine Corona-Infektion überstanden hat. Der Einsatz von Maximilian Wiessner im Derby gegen den FC Gießen hatte sich als zu früh erwiesen. Der Neuzugang aus Stadtallendorf wird wie Natnael Tega, dessen Sprunggelenksverletzung per MRT noch genauer diagnostiziert werden muss, voraussichtlich drei Wochen pausieren müssen. Kian Marius Golafra befindet sich am Wochenende auf einer Hochzeit in Portugal und steht nicht zur Verfügung. Robin Fürbeth ist im Urlaub.

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Michael Fink (am Boden) und der FC Gießen sind erfolgreich in die neue Hessenliga-Saison gestartet, Tom Woiwod und Lokarivale FSV Fernwald stehen indes nach zwei Niederlagen bereits unter Druck. © Oliver Vogler

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