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Im Gegensatz zur Niederlage gegen Rostock mit 34 Gegentreffern (hier Johannes Klein Nr. 33 und Tristan Kirschner Nr. 6) will der TV Hüttenberg gegen Essen nochmal über sich hinauswachsen und der Abwehr Stabilität verleihen.

»Den Karren aus dem Dreck ziehen«

  • VonMarkus Röhrsheim
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(mro). Runde zwei der englischen Weihnachtswoche in der 2. Handball-Bundesliga. Nach der 27:34-Niederlage gegen den HC Empor Rostock hat der TV 05/07 Hüttenberg bereits heute um 19.30 Uhr die Chance auf Wiedergutmachung. Dabei empfängt das Original aus Mittelhessen TUSEM Essen, ehe am Sonntag um 17 Uhr mit der Auswärtspartie beim ASV Hamm-Westfalen am 2.

Weihnachtsfeiertag das Handballjahr 2021 geschlossen wird.

Die Heimserie : Trotz verschärften 2G+-Corona-Beschränkungen (Geboosterte brauchen keinen Testnachweis), damit einhergehender Kapazitätsbeschränkung und durchgängiger Maskenpflicht in der Halle, gaben die 450 Zuschauer am Samstag gegen Rostock alles. Sie konnten aber nicht verhindern, dass nach zuvor sieben Heimsiegen die Serie gerissen ist. Die Blau-Weiß-Roten konnten dem Heimpublikum nur knapp 40 Minuten Freude bereiten. Vorne im Abschluss zu fahrlässig mit den durchaus vorhandenen Torchancen umgehend, obwohl von Trainer Johannes Wohlrab nach der Niederlage in Emsdetten explizit gefordert.

In der Abwehr in der zweiten Halbzeit zudem überfordert mit der unorthodoxen Empor-Angriffsformation mit drei Kreisläufern, die den Blau-Weiß-Roten in 30 Minuten satte 23 Gegentreffer einschenkte. Eine erfolgreiche Überzahlvariation im sieben gegen sechs, aber sicherlich kein Augenschmaus für Handball-Ästheten. »Wir haben heute und in Emsdetten hinten unsere Kompaktheit nicht hinbekommen. Auch ich bin in diesen Spielen nicht an mein Maximum gekommen«, gab sich Torhüter Dominik Plaue aber durchaus selbstkritisch.

»Jetzt haben wir zweimal ganz bitter verloren. Die Kunst ist es, jetzt zusammen den Karren aus dem Dreck zu ziehen«, weiß Wohlrab. »Aber das traue ich den Jungs zu.«

Die Personalprobleme: Die so erfolgreiche Belastungsverteilung von Wohlrab, der oftmals zur Mitte der Halbzeit fast komplett durchwechselt, war gegen Rostock nicht möglich. Die Langzeitverletzten Simon Böhne (Kahnbeinbruch), Neuzugang Joel Ribeiro (bei dem Wohlrab keine zeitliche Prognose geben kann) und Tobias Hahn, dessen Fußverletzung abklingt, sodass der Routinier nach der EM-Pause wieder einsatzfähig sein sollte, stehen weiter auf der Ausfallliste. Zudem fehlen Linksaußen Philipp Schwarz nach seiner Corona-Quarantäne, aus der er am Montag herausgekommen ist, noch einige Trainingstage. Und zu allem Überfluss fällt auch noch Abwehrchef Moritz Zörb nach einer Kapselverletzung am Zeh aus und ist nur als Unterstützer neben der Bank verfügbar. »Wir hätten ihn fitspritzen können«, ließ der TVH-Coach aber wissen, dass diese kurzfristige Maßnahme mit Blick auf die noch lange Saison keine Option war. Beide könnten aber heute wieder für etwas Entlastung sorgen. »In der zweiten Halbzeit gegen Rostock hat man gemerkt, dass uns die Körner ausgegangen sind. Aber wir haben noch zwei Spiele und müssen jetzt alle Mann nochmal an einem Strang ziehen. Wir müssen noch mal über uns hinauswachsen und durchgängig eine Top-Leistung abrufen«, fordert der 35-jährige.

Der Gegner aus Essen : Dreifacher Deutscher Meister und Pokalsieger sowie Europapokalsieger mit so bekannten Größen wie Jochen Fraatz oder auch dem aktuellen Bundestrainer Alfred Gislason. Soweit die Historie - die Aktualität heißt Erstligaabsteiger nach nur einem Jahr in der Beletage. Aber auch Mitfavorit für die direkte Rückkehr in Liga eins und aktuell, wie der um einen Punkt besser dastehende TVH, Siebter in der durch die überraschende Niederlage von Gummersbach in Rimpar noch enger zusammengerückten Tabellenspitze.

»Dass wir zu diesem Zeitpunkt mit Essen auf Augenhöhe stehen, das hätte so wohl niemand vermutet«, sieht Wohlrab nach erstmals zwei Niederlagen am Stück keinen Grund in Panik zu verfallen. Denn Essen gleicht in dieser Saison eher einer Wundertüte. Starker Saisonstart mit vier Siegen, vier Niederlagen in Folge und zuletzt wieder 7:1 Punkte, darunter allerdings auch ein Unentschieden beim Tabellenvorletzten in Dormagen beim letzten Auswärtsauftritt. Man darf also gespannt sein, welches Gesicht der TUSEM heute Abend zeigen wird.

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