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Das Selbstvertrauen vom 29:27-Überraschungscoup gegen den THW Kiel will die HSG Wetzlar heute zum Auswärtsspiel beim TSV GWD Minden mitnehmen.

Den Gegner nicht unterschätzen

Die HSG Wetzlar reitet in der Handball-Bundesliga auf der Welle des Erfolgs. Nach dem sensationellen Sieg über den THW Kiel am Sonntag muss das Team von Trainer Ben Matschke heute bei Schlusslicht TSV GWD Minden antreten (19.05 Uhr) und steht bei den Ostwestfalen vor einer großen Herausforderung.

Die Euphorie und das Selbstbewusstsein vom 29:27-Überraschungscoup gegen den THW Kiel mitnehmen und den Fans und sich selbst ein schönes Weihnachtsgeschenk machen: Das will die HSG Wetzlar heute Abend im Auswärtsspiel beim TSV GWD Minden im vorletzten Match des Jahres in der Handball-Bundesliga (Anwurf 19.05 Uhr).

Doch Vorsicht ist geboten. Auch wenn die Mindener aktuell auf dem letzten Tabellenplatz stehen, sind sie keineswegs zu unterschätzen, brauchen sie doch jeden Punkt im Abstiegskampf.

Die Ausgangslage: Die HSG Wetzlar ist derzeit die Mannschaft der Stunde und steht mit 19:13 Punkten auf dem fünften Platz im Tableau. Das Team von Coach Ben Matschke ist seit drei Bundesliga-Auseinandersetzungen ungeschlagen. Insgesamt zeugen die neun Siege aus 16 Partien von der Eingeschworenheit und dem Siegeswillen der Mittelhessen. Dabei versteht es Matschke stets, auch nach der derben Pokalpackung in Erlangen, seine Jungs immer wieder aufzubauen, zu motivieren und sich voll auf die nächsten Aufgaben zu fokussieren.

Wetzlars heutiger Gegner aus Minden weilt nach 16 Auftritten auf dem letzten Platz, hat erst drei Spiele gewonnen, davon nur eins in eigener Halle. Allerdings ist das Schlusslicht in den letzten zwei Wochen mit Erfolgen über den Bergischen HC (25:21) und in Leipzig (26:25) wiedererstarkt. Im Pokal vor einer Woche kegelte der TSV das Team aus Göppingen mit 31:28 raus. Dies dürfte den Ostwestfalen im Kampf um den Klassenerhalt eine Menge Selbstvertrauen geben.

Die Statistik: In den letzten vier Begegnungen in der Bundesliga zwischen beiden Mannschaften hieß der Gewinner stets Wetzlar. Dabei wurden die Partien jeweils mit mindestens drei Toren Unterschied gewonnen. Generell gelang es den Mittelhessen in insgesamt 41 Matches (davon zwei im DHB-Pokal) 22 Mal als Sieger vom Parkett zu gehen. Ganze 13 Mal durfte der TSV GWD jubeln, sechsmal trennten sich beide Unentschieden.

Das Personal: Bei der HSG Wetzlar kann Ben Matschke auf seine gesamte Kapelle zurückgreifen.

Auf Gastgeber-Seite fehlen die Langzeitverletzen Miljan Pusica und Christoph Reißky (beide Kreuzbandriss) sowie Doruk Pehlivan (Knieverletzung). Hinter dem Einsatz von Joshua Thiele steht noch ein Fragezeichen. Bester Torschütze ist Rechtsaußen Tomas Urban mit 81 erzielten Treffern. Auch wenn Torhüter Malte Semisch bereits 122 Paraden in dieser Spielzeit auf dem Konto hat, zählt die Abwehr mit 470 Gegentreffern zur drittschlechtesten der Liga. Ein gutes Omen für die Wetzlarer Offensive, die mit 457 Toren die viertbeste der Liga darstellt.

Das sagt HSG-Coach Ben Matschke: »Wir gehen jetzt vom leichtesten zum schwersten Spiel. Für Außenstehende ist das vielleicht nicht so nachvollziehbar, aber Minden hat jetzt ein Weihnachtsspiel zu Hause und das wird für uns sehr, sehr schwer werden. Sie sind jetzt drin in der Saison und haben einen Lauf. Sie haben die letzten drei Spiele, inklusive Pokal, alle gewonnen und haben jetzt gute Voraussetzungen, da unten rauszukommen. Minden kommt übers Kollektiv und kann dabei sehr gefährlich werden.

Das sagt Minden-Trainer Frank Carstens auf der GWD-Homepage über die großgewachsene HSG-Deckung: »Das wird eine ganz entscheidende Aufgabe, wir brauchen einen sehr schnellen Ballfluss, um vorne in die Lücken zu kommen und die Sperren zu stellen. Aus der Distanz sind sie mit ihrer Block-Torhüter-Kooperation wirklich sehr, sehr gut. Wir brauchen ein überragendes Tempospiel.«

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