Die Ex-Grünbergerin Ama Degbeon (mit Ball) steht mit ihren Florida State Seminoles kurz vor dem Einzug in die "Elite Eight".	(Foto: Vogler)
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Die Ex-Grünbergerin Ama Degbeon (mit Ball) steht mit ihren Florida State Seminoles kurz vor dem Einzug in die »Elite Eight«. (Foto: Vogler)

Degbeon in den »Sweet 16«

(mv) Zwischen den Basketball-Spieltagen: Warum die ehemalige Grünbergerin Ama Degbeon nun in Amerika für Furore sorgt.

(mv) Kopfschütteln beim französischen Basketball-Topteam Limoges CSP: Dem Club aus dem Limousin wurde der Sieg über Cholet vom 16. Spieltag der laufenden Saison wieder aberkannt. Dabei hatte der derzeitige Drittplatzierte eigentlich nichts falsch gemacht: Alle Spieler waren ordnungsgemäß für Limoges gemeldet, niemand gedopt oder gesperrt, keine irregulären Körbe wurden erzielt. Doch der Teufel steckt im Detail: Trainer Jean-Marc Dupraz setzte Mickael Gelabale ein – und der hatte den 16. Spieltag bereits bestritten. Der Flügelspieler, der bereits für Real Madrid, die Seattle SuperSonics und die Minnesota Timberwolves auflief, war bis Anfang des Jahres beim französischen Meister Strasbourg IG unter Vertrag und hatte mit den Elsässern am 29. Dezember 93:70 gegen Boulogne gewonnen. Eine Woche später wechselte er zu Limoges, die am 10. Januar ein Nachholspiel gegen Ex-46ers-Profi Zack Peacock und Cholet zu absolvieren hatten. Doch die Freude über das 83:73 währte nur bis zur letzten Woche. Da entschied der Rechtsausschuss der Pro A, Frankreichs erster Liga, dass ein Spieler nach Artikel 130 der Spielordnung nicht an einem Tag für zwei Clubs auflaufen darf. Auch dann nicht, wenn sich dieser Tag über zwei Wochen verteilt.

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In der NBA wäre es übrigens kein Problem gewesen: Es gab dort sogar schon Fälle, in denen Spieler gegen sich selbst gespielt haben. 1979 wurde ein Teil eines Duells zwischen den Philadelphia 76ers und den New Jersey Nets wiederholt. In der Zwischenzeit hatten beide Teams allerdings einige Spieler getauscht, die nun für den Rest der Partie quasi gegen sich selbst spielten. So erzielte Eric Money in diesem Spiel 23 Punkte für die Nets – und vier Zähler für Philadelphia.

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Die Vorkommnisse beim Euroleague-Spiel zwischen Alba Berlin und Galatasaray haben ein Nachspiel: Die Euroleague ermittelt derzeit gegen beide Vereine. Vor dem Duell der beiden Clubs am letzten Donnerstag waren Anhänger der Türken durch die Berliner Arena am Ostbahnhof gestürmt und hatten sich Rangeleien mit Alba-Fans geliefert. Daraufhin wurde der Spielbeginn um eine Stunde nach hinten verlegt. Dem deutschen Hauptstadt-Club droht nun eine Geldstrafe wegen Verstößen gegen die Sicherheitsrichtlinien der Euroleague. Galatasaray hatte in dieser Saison bereits drei Heimspiele vor leeren Rängen austragen müssen, nachdem ein Fan von Roter Stern Belgrad beim Gastspiel in Istanbul erstochen worden war.

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Ebenfalls vor einer Woche wurde die Insolvenz von TBB Trier bekannt. Der Traditionsverein von der Mosel, der am Wochenende mit einem 80:60-Sieg in Oldenburg für eine kleine Sensation – und in letzter Konsequenz auch für die Entlassung von Oldenburgs Trainer Sebastian Machowski – sorgte, musste am Freitag die Zahlungsunfähigkeit bei Gericht in Trier anzeigen und bekam von der BBL acht Punkte abgezogen – vier für die Insolvenzanmeldung und vier weitere für Falschangaben im Rahmen der Lizenz. Bereits seit Januar hatten die Spieler des Bundesligisten kein Gehalt mehr erhalten. Dass dennoch keiner der Akteure das Team verließ, war offenbar allein Cheftrainer Henrik Rödl zu verdanken: »Er hat uns motiviert, auch als wir immer wieder zu hören bekamen: ›Nächste Woche gibt es Geld, nächste Woche ganz sicher.»«, zitiert der »Trierische Volksfreund« einen namentlich nicht genannten Spieler.

Dabei soll der 178-fache Nationalspieler auch angeboten haben, seinen Schützlingen im Zweifelsfall finanziell unter die Arme zu greifen: »Er hat gesagt, wenn jemand Geld braucht, dann soll man sich an ihn wenden«, so die anonyme Quelle des »Volksfreund«. Bleibt zu hoffen, dass bei so viel Engagement des Trainers den Trierern die gleiche 180-Grad-Wende gelingt, die Heiko Schelberg und Co. bei den Gießen 46ers geschafft haben. Auch für die oft vergessenen Angestellten, die im normalen Tagesgeschäft kein Trikot tragen.

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Dass Javon Baumann mit seinem Team im US-College-Basketball einen ruhigen März erlebt, wurde bereits vor einer Woche an dieser Stelle erwähnt. Anders läuft es bei Ama Degbeon: Die Nationalspielerin, bis zum Sommer in Grünberg und Marburg aktiv, erreichte nach Siegen über Alabama State und die Florida Gulf Coast University mit den Florida State Seminoles das Achtelfinale, die sogenannten »Sweet 16« im NCAA-Turnier der Damen. Am morgigen Freitag spielen Degbeon und Co. gegen die Arizona State University um den Einzug in die »Elite Eight« – einen Schritt vom prestigeträchtigen Final Four entfernt, das in dieser Saison in Tampa (Florida) stattfindet.

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