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Die Hüttenberger »Fohlen« wollen die Zweitliga-Zukunft des TV 05/07 auf dem Handball-Parkett erfolgreich gestalten.

Das »Fohlen«-Quartett

Der TV 05/07 Hüttenberg kehrt am Samstag beim TV Emsdetten zurück in den Zweitliga-Alltag. Doch bevor es nach der WM-Pause weitergeht, werfen wir einen Blick auf die Youngster aus dem Perspektivkader.

Die finanziellen Zwänge, die nicht nur aus der Corona-Zeit resultieren, gehen auch am heimischen Handball-Zweitligisten TV 05/07 Hüttenberg nicht vorbei. Beim eingeleiteten Verjüngungsprozess entschieden sich die Klubverantwortlichen, verstärkt Youngstern aus der eigenen Jugend eine Chance zu geben. Mit ihrer Teilnahme am Trainingsbetrieb und zeitweise auch bei Spielen im Kreis der Zweitliga-Mannschaft zu sein, sollen sie sich zeigen und empfehlen. Trainer Johannes Wohlrab weiß, dass der Sprung von der A-Jugend in die 2. Liga oftmals nicht einfach zu bewältigen ist: »Es fehlt den Jungs so ein bisschen das Sprungbrett, um sich über viel Spielpraxis die Erfahrung zu holen. Zumal durch die Pandemie der Spielbetrieb unterhalb der 2. Liga ja aussetzt und sie bei uns lediglich Training absolvieren können.« Doch ob Teilnahme am Trainingsbetrieb oder im Kader eines Spieltags - jede Einheit bereitet dem »Fohlen-Quartett« Patrick Jockel, Tristan Kirschner, Philip Opitz und Philipp Schwarz große Freude.

Philipp Schwarz

Philipp Schwarz, waschechter Hüttenberger und seit den Minis im Verein, ist an seinem ersten Teilziel angekommen. »Es ist ein absoluter Traum, der in Erfüllung geht und mir eine große Chance bietet. Schon früh war es mein Ziel, zum Umfeld der ersten Mannschaft zu gehören. Jetzt will ich mich fest in den Kader spielen und mich weiterentwickeln.« Der 18-jährige Linksaußen stand bislang in zehn Partien im Kader der ersten Mannschaft und netzte gegen die SG BBM Bietigheim doppelt. Durch seinen Vater Markus, der als Jugendwart im Hauptverein agiert, war ihm der Handball ohnehin schon in die Wiege gelegt. Trainer Wohlrab sieht großes Entwicklungspotenzial beim Abiturienten. »Er bringt eine totale Lockerheit mit, immer mit einem Lachen in die Halle kommend. Ich hoffe, dass diese Lockerheit noch zu einer Waffe für ihn wird, denn er investiert alles in den Handball.«

Tristan Kirschner

Auf der rechten Außenbahn beheimatet, sammelt auch Tristan Kirschner im Trainingsumfeld eifrig Erfahrungen. Der angehende Physiotherapeut stammt ursprünglich von der HSG Großen-Buseck/Beuern. Zwar hatte auch damals die HSG Wetzlar an ihm Interesse, letztendlich war es aber wohl Philipp Schwarz, der ihn zur Entscheidung für den TV Hüttenberg brachte. »Ich habe Philipp in der Bezirksauswahl kennengelernt und wir haben uns gut verstanden. So kam der Kontakt zum TVH zustande und ich sehe es als große Wertschätzung, jetzt überhaupt im Kreis der Mannschaft zu sein.«

Seinen ersten Treffer in der 2. Liga hat auch der Blondschopf schon erzielt - am 2. Spieltag gegen die Rimparer Wölfe. Trainer Wohlrab erzählt vom Trainingsalltag mit Kirschner: »Tristan arbeitet viel individuell im Wurftraining mit unseren Torhütern. Er bringt mit 1,90 m eine gute Körpergröße mit und verfügt über eine starke Sprungkraft. Für seine weitere Entwicklung sind das optimale Voraussetzungen.«

Patrick Jockel

Gute Voraussetzungen? Die bringt auch Kreisläufer Patrick Jockel mit. Gerade erst hat der 2,06-m-Mann seinen Vertrag um ein weiteres Jahr bis 2022 verlängert und soll behutsam aufgebaut werden. Der 19-Jährige stand bei fast allen Spielen in dieser Saison im Kader, gab vor allem defensiv Dauerbrenner Vit Reichl Verschnaufpausen. Gegen Konstanz gelang ihm sein erster Treffer. Von der TSG Oberursel stammend, wechselte er 2018 zum TV Hüttenberg.

»Nach einem Testspiel kontaktierte mich Arno Jung und fragte mich nach einem Probetraining. Daraufhin wurde ich erst einmal mit einem Zweitspielrecht ausgestattet«, erzählt der Sportmanagement-Student. Sein aktueller Trainer hält große Stücke auf ihn: »Ich habe bei Patrick große Hoffnungen für die Zukunft, wenn er seine aktuelle Bereitschaft beibehält. Er hat bombastische Fähigkeiten, erinnert mich so ein bisschen an Mark Dragunski.«

Philipp Opitz

Hoffnungen für die Zukunft liegen auch auf Philip Opitz. Der Rückraumspieler stieß in der D-Jugend bereits von der HSG Fernwald zum TV Hüttenberg und erzählt: »Aufmerksam auf Hüttenberg wurde ich 2011, als sie in der Bundesliga gespielt haben. Ich habe fast alle Heimspiele live gesehen und wollte gerne in den Verein.« Zwar sammelte der Abiturient noch nicht viel Spielzeit auf der Bundesliga-Bühne, was für ihn diese Saison aber auch nicht im Vordergrund steht. Coach Wohlrab lobt u. a. die Einstellung von Opitz. »Er ist ein sehr ruhiger Typ, der aber immer genau zuhört und sofort die Dinge umsetzt wie besprochen. Stellt dazu immer Rückfragen im Training und ist wissbegierig.«

Durch die hohen Belastungen der kommenden Wochen wird der ein oder andere der Youngster sicher seine Einsatzzeit bekommen - und sei es, um den Etablierten Ruhepausen zu geben. Beim TVH hoffen sie allerdings, dass zur neuen Saison auch die 3. Liga wieder spielt und vielleicht der eine oder andere von der Kooperation mit der HSG Wetzlar profitiert. »Das wäre definitiv eine Entwicklungsmöglichkeit. Das Potenzial hätten sie alle«, sagt Johannes Wohlrab. Vielleicht aber drängt bis dahin auch schon einer fest in den Zweitliga-Kader, womit der TVH aus der Not eine Tugend machen würde.

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