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Die Doppellizenzspieler um Tim Uhlemann nehmen am Wochenende eine entscheidende Rolle ein. Kommen sie für die fast parallel antretende Bundesliga-Mannschaft der 46ers zum Einsatz, fehlen sie dem Farmteam von Rolf Scholz. FOTO: FRIEDRICH

Wer darf mit nach Oberhaching?

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(sks). Die Partie der Gießen Rackelos in der dritten Basketball-Liga in Oberhaching (Samstag, 19 Uhr) steht unter dem Einfluss des wichtigen Bundesliga-Spiels der großen 46ers gegen Bonn. "Wir müssen unsere Ambitionen zurückstellen, darauf liegt der Fokus", sagt Rolf Scholz. Grund für die Abhängigkeit sind die Doppellizenzspieler, die für beide Mannschaften auflaufen dürfen. Bislang war der ProB-Cheftrainer von dieser Form der Personalnot fast immer verschont geblieben.

Zwei Drittel der Hauptrunde in der Südstaffel sind bereits vorbei. Parallelspiele der Gießen 46ers I und II waren bislang eher eine Seltenheit. Am Samstag aber ist es soweit: Wenn die Rackelos beim Aufsteiger TSV Tropics Oberhaching gerade in die entscheidende Spielphase kommen, erfolgt in der heimischen Osthalle der Sprungball des BBL-Teams gegen Bonn. Das Match des Farmteams in der Grundschule Deisenhofen ist für 19 Uhr angesetzt.

Erst kurzfristig soll entschieden werden, wer die Reise nach Süddeutschland mit antritt. Müssen mit Leon Okpara, Tim Köpple und Tim Uhlemann alle Doppellizenzler in der Beletage ran, so fehlen dem Farmteam aus dem Stand etwa 26 Punkte. "Das erschwert die Lage zusätzlich", erklärt Scholz, der aufgrund der großen Bedeutsamkeit des Bonn-Spiels aber Verständnis zeigt: "Damit wissen wir umzugehen, und es müssen eben andere in die Bresche springen. Wir haben gute Jungs in der Pipeline, die bereit sind." Unter anderem Youngster David Amaize spielt eine beeindruckende Runde. Erst gegen Baunach stand er mit 17:40 Minuten länger auf dem Parkett als je zuvor in der ProB.

Punkte zu verschenken haben die Rackelos bei den Tropics in Oberhaching nicht. Suggeriert die Tabellensituation eine klare Verteilung der Rollen, so rechnet Scholz mit einem harten Fight beim Vorletzten der Liga. "Sie haben nichts zu verlieren und sind ein sehr unangenehmer Gegner", sagt der ehemalige Aufbauspieler. Schon im Hinrundenspiel mussten die Mittelhessen über 40 Minuten alles geben. Erst auf den Schluss-metern konnten sie dem Aufstiegsteam enteilen, das damals erst einen Sieg verbuchen konnte. Aus den letzten sechs Partien konnte der TSV aber drei Punktgewinne mitnehmen.

"Sie sind mit allen Wassern gewaschen und spielen schon lange zusammen", erklärt Scholz weiter und warnt vor dem nachverpflichteten Osari Knox: "Er ist ein zusätzlicher Scorer. Sie verfügen über viele Akteure, die zweistellig punkten können." Diese Ausbeuten gehen jedoch oft zulasten der Trefferquote. Aus dem Feld treffen die Hachinger nur 41 Prozent ihrer Schüsse. Vor allem aus dem "Dreipunkteland" leiden die Tropics unter Ladehemmung.

Gießen konnte nach dem wichtigen Sieg über Baunach die Position im oberen Tabellendrittel behaupten. Im Kampf um die Plätze drei und vier, mit denen das Heimrecht in der ersten Playoffrunde einherginge, deutet sich ein Fernduell mit drei Mannschaften an. Neben den Hessen buhlen noch Coburg, Baunach und Speyer um einen bevorzugten Platz. Würzburg und Elchingen an der Tabellenspitze scheinen indes bereits enteilt.

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