Daniel Beck trifft in der Nachspielzeit zum 4:3 für den FSV Fernwald

(se) Eine Energieleistung nach dem Wechsel brachte den Erfolg. Nach einem 1:3-Pausenrückstand gewann Fußball-Hessenligist FSV Fernwald am Donnerstagabend gegen die zweite Mannschaft der Offenbacher Kickers mit 4:3 und holte damit drei im Kampf um den Ligaverbleib wichtige Punkte.

Der spielentscheidende Treffer fiel in der 92. Minute; Torschütze war Daniel Beck, der damit die Vorhersage von Trainer Stephan Belter (»Wenn er trifft, trifft er doppelt«) erfüllte, denn bereits in der 53. Minute hatte der FSV-Kapitän durch seinen Treffer zum 2:3-Anschluss im Spiel gehalten. Bei aller Freude über die drei Punkte blieb Stephan Belter in der Bewertung des Sieges betont sachlich. »Wenn ich Risiko gehe, brauche ich etwas Glück, und das habe ich heute gehabt.« Das hatten die Fernwälder gegen die OFC-»Zweite« auch dringend nötig.

Nach der ersten Spielhälfte, in der sich die Offenbacher durch ihren erfrischenden Offensiv-Fußball verdientermaßen eine 3:1-Führung herausgeschossen hatten, stellte Belter um. Die Viererkette wurde zur einem Dreierblock, und das sollte sich auszahlen. Nach 45 Minuten sahen die Offenbacher wie die sicheren Sieger aus, nach rund 92 Minuten jubelten die Fernwälder - und wie.

Vor der Pause allerdings hatte der FSV große Probleme mit dem schnellen, variablen Kombinationsspiel des OFC, der bereits in der zweiten Minuten durch ein Freistoßtor von Gökhan Aydin in Führung ging. Mit Glück und dank Entscheidungsprobleme von OFC-Keeper Maurice Paul kam Fernwald drei Minuten später zum Ausgleich. Der Gästetorhüter hatte bei einem Rückpass das Leder unter Kontrolle, wusste aber nicht, wo er das Leder hinspielen sollte. Die Entscheidung nahm ihm Domenico die Rosa ab und Paul den Ball vom Fuß. Der Rest war schnell erledigt. Trotz dieses Geschenkes fand der FSV nicht ins Spiel. Immer wieder wurde die FSV-Hintermannschaft ausgehebelt. Zunächst konnten die Fernwälder einen weiteren Gegentreffer verhindern, doch in der 40. Minute nahm der Offenbacher Sascha Wolfert einen Steilpass auf und gab Sven Schmitt im FSV-Tor das Nachsehen. Das 3:1 für den Gast eine Minute vor dem Pausenpfiff erzielte Francesco Mazzone mit einem Flachschuss ins rechte Eck.

»Mit dieser ersten Halbzeit können wir in der Liga nicht bestehen«, stellte hinterher Stephan Belter fest, beorderte zur zweiten Hälfte Dominik Völk aus dem Mittelfeld in die Abwehrkette, brachte Burim Gashi als Sechser, und hatte damit Erfolg. Auch Daniel Beck, Kapitän und Doppeltorschütze vom Dienst, bemängelte: »Die erste Halbzeit haben wir total verschlafen«, freute sich aber, dass der FSV in der zweiten Hälfte »überragend gekämpft« habe.

In der 53. Minute vollstreckte Daniel Beck nach einem tollen Sololauf von Kevin Buycks zum 2:3. Nach 71 Minuten köpfte Kahrmann Damar eine weite Flanke von Jan-Erik Münnich zum 3:3 ein. Die Karten waren neu gemischt. Die Offenbacher hatten im zweiten Durchgang mehrfach die Chance zum vierten Treffer, doch Sven Schmitt hielt mit tollen Parade bei Schüssen bzw. bei Eins-zu-eins-Situationen gegen Aydin (52.), Oktay Bulut (78.) und Mazzone (87.) im Spiel. In der Nachspielzeit setzte der FSV die Offenbacher unter Druck. In der 92. Minute kam Damar nach einer abgewehrten Ecke an den Ball, seinen Schuss konnte Gästetorwart Paul nicht festhalten, wehrte den Nachschuss von di Rosa ab, ehe Daniel Beck mit einem trockenen Schuss ins lange Eck das 4:3 erzielte.

Die Steinbacher waren aus dem Häuschen; mitten im Torjubel der Fernwälder ertönte der Schlusspfiff.

»Zu jung, zu dumm, zu unerfahren«, beschrieb seine Mannschaft hinterher OFC-Trainer Jürgen Baier, der sich darüber aufregte, dass Schiedsrichter Benjamin Witzel die Nachspielzeit (»seine Uhr lief wohl im Zeitlupentempo«) seiner Meinung nach zu sehr ausdehnte.

FSV Fernwald: Schmitt - Münnich, Simmons (ab 46. Gashi), König, Öztürk - Buycks, Völk, Diedrich (ab 82. Brancatisano), Damar - Beck, di Rosa.

Kickers Offenbach II: Paul - Hoerst, Modica, Tokmak, Reinhard - Grammel, Mazzone, Tusha (ab 67. Henrich), Bulut - Aydin (ab 86. Pintaric), Wolfert (ab 82. Akpunar).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Witzel (Wiesbaden). - Zuschauer: 150. - Torfolge: 0:1 (2.) Aydin, 1:1 (5.) di Rosa, 1:2 (40.) Wolfert, 1:3 (44.) Mazzone, 2:3 (53.) Beck, 3:3 (71.) Damar, 4:3 (90. +2) Beck. - Gelbe Karten: Gashi (55.), di Rosa (69.), Diedrich (82.) - Bulut (69.). - Gelb-Rote Karte: Bulut (Offenbach, 79.).

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