Erfolg bei der Skoda Velotour

Dagmar Rinn stürmt auf das Podest

  • Ronny Herteux
    VonRonny Herteux
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Allein über 6300 Starter bei der Skoda Velotour – das Radrennen Eschborn–Frankfurt war bei strahlendem Sonnenschein auch ein Festtag für die heimischen Zweirad-Cracks.

Was für ein Tag für den deutschen Radsport: Pascal Ackermann triumphiert beim Klassiker Eschborn–Frankfurt nach 187,5 Kilometern und 3222 Höhenmetern, John Degenkolb macht noch vor Titelverteidiger Alexander Kristoff den Doppelsieg perfekt. Allerdings waren es nicht nur die Profis, die an einem Tag mit 17 Rennen die Zuschauer in Frankfurt sowie auf den Straßen zum und im Taunus begeisterten. Viele mittelhessische Rennradfahrer hatten sich am Tag der Arbeit an die Startlinie gestellt und mit zum Teil bemerkenswerten Resultaten auf sich aufmerksam gemacht.

Tim Nissel schnell unterwegs

Die Jugendrennen wurden in der Frankfurter Innenstadt mit Start und Ziel an der Alten Oper ausgetragen, wodurch der Nachwuchs in den Genuss einer imposanten Kulisse kam. In den Lizenzrennen hinterließ besonders der mittelhessische Nachwuchs einen starken Eindruck. Thorben Jost vom RSC Grünberg, der für gewöhnlich auf den deutschen Mountainbike-Pisten sehr erfolgreich unterwegs ist, musste sich über 35 km bei den U17-Jugendlichen nur dem siegreichen Daniel Schlag (Radteam Aichach) im Schlussspurt geschlagen geben. Nach 50:17 Minuten hatte er sich aus einer 22 Personen starken Spitzengruppe heraus bis auf Platz zwei nach vorne katapultiert.

Christiaan van Rees war bei den U15-Jugendlichen über 28 Kilometer (36:50 Minuten) am Ende der Schnellste mit knapp 20 Sekunden Vorsprung. Hier folgte in einem hessischen Duell Tim Nissel von der RV Kleinlinden als Siebter gleich hinter Louis Gentzik (RSV Fulda/6.) und Louis Leidert (RSV Seeheim/5.). Bemerkenswert der Hinweis, dass Nissel mit einem Schnitt von 45,20 km/h unterwegs war. Auch hier bildeten 22 Fahrer eine Verfolgergruppe, in der Arvid Koop (45,19 km/h) als 16. noch stark mitzumischen verstand. Kimi-Tjark Dauber (27.) und Samuel Möller (34./alle RV Gießen-Kleinlinden) rundeten den gelungenen Auftritt ab. Der U13-Nachwuchs hatte in der Frankfurter Innenstadt 21 Kilometer zu absolvieren, wobei Jonathan Kowalsky (RV Gießen-Kleinlinden) Rang 15 beim Sieg von Tyler Eyk (TWC de Amstel) belegte. Eyk hatte zehn Sekunden Vorsprung auf das große Feld, mit einer Minute Rückstand war Kowalsky noch in der ersten Hälfte vertreten.

Koop und Schmidt in der Wertung

Auch die Bundesliga war in das große Programm am 1. Mai integriert, die U19 und Masters hatten ihren dritten Durchgang zu absolvieren. Auf 84,5 km entwickelte sich ein sehr schnellen Rennen, bereits am Feldberg riss das Peloton in verschiedene Gruppen auseinander. Nur die 33 Personen umfassende Spitzengruppe durfte später auf die Frankfurter Innenstadtrunde einfahren, wobei Tim Oelke (Stevens Juniorenteam Thüringen) im Massensprint gewann. Leonhard Schneider und Florian Wiegand hatten diesmal einen schönen Lauf und fuhren erstmals in die Wertung, wobei Schneider mit einem Schnitt von 34,7 km/h die 1061 Höhenmeter nach 78 km absolviert hatte. Bei den Master2 hatte Alexander Koop (»bis zum Feldberg war es sehr nervös, dann gab es die erwarteten Gruppenbildungen«) mit einem 37er-Schnitt nach 2:05 Stunden die Alte Oper erreicht, Christian Schmidt von der RSG Gießen und Wieseck war gar mit einem Schnitt von 39,3 km/h unterwegs, »leider ohne die finale Runde«, verteidigte er dennoch souverän sein Leader-Trikot in der Master2-Bundesliga. Und viele der heimischen Lizenzfahrer sind bereits an diesem Sonntag wieder gefragt, wenn in Queidersbach die hessischen Straßenrad-Meister ermittelt werden.

Dass bei der Skoda-Velotour mit der Rekordbeteiligung von 6300 Startern hochkarätige Konkurrenz vertreten war, beweist ein Blick in die Ergebnislisten. Hier sicherte sich zum Beispiel Dr. Steven Willemsen aus den Niederlanden den Sieg, Christoph Mai vom deutschlandweit erfolgreichen Team Strassacker folgte als Dritter. Selbst für Ex-Profi Jörg Ludewig, der dreimal die Tour de France in den Beinen hat und als »Jedermann« auch schon die Tour Transalp unter die Räder genommen hat, reichte es nicht zum Podestplatz, allerdings war er in seiner Altersklasse Master2 nicht zu schlagen.

Auf der 87-km-Distanz lieferte Dagmar Rinn von der RV Gießen-Kleinlinden eine vorzügliche Vorstellung ab. Sie wurde nicht nur unter allen Frauen auf Rang fünf im Gesamtklassement notiert, sie sicherte sich in ihrer Altersklasse Master3 sogar den Sieg. Mit einem 40er-Schnitt bis in den Taunus unterwegs, drückte die Fahrerin vom Team delta-bike.de mit 212 Watt Dauerleistung zudem den Feldberg hoch und erreichte nach 2:45:07 Stunden das Ziel in Eschborn. Vereinskollegin Anne Schüttler versuchte sich ebenfalls auf der 1450 Höhenmeter aufweisenden Strecke und hatte als Master1-Fahrerin mit Platz 14 (3:01:16 Stunden) einen guten Tag erwischt.

Wolfgang Rinn mit 310 Watt

Wolfgang Rinn (Team Tour der Hoffnung) von der RV Gießen-Kleinlinden hatte sich ebenfalls für die 87er-Distanz entschieden und jagte mit einem 42er-Schnitt der Zeitmessung in Oberursel entgegen. Von dort an drückte er in 33 Minuten mit 310 Watt den Feldberg hoch, verpasste allerdings vor dem Ziel den Abzweig und befand sich kurz auf der 100er-Strecke. Dennoch stand am Ende für ihn nach 2:33:09 Minuten Rang neun bei den Master3 zu Buche. Die schnellste Zeit, verbunden mit Platz eins erreichte hier Robert Richter vom LKK Racing Team in 2:12:47 Stunden. Der ehemalige deutsche Meister Dirk Müller fuhr auf Rang sieben vor, verbunden mit dem Sieg in der Master2-Wertung (2:12:58).

Auf der 100er-Distanz mit 1700 Höhenmetern war Rolf Obertreis (RSG Gießen und Wieseck) 15 Minuten schneller als im Vorjahr unterwegs und erreichte nach 3:16:56 Stunden als 30. seiner Altersklasse Master4 das Ziel. - Weitere Ergebnisse auf der 100er-Distanz: Marc Santo (RV Gießen-Kleinlinden, Master1) 2:53:45, Henning Puvogel (RSG Gießen und Wieseck, Master3) 2:56:13, Martin Aslan (RSG Gießen und Wieseck, Master2) 3:11:07, Oliver Böll (RV Gießen-Kleinlinden, Master 3) 3:16:20. Stark unterwegs war auch auf der 40-km-Distanz Daniel Novak von der RSG Gießen und Wieseck, der als Vierter der Männer-Kategorie ganz knapp das Sprung aufs Treppchen verpasste.

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