Ingo Freyer muss - sollte die Saison tatsächlich fortgesetzt werden - auf zwei US-Amerikaner verzichten. 
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Ingo Freyer muss - sollte die Saison tatsächlich fortgesetzt werden - auf zwei US-Amerikaner verzichten. 

Corona-Krise

Coronavirus: Gießen 46ers lösen Verträge mit US-Duo auf

  • Markus Konle
    vonMarkus Konle
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  • Sven Nordmann
    Sven Nordmann
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  • Florian Dörr
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Geisterspiele, Absagen oder Partien mit begrenzten Zuschauerkapazitäten - die Verunsicherung durch die Corona-Krise im heimische Spitzensport ist groß.

  • Heimische Topclubs sehen Corona-Situation als "existenzbedrohend" an
  • FC Gießen pausiert mit kompletter Regionalliga-Südwest
  • Basketball-Bundesliga setzt Betrieb bis auf Weiteres aus - Gießen 46ers betroffen
  • Ebenso findet zunächst kein Spiel der HSG Wetzlar statt

Update, 20.3.2020, 12.15 Uhr:

Die Gießen 46ers haben die Verträge mit Luke Petrasek und Kendall Gray vorzeitig aufgelöst. Die beiden seien vor dem Hintergrund der Krise um das Coronavirus auf den Club zugekommen und hätten um eine Freistellung gebeten.

Wie es in der Basketball-Bundesliga weitergeht, das ist auch eine Woche nach Aussetzung des Spielplans unklar. Immer mehr Clubs trennen sich vor diesem Hintergrund von Spielern, die – so heißt es – aufgrund der Krise bei ihren Familien sein wollen.

Bei den Gießen 46ers gehen nun Luke Petrasek und Kendall Gray. Vor allem Ersterer hatte – obwohl er aufgrund einer Verletzung mehrere Wochen hatte aussetzen müssen – mit 10,9 Punkten, 4,4 Rebounds und 1,4 Blocks durchaus großen Anteil am Spiel des Clubs.

Coronavirus: Auch Regionalliga-Südwest mit FC Gießen pausiert

Update, 13.3.2020, 11.04 Uhr: Der FC Gießen kann sein Heimspiel im Waldstadion am Samstag (14 Uhr) nicht austragen. Die Regionalliga Südwest GbR hat am Freitagmorgen verkündet, dass die nächsten beiden Spieltage aufgrund der Verbreitung des Corona-Virus ausgesetzt werden. Das ist für den heimischen Fußball-Regionalligisten noch ein bisschen bitterer als für andere Sportvereine: Der FC steckt in einer finanziell äußerst misslichen Lage und muss bis zum Saisonende weit über 200 000 Euro auftreiben, einen beträchtlichen Teil bereits bis Ende März. 

Die Absage des Heimspiels und der kommenden Begegnungen, eine Verlängerung der Auszeit ist denkbar, sorgt dafür, dass der FC Gießen keine Zuschauereinnahmen erhält. "Alle bisher erworbenen Tickets behalten selbstverständlich Ihre Gültigkeit. Sobald wir nähere Informationen bezüglich eines neuen Termins haben, werden wir euch informieren", heißt es beim FC Gießen. 

In der Stellungnahme der Regionalliga Südwest GbR vom Freitagmorgen heißt es: "Wir werden die weiteren Entwicklungen intensiv beobachten und sorgfältig prüfen, inwieweit eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs in Einklang mit den Empfehlungen bzw. Vorgaben der maßgeblichen Behörden möglich ist und welche weiteren Folgen sich für den Spielbetrieb der Regionalliga Südwest ergeben."

Coronavirus: Spielbetrieb in Handball-Bundesliga bis mindestens Ende April ausgesetzt

Update, 12.3.2020, 19.52 Uhr: Auch die Handball-Bundesliga setzt aufgrund der Corona-Epidemie und der damit einhergehenden Entscheidungen mit sofortiger Wirkung den Spielbetrieb bis Ende April aus. Ziel ist es, den am 23. April wieder loszulegen, um die ausgesetzte Saison nach Möglichkeit beenden zu können. Die ausgefallenen Spieltage sollen im Mai nachgeholt werden. Die HSG Wetzlar hatte bereits zur den Ticketverkauf für das Heimspiel gegen die Füchse Berlin gestoppt.

Coronavirus: Basketball-Bundesliga pausiert bis auf Weiteres

Update, 12.3.2020, 16.03 Uhr: Seit Donnerstag ist klar: Der Spielbetrieb der Basketball-Bundesliga wurde bis auf Weiteres ausgesetzt. "In sorgsamer Abwägung und unter Berücksichtigung der obersten Priorität, der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus entgegenzuwirken", wurde dies einstimmig beschlossen, heißt es bei der BBL.

Bei den Gießen 46ers erklärt Geschäftsführer Michael Koch: "Für uns ist das im Augenblick keine angenehme Situation und uns sind an der Stelle auch die Hände gebunden." Die Dauerkarten und Einzeltickets sollen hier vorerst ihre Gütigkeit behalten. Die Gießen 46ers wollen "zu gegebener Zeit" das weitere Vorgehen kommunizieren.

Die Verantwortlichen der Clubs werden sich innerhalb der nächsten 14 Tage wieder treffen, um die dann aktuelle Lage und mögliche Szenarien und Handlungsoptionen erneut zu besprechen. Damit findet auch das Spiel der Gießen 46ers am Freitag beim Syntainics MBC in Weißenfels nicht statt. Doch: "Es bleibt das Ziel, die Saison 2019/2020 zu einem späteren Zeitpunkt geordnet zu Ende zu spielen."

Coronavirus: FC Gießen deckelt Zuschauerzahl für Heimspiel am Wochenende

Update, 12.3.2020, 15.11 Uhr: Der FC Gießen zieht vor dem Hintergrund der Diskussion um das Coronavirus Konsequenzen für die Partie am Wochenende gegen die TSG Balingen. Das Kellerduell in der Regionalliga-Südwest ist für den 14. März angesetzt. Beim FC Gießen heißt es nun: "Aufgrund der aktuellen Lage bezüglich des Coronavirus können wir bei unserem Heimspiel gegen die TSG Balingen nur eine Stadionkapazität von 1000 Zuschauern genehmigen." 

Bedeutet: Alle bisher erworbenen Tickets behalten nach Angaben des Clubs ihre Gültigkeit. Entsprechend wurden weniger als 1000 Eintrittskarten vorab verkauft. Darauf aufbauend wird der FC Gießen das Ticketkontingent an der Tageskasse anpassen. Vor Ort soll über den aktuellen Stand informiert werden. 

Der Landkreis Gießen hatte am Donnerstag alle Veranstaltungen über 1000 Teilnehmer untersagt. "Damit kommt der Landkreis einem entsprechenden Erlass des hessischen Sozialministeriums an die Gesundheitsämter mit Verweis auf das Infektionsschutzgesetz nach. Die Allgemeinverfügung ist zunächst bis zum 10. April befristet. Ausgenommen ist der Besuch von Bildungseinrichtungen", heißt es dort. 

Coronavirus: HSG Wetzlar stoppt Ticketverkauf für Heimspiel gegen Füchse Berlin

Update, 11.3.2020, 23.45 Uhr: Der Lahn-Dill-Kreis hat wegen der fortdauernden Verbreitung des Coronavirus die Richtlinien zur Durchführung öffentlicher Veranstaltungen gemäß den Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums ergänzt: Die neue Verfügung untersagt Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ab einer erwarteten Teilnehmerzahl von 1000 Menschen auf unbestimmte Zeit. 

Dies bedeutet, dass bis auf weiteres das Austragen aller Heimspiele der HSG Wetzlar untersagt wird. Die Handball-Bundesliga tagt am Montag, um eine Lösung für die Durchführung der restlichen Spiele der Saison 2019/2020 zu finden. Bei der HSG Wetzlar heißt es: "Bis dahin können wir noch keine Aussage treffen, in welcher Form und wann die Spiele ausgetragen werden können." Aus diesem Grund wurde der Ticketvorverkauf für das kommende Heimspiel gegen die Füchse Berlin am 22. März seitens der HSG Wetzlar gestoppt.

Corona-Auswirkungen auf den Sport in Mittelhessen: Verantwortliche der Topclubs schätzen Situation ein

Hintergrund, 11.3.2020, 20.27 Uhr: "Die Situation ist absolut existenzbedrohend", sagt Björn Seipp, der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar, der damit seinen Kollegen - auch aus anderen Sportarten - aus der Seele spricht. Das für Samstag angesetzte Handball-Zweitliga-Spiel des TV 05/07 Hüttenberg gegen den TuS N-Lübbecke wurde am Mittwochnachmittag bereits abgesagt.

Die nächste Heimpartie der HSG Wetzlar ist für den 22. März gegen die Füchse Berlin geplant. Bis dahin wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die zeitlich nicht definierte Verfügung des Lahn-Dill-Kreises noch inkraft sein, nach der Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen untersagt sind. "Geisterspiele und Spiele unter der 1000-Zuschauer-Grenze sind für uns nicht darstellbar", sagt Seipp klipp und klar. Für ihn ist auch klar, dass es nur eine gemeinsame Linie der gesamten Liga geben kann. Die Verantwortlichen der Handball-Bundesliga, in der wegen der Länderspielpause erst am 19. März wieder Begegnungen angesetzt sind, treffen sich am Montag in Köln zu einer Sondersitzung, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Ein sofortiges Saisonende kann sich Seipp derzeit nicht vorstellen, schon eher eine Spielpause, um das weitere Procedere in Ruhe zu besprechen. Der HSG-Geschäftsführer fordert auch finanzielle Unterstützung vom Staat. "Wir haben Verständnis für die Politik. Die Politik muss aber auch uns verstehen. Für uns, und das betrifft wohl alle Ligen außerhalb des Profifußballs, ist die Lage absolut existenzbedrohend. Wir müssen schauen, wie wir die nächsten Wochen überstehen."

Landkreis Gießen entscheidet am Donnerstag

In der Basketball-Bundesliga tagen die Klubvertreter bereits am Donnerstag in Stuttgart - hier drängt die Zeit, denn schon für Freitag ist das Kellerduell zwischen dem Mitteldeutschen BC und den Gießen 46ers in Weißenfels angesetzt, für das am Mittwoch zumindest das örtliche Gesundheitsamt Publikum zugelassen hat. "Ich würde es begrüßen, wenn man in einer gewissen Art und Weise die Saison zu Ende bringen kann. Das wäre die beste Lösung. Aber da hat die Politik einen großen Einfluss drauf, was im Endeffekt geschieht", sagte 46ers-Geschäftsführer und Sportdirektor Michael Koch zur Gemengelage, und ergänzte: "Wir planen in alle Richtungen, wir müssen nach allen Seiten hin offen sein: Ob weitergespielt, ob abgebrochen wird oder die Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden."

Eine klare Meinung zumindest zu Begegnungen ohne Publikum hat Wolfgang Wiedlich, der Präsident des Gießener Ligakonkurrenten Telekom Baskets Bonn. Er hält Ligaspiele ohne Zuschauer aus finanziellen Gründen für ausgeschlossen. "Ich behaupte einmal, dass kein Nicht-Fußballklub es wirtschaftlich durchsteht, die restliche Bundesliga-Saison ohne Ticketerlöse zu bestreiten", sagte Wiedlich dem "Bonner Generalanzeiger". Gunnar Wöbke, Geschäftsführer der Skyliners Frankfurt, sprach sich für eine Aussetzung des Ligabetriebes für vier Wochen aus. Alba Berlin wird bis zum Ende der Osterferien die Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen, teilte der Klub auf seiner Homepage mit. Zuvor hatte die Berliner Gesundheitsverwaltung bis zum Ende der Osterferien Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern untersagt.

Im Gegensatz zum Lahn-Dill-Kreis gibt es im Landkreis Gießen noch keine Entscheidung, wie man mit öffentlichen Veranstaltungen verfahren wird. Die Verantwortlichen des Landkreises Gießen treffen sich am Donnerstag zu Beratungen. Fußball-Regionalligist FC Gießen geht unterdessen davon aus, dass die Begegnung am Samstag (14 Uhr) gegen die TSG Balingen ohne größere Einschränkungen ausgetragen wird. "Nach aktuellem Stand findet das Spiel am Samstag wie geplant statt", teilte der FC am Mittwochmittag mit. Das letzte Heimspiel gegen Koblenz hatten am 29. Februar 800 Zuschauer besucht.

In der 2. Handball-Bundesliga wurde hingegen am Mittwoch die Begegnung des TV 05/07 Hüttenberg gegen den TuS N-Lübbecke auf einen unbestimmten Termin verschoben. "Aufgrund der aktuellen Lage fühlt sich der TV 05/07 Hüttenberg gegenüber seinen Mitarbeitern, Fans und Ehrenamtlichen dazu gezwungen", heißt es in einer Mitteilung des TVH. "Die Mehrzahl der Partien vom Wochenende sind verschoben worden. Auch eine Veranstaltung mit weniger als 1000 Personen in unserer kleinen, engen Halle wäre nicht verantwortungsbewusst, daher haben wir uns, nach Absprache mit dem Gastverein sowie der Handball-Bundesliga, dazu entschlossen, unser Heimspiel nicht auszutragen", wird Fabian Friedrich, der Geschäftsführer der Hüttenberger Handball-Marketing GmbH & Co. KG, zitiert.

Ebenfalls abgesagt wurde das für Samstag geplante Gastspiel von Handball-Drittligist HSG Wetzlar U23 beim TV Großwallstadt, wie HSG-Trainer Thomas Weber bestätigte.

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