Christophersen verlässt die Roth-Truppe

(mac/pm) Der Ausverkauf beim Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar geht weiter. Nach Avishay Smoler (zum TBV Lemgo) wird nun auch Sven-Sören Christophersen den Tabellenzwölften am Saisonende verlassen. Diese Nachricht traf HSG-Trainer Michael Roth, der aufgrund der Erkrankung von Rainer Dotzauer derzeit bekanntlich auch das Amt des Sportlichen Leiters der HSG innehat, am Donnerstagvormittag auf der Ferieninsel Fuerteventura ziemlich überraschend. Lange hatten die Verantwortlichen des Erstligisten um einen Verbleib Christophersens in Wetzlar gekämpft, doch letztlich hatten sie gegen die Konkurrenz keine Chance.

(mac/pm) Der Ausverkauf beim Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar geht weiter. Nach Avishay Smoler (zum TBV Lemgo) wird nun auch Sven-Sören Christophersen den Tabellenzwölften am Saisonende verlassen. Diese Nachricht traf HSG-Trainer Michael Roth, der aufgrund der Erkrankung von Rainer Dotzauer derzeit bekanntlich auch das Amt des Sportlichen Leiters der HSG innehat, am Donnerstagvormittag auf der Ferieninsel Fuerteventura ziemlich überraschend. Lange hatten die Verantwortlichen des Erstligisten um einen Verbleib Christophersens in Wetzlar gekämpft, doch letztlich hatten sie gegen die Konkurrenz keine Chance. "So schwer es mir fällt, diese Nachricht bekannt zu geben, aber Christophersen hat uns mitgeteilt, dass er uns verlassen wird", bestätigte Roth, der diese Entwicklung als "extrem ärgerlich" bezeichnete.

Welchem Verein sich der Nationalspieler, der sich momentan mit der DHB-Auswahl auf die Europameisterschaft in Österreich (19. bis 31. Januar) vorbereitet, anschließen wird, wollte Christophersen am Donnerstag noch nicht verraten. "Die Entscheidung ist gefallen, aber ich bin mit meinem neuen Verein so verblieben, dass der es veröffentlicht. Daran halte ich mich", sagte der 24-Jährige.

"Es wird kein Verein auf Augenhöhe mit der HSG sein", hatte er bereits nach dem letzten Heimspiel gegen Dormagen verraten. Möglicherweise könnten die SG Flensburg/ Handewitt, die Füchse Berlin oder der TBV Lemgo den Zuschlag des Torjägers bekommen haben - noch jedenfalls soll er bei diesen drei Vereinen nicht abgesagt haben.

"Wir sind bei den allzeit fairen Vertragsverhandlungen mit Smöre bis zum Äußersten gegangen, haben ihm deutlich mehr Gehalt geboten - einen hohen fünfstelligen Betrag auf sein aktuelles Jahresgehalt draufgelegt. Letztlich hat er sich aber gegen unser Angebot entschieden", erklärte HSG-Geschäftsführer Sascha Schnobrich. "Der Entschluss, Wetzlar zu verlassen, ist mir alles andere als leichtgefallen", sagte Christophersen. "Ich bin Wetzlar dankbar, hatte hier eine tolle Plattform und viele Spielanteile und habe mich sehr wohlgefühlt", erklärte der Blondschopf, der zugab, seine Entscheidung aufgrund einer Mischung aus sportlichen und finanziellen Gründen getroffen zu haben.

"Ich kann allen nur versichern, dass ich bis zum Saisonende alles für die HSG tun werde, damit wir erfolgreich sind", sagte Christophersen, der einen vorzeitigen Wechsel, der die angespannte finanzielle Lage der HSG verbessern könnte, aber ausschloss.

"Sein Entschluss trifft uns nicht unvorbereitet", erklärte Schnobrich. "Wir haben unsere Fühler bereits nach zahlreichen interessanten Talenten ausgestreckt, die nicht nur sportlich, sondern auch finanziell und menschlich zu uns passen. Zudem haben wir mit Petar Djordjic einen Nachwuchsspieler in unseren Reihen, der bereits bewiesen hat, dass er Topleistungen auf der Königsposition bringen kann. Mit Alois Mraz haben wir außerdem einen Nationalspieler, der auch im linken Rückraum spielen kann", sagte Schnobrich, wohl wissend, dass Djordjic’ Vertrag bei der HSG nach dieser Saison ausläuft. Das Riesentalent wird ebenfalls von mehreren Bundesligisten umworben. Dennoch soll seine Vertragsverlängerung bei der HSG derzeit noch nicht höchste Priorität haben. Zunächst soll Michael Allendorf das ihm von den Wetzlarern vorgelegte Angebot unterzeichnen. Der Linksaußen befindet sich derzeit im Skiurlaub, ließ aber von der Piste aus verlauten, "gerne bei der HSG bleiben" zu wollen.

Nach seiner Rückkehr am Samstag soll ein Gespräch mit den HSG-Verantwortlichen Klarheit bringen, ob Allendorf in Mittelhessen bleibt, oder ob er sich dem VfL Gummersbach anschließen wird.

Da auch die Verträge von Vladan Krasavac, Gregor Werum, Sebastian Weber und Peter Jungwirth im Juni 2010 enden, wartet auf den Trainer und Sportlichen Leiter Roth nach seinem Kurzurlaub viel Arbeit. "Ich hatte gehofft, dass wir die Rückraumachse halten können, denn ich wollte gerne diese Mannschaft weiterentwickeln. Die Fehler, die uns in diese Situation gebracht haben, sind vor meiner Zeit gemacht worden. Jetzt muss eben der Plan B aus der Schublade geholt werden", erklärte der ehemalige Nationalspieler.

Auf diesem Plan sollen für die Nachfolge von Christophersen angeblich zwei sehr interessante Spieler stehen, die sehr gut in das von der HSG vorgegebene Konzept, auf junge Spieler zu bausen, passen würden: Philipp Müller von HBW Balingen/Weilstetten und Christoph Schindler vom TSV Dormagen. Der 25-jährige Müller, Bruder von Nationalspieler Michael Müller, spielte schon beim TV Großwallstadt unter Roth und hat sich bei den Schwaben gut weiterentwickelt. Der 26-jährige Schindler ist mit 105 Feldtoren derzeit Vierter der Bundesliga-Torjägerliste und machte der HSG im letzten Heimspiel das Leben schwer.

Schindler hat beim TSV - wie alle anderen Spieler auch - aufgrund der finanziellen Probleme Dormagens einen Auflösungsvertrag unterschrieben, der zum Saisonende gültig wird.

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