Chance für Hüttenberg

Dass die Handballer des TV 05/07 Hüttenberg ihre Pflichtaufgaben auch schnörkellos und unkonventionell lösen können, haben sie zuletzt eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Belohnung ist der starke dritte Tabellenplatz und glänzende Perspektiven für den anstehenden Saisonendspurt. Denn derzeit liegt der TVH punktgleich mit dem Zweiten TV Bittenfeld auf Augenhöhe. Nach der erfolgreichen Lösung der Pflicht folgt für die Hüttenberger an diesem Samstagabend die Kür, wenn um 19.30 Uhr das Knallerspiel in der Bittenfelder Gemeindehalle angepfiffen wird. Der Kampf um den Relegationsplatz ist eröffnet.

"Für uns ist das Spiel eine Riesenchance. Wenn wir gewinnen, sind wir Tabellenzweiter - dafür muss aber alles passen", sagt TVH-Coach Jan Gorr, der ein "richtungweisendes Wochenende" vor sich sieht. Denn neben dem Topspiel in Bittenfeld steigt auch zwischen dem Tabellenführer aus Friesenheim und dem Tabellenvierten vom Bergischen HC ein echtes Kracherspiel.

In der eng beieinander liegenden Spitzengruppe dürfte es also am Wochenende richtig Bewegung geben. "Es war zu erwarten, dass diese Teams oben in der Tabelle stehen. Dass wir dort mitmischen, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, auch wenn es von mach einem so gesehen wird. Für uns ist das Topspiel am Samstag die Bestätigung für unsere gute Arbeit. Wir wollen unbedingt etwas mitnehmen", sagt Gorr. Allerdings muss der Trainer auch an diesem Samstag auf seinen Leistungsträger Andreas Scholz verzichten. Der rechte Rückraumspieler plagt sich noch immer mit den Nachwirkungen eines sehr schmerzhaften Hexenschusses herum und hat erst dieser Tage mit einem leichten Aufbautraining begonnen. Für Scholz wird also wieder Stefan Lex in die Bresche springen, wobei der"kleine Lex" in den letzten drei Partien angedeutet hat, bald mehr als nur eine Alternative auf Halbrechts zu sein.

Lex weiß aber, wo der Schuh noch drückt: "An meinem Abwehrverhalten muss ich noch arbeiten. Ansonsten ist es, denke ich, okay." Das Wurfverhalten des Kirch-Gönsers hat sich in den letzten Wochen enorm verbessert. Beim 29:27 Erfolg gegen Tusem Essen war Stefan Lex im Angriffsspiel des TVH der bestimmende Spieler.

Doch in Bittenfeld wartet auf die Hüttenberger ein anderes Kaliber. Das weiß auch Stefans großer Bruder Andreas Lex: "Es wird ein sehr schwieriges Match, denn Bittenfeld hatte zuletzt einen ganz guten Lauf. Der TVB hat eine sehr gute Mannschaft beisammen und besticht durch eine gute Form. Doch wenn unsere Abwehr wieder stark steht und unsere Torhüter einen guten Tag erwischen, ist am Samstag alles drin." Ein Blick auf die "wild boys" - wie sich Bittenfelds erste Handballmannschaft auch nennt - zeigt die Klasse im Kader. Vor allem die Verbindung zwischen Spielmacher und Trainersohn Jürgen Schweikardt und Kreisläufer Simon Baumgarten ist eine Stärke des TVB. Gorr spricht gar von "gefürchteten Anspielen an den Kreis, die Bittenfelds Qualität unterstreichen".

Auch Rechtsaußen Marco Hauk gehört aufgrund seiner Explosivität zu den besten Akteuren auf TVB-Seite. Beim knappen 34:33-Auswärtserfolg bei der HSG Frankfurt/Rhein-Main markierte der pfeilschnelle Sprinter abschlusssicher sieben Treffer. Bittenfeld ist seit vier Spielen ungeschlagen, ist aber keinesfalls unschlagbar. Ob in Aue (18:27) oder zu Hause gegen den Bergischen HC (22:22) - die von Günter Schweikardt trainierte Truppe hat in diesem Jahr einige Punkte abgegeben. Und auch wenn die Schwaben mit einer kompakten 6:0-Deckung bestechen und immer wieder in der Lage sind, schnelle Konter zu fahren, so muss sich der TVH am Samstagabend nicht zu respektvoll präsentieren. Denn Bittenfeld hat sich im Laufe der Saison auch schon gegen die kleineren Teams der Liga oftmals sehr schwer getan. "Wir werden unsere Chancen bekommen und müssen einen kühlen Kopf bewahren", meint Gorr, der selbstbewusst an die tollen Hüttenberger Auswärtsauftritte erinnert. Allerdings verloren die Mittelhessen in den letzten beiden Spielzeiten ihre Spiele in Bittenfeld jeweils hauchdünn.

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