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Die erfolgreichen Kickboxer der Pohlheimer Academy mit (v. l.) Vater Mathias Aksoy, Noah Aksoy, Mia Aksoy und Cesur Elen als Trainer und Aktiver.

Cesur Elen hat Olympia im Blick

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(ce). Kürzlich fand in Lünen die Deutsche Kickbox-Meisterschaft Meisterschaft der WAKO statt. Die WAKO als neues Mitglied im IOC lud alle Elite-Kämpfer zur ersten großen Meisterschaft nach der Corona-Zwangspause ein. Dieses Turnier galt als der erste Schritt Richtung Nominierung für die Weltmeisterschaft MItte Oktober in Italien (Jesolo).

Der Lollarer Cesur Elen von der neugegründeten Phoenix Fight Academy Pohlheim ging im Norden für das Team Tan Gun Sports Lünen an den Start, wo er unter den Fittichen von Nationaltrainer Brahim Triqui ist und mit den weltbesten Kickbox- und Teakwondo-Athleten trainiert.

Cesur Elen galt schon vor der Deutschen Meisterschaft als Favorit für die 74-kg-Klasse im Kick Light, da er in dieser seit 2017 national ungeschlagen ist und international auch zu den Top 10 der Welt gehört. Die 74 kg war jedoch auch mit anderen starken Athleten besetzt, die auf eine potenzielle Nominierung für die 74-kg-Klasse hofften. Neben der Kick Light Klasse ging Cesur Elen auch in der Leichtkontakt Klasse an den Start, in der er zuletzt vor über zwei Jahren gekämpft hatte und hier genauso Kaderathleten auf ihn warteten.

Nach vier starken Kämpfen setzte sich Cesur Elen mehr als überzeugend gegen alle seine Kontrahenten in beiden Klassen durch und konnte drei von vier Kämpfen bereits in der zweiten Runde vorzeitig durch technisches K. o. für sich entscheiden. Er gewann in seiner Hauptklasse Kick Light 74 und sogar in der Leichtkontakt-74-Klasse, in der er nicht als Favorit galt und sich trotzdem auch hier eine vorzeitige Nominierung für die WM sichern konnte. Außerdem waren sich alle Beteiligten einig darüber, dass er mit seiner herausragenden Leistung der Kämpfer des Tages war. Es waren Titel vier und fünf für Cesur bei den Deutschen Meisterschaften der WAKO, die einzig und allein ihre Sportler als deutsche Meister bezeichnen dürfen, da dies vom DOSB und IOC so festgeschrieben ist.

Die Deutsche Meisterschaft galt Cesur Elen als Vorbereitung auf die folgenden World Cups in Ungarn und Belgien, die beide als endgültige Nominierung für die WM in Italien notwendig waren. Die World Cups der WAKO ziehen jährlich tausende Athleten von allen Verbänden an, die sich vor allem vor der Europa-/Weltmeisterschaft nochmals messen wollen. Für Nationalkaderathleten ist die Teilnahme an zwei World Cups und eine jeweilige Platzierung Pflicht für eine Nominierung.

Cesur Elen ging für das deutsche Nationalteam an den Start. In Ungarn startete er in der 74- und 79-kg-Kick-Light-Klasse. In beiden Klassen schenkten er und seine Gegner sich nichts, nach zwei gewonnen Kämpfen gegen seine Kontrahenten aus der Slowakei und Ungarn kämpfte Cesur Elen in beiden Klassen um den Halbfinaleinzug gegen die jeweiligen Weltranglisten-Ersten. Elen stand in der 74-kg-Klasse seinem Kontrahenten aus Israel gegenüber und schenkte ihm nichts, weshalb Cesur Elen die erste Runde einstimmig in Führung ging, aber der Kampf nach einem verbotenen Schienbeintritt abgebrochen werden musste und Cesur Elen verletzungsbedingt nicht weiterkämpfen konnte und so auch die 79-kg-Klasse absagen musste.

Trotz diesem Ergebnis blickte der Gießener zuversichtlich auf den zweiten World Cup in Belgien am letzten September-Wochenende. Hier ging er nur in der 74-kg-Kick-Light-Klasse an den Start, um sich vollkommen auf seine Gegner dort zu fokussieren. Am Ende stand Cesur Elen hier im Finale und konnte sich wie bereits vor drei Wochen auf der DM so weit absetzen, dass dieser Kampf gegen seinen erfahrenen Kontrahenten aus der Türkei in der zweiten Runde durch technisches K. o. an den Sportler aus Gießen ging. Cesur Elen gewann somit den World Cup in Belgien überzeugend und geht selbstbewusst in die letzten Wochen seiner Vorbereitung für die anstehende WM in Italien.

Der WAKO ist der größte Kickboxverband der Welt, der als einziger Verband vom IOC aufgenommen wurde. Letzteres ist ein Meilenstein im Kickboxen, wo es sehr viele Verbände mit Welt- und Europameistertiteln gibt, die keinen offiziellen Wert haben, da nur die WAKO im DOSB die richtigen Weltmeister- und Europameister stellen darf. Außerdem ist Olympia nun zum Greifen nahe für alle WAKO-Kickboxer. Cesur Elen selbst ist der einzige Athlet in Mittelhessen, der bei der WAKO im Nationalteam ist und auch nur einer der wenigen aus ganz Hessen.

Erfolgreicher Nachwuchs

Vor wenigen Wochen hatte in Simmern die Internationale Deutsche Kickbox-Meisterschaft des Verbandes WKU stattgefunden. Hier war der neu gegründete Verein Phoenix Fight Academy Pohlheim mit zwei seiner Nachwuchssportler/innen am Start. Die zehnjährigen Zwillinge Mia und Noah Aksoy waren hoch motiviert.

Mia Aksoy erreichte in ihrer Disziplin Pointfighting auf Anhieb das Finale, wo sie gegen die amtierende WKU-Weltmeisterin antrat. Nach dreifacher Verlängerung ging es ins Sudden Death. Wer also erstes traf, gewann. Mia Aksoy war leider nicht nervenstark genug, weshalb sie schließlich 3:4 verlor, trotzdem als Vize-IDM-Meisterin von der Matte ging. In der Kategorie Leichtkontakt konnte sie sich bis ins Halbfinale kämpfen und den dritten Platz erreichen.

Noah Aksoy war gleich in drei Klassen vertreten. Im Leichtkontakt und Kick Light 35 kg sowie in der Klasse Kick Light 40 kg. Seinen acht Gegnern in den Klassen 35 ließ er keine Chance und gewann alle acht Kämpfe, wodurch er mit gerade einmal zehn Jahren schon drei DM-Titel verzeichnen kann. In der Klasse 40 war Noah Aksoy mit seinen Kräften etwas am Ende, weshalb er gegen die schwereren und größeren Zwölfjährigen nicht mehr mithalten konnte, trotzdem auch hier erst im Halbfinale zu stoppen war.

Trainer Cesur Elen war stolz. Er selbst ist seit vier Jahren national ungeschlagen im Kick Light und seit drei Jahren im Nationalteam des Kickboxverbands WAKO. Noah und Mia Aksoy kämpfen auch bei der WAKO.

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