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Das Busecker Urgestein Stein

(vk). Wenn es so etwas gibt wie Gesichter der HSG Großen-Buseck/Beuern bzw. des TV 1899 Großen-Buseck, dann ist Alfred Stein eines davon. 2017 feiert der 74-Jährige sein 50-jähriges Jubiläum als Schiedsrichter für den Verein. "Seine" HSG darf schon am Samstag die Korken knallen lassen. Dann wird die Handball-Spielgemeinschaft 25 Jahre alt.

Die Zahlen sind beeindruckend: 24 Jahre war Alfred Stein (kleines Foto) für den TV 1899 Großen-Buseck in den Handball-Hallen und -Spielfeldern des Sportkreises Gießen und des heimischen Bezirks im Einsatz. Ein Jahr länger – also seit Bestehen – pfeift der im Juli 75 Jahre alt werdende Stein für die HSG Großen-Buseck/Beuern. Die Spielgemeinschaft feiert am kommenden Samstag ihr 25-jähriges Bestehen in der Willy-Czech-Halle Beuern. Ab 14 Uhr gibt es Festprogramm, Ansprachen, Ehrungen und sportliche Darbietungen der beiden Stammvereine TV 1899 Großen-Buseck und TSV Beuern. Auch Stein wird dabei sein.

Bereits 1967 begann die ziemlich einmalige Schiedsrichter-Laufbahn Steins, der sich noch genau erinnert: "Mein erstes Spiel war in Cölbe eine Partie der Jugend zwischen dem TV Cölbe und dem VfB 1900 Gießen." Im Herbst 67 hatte Stein die Prüfung beim Gießener Schiedsrichterwart Hans Krämer abgelegt. "Die Belehrungen und die Prüfung fanden in Lollar statt", sagt Stein, der anfangs noch auf dem Großfeld im Einsatz war. Erst allmählich kamen Spiele auf dem Kleinfeld dazu. "In den 80er Jahren hatte der Großfeldhandball noch einmal ein paar Jahre einen guten Stellenwert, da habe ich auch gepfiffen", erinnert er sich.

Im Gespann pfiff Stein zunächst mit seinem Bruder Reinhold, ab Ende der 80er Jahre dann mit Franz Köhl. Bis Anfang der 2000er Jahre war das Duo im heimischen Bezirk zwischen Frankenberg und Friedberg, von Dillenburg bis Gedern im Einsatz. Vor allem war das Gespann Köhl/Stein in den Jugend-Oberligen der weiblichen Jugend A und männlichen Jugend B im Einsatz. Aus dieser Zeit hat er alle Spielberichte aufgehoben und könnte darüber ein Buch schreiben. In Steins persönlichem Archiv finden sich etwa Spielberichte von der Partie der weiblichen Jugend A (Oberliga) zwischen Kleenheim und Alsfeld vom 14. Feburar 1993 oder auch von der Oberliga-Partie der männlichen Jugend B zwischen Hüttenberg und Hofgeismar vom 24. September 1990. In seinem Arbeitszimmer haben sich mit der Zeit zahlreiche Ordner angesammelt. "Natürlich habe ich auch mal aussortiert", berichtet Stein.

An zwei besondere Geschichten in seiner Laufbahn erinnert er sich. Positiv kam eine Partie in der Bezirksliga in Kirchhain beim Gespann Köhl/Stein an. "Ein Zuschauer wechselte beim Kassierer, wo wir gerade nach dem Spiel abrechnen wollten, einen 50-Mark-Schein und der Zuschauer gab uns 25 Mark, weil wir so gut gepfiffen hätten und wir sollten davon einmal Essen gehen."

Über 750 Spiele

Ein Negativbeispiel hat Stein allerdings auch parat. Es war eine Partie der Bezirksliga zwischen Södel und Münzenberg. "Sechs Sekunden vor Schluss habe ich ein Tor nicht anerkannt und mein Kollege hatte die Hand gehoben, das gab natürlich beim Verlierer Ärger", erklärt der Busecker Schiedsrichter. Erregte Fans traten die Tür zur Schiedsrichterkabine ein. "Es kam zu meiner einzigen Verhandlung in 49 Jahren Schiedsrichter", sagt Stein. "Aber das Verfahren wurde niedergelegt, es war eine Tatsachenentscheidung und es blieb beim 16:15", fügt er an.

"Ich war jetzt im letzten Jahr vermehrt im Kreis Wetzlar im Einsatz, habe in den Hallen in Niedergirmes, Werdorf, Aßlar, Dutenhofen oder Münchholzhausen gepfiffen", erklärt Stein, der in diesem Jahr noch als Einzelschiedsrichter Spiele in den Bezirksligen C (bei Männern und Frauen) und D (Männer) geleitet hat. In der B-Jugend pfiff er sogar eine Partie in der Bezirksoberliga. "Das sind schnelle Spiele heute mit vielen Toren, da muss man schon aufpassen und da gibt es viel zu schreiben", sagt Stein, der selbst für den TV 1899 Großen-Buseck gespielt hat und 1984 für sein 750. Spiel geehrt wurde.

"Er bringt sich sehr gut in den Verein ein, ist in der Jugendabteilung aktiv und ein umgänglicher, verträglicher Mensch, der aber auch seine Meinung vertreten kann", sagt Bernhard Wieschmann, Vorstandsvorsitzender der HSG, über seinen ältesten Schiedsrichter. Natürlich gehört dieser am kommenden Samstag zum Kreise derjenigen, die geehrt werden.

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