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Daniyel Bulut will auch in der nächsten Saison als Trainer des FSV Fernwald Fußballtalenten eine Heimat geben.

Fußball / FSV Fernwald

Bulut will den Nachwuchs an den FSV binden

  • vonPeter Froese
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Fußball-Hessenligist FSV Fernwald als Sprungbrett für Talente aus der Region, als gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. So stellt sich Trainer Daniyel Bulut die Zukunft beim FSV vor.

Mit der Vertragsverlängerung mit Daniyel Bulut hat Fußball-Hessenligist FSV Fernwald nun eine wichtige Weiche für die kommende Saison gestellt. Wir sprachen aus diesem Anlass mit dem 40-jährigen FSV-Trainer, der sich nach seinem im Sommer 2020 vollzogenen zweiten Amtsantritt in Fernwald mit seiner Mannschaft weiterhin im coronabedingten Lockdown befindet. Ob und wann es mit der laufenden Saison weitergeht, weiß auch Bulut nicht. Er hält Kontakt über WhatsApp und Telegram zu den Spielern, »derzeit finden nur Läufe und Kräftigungsübungen statt«, ein Mannschaftstraining kommt derzeit nicht infrage.

Was zeichnet den FSV Fernwald aus Ihrer Trainersicht aus und wo liegen die Stärken des Vereins gegenüber den Mitbewerbern?

Wir arbeiten in Fernwald semiprofessionell. Dies bedeutet, dass der FSV als Amateurverein keinen Profifußball anbieten kann, aber alles dafür gibt, so professionell wie möglich zu arbeiten. Es gibt eine sehr gute Infrastruktur. Der Verein wird familiär geführt und macht für die Spieler alles möglich, damit sich diese wohlfühlen und nur auf den Fußball konzentrieren können. Die Spieler üben ihren Beruf, ihre Ausbildung bzw. ihre Schule weiter aus und können daneben ihr Engagement bei uns gleichzeitig als Sprungbrett in den nächsten Bereich nutzen. Wir haben mit dem FC Gießen einen Regionalligisten vor der eigenen Haustür, bei dem man sieht, wie schwer es für junge Spieler ist, in diesen Profibereich hineinzuschnuppern. Für die Entwicklung von talentierten, jungen Spielern können ein oder zwei Jahre in der Hessenliga daher sehr guttun. Es ist für Spieler aus dem heimischen Raum eine gute Gelegenheit, bei uns ihren nächsten Entwicklungsschritt heimatnah zu machen. Der FSV Fernwald kann für sich in Anspruch nehmen, in den letzten Jahren immer wieder Spielern die Tür für eine höhere Spielklasse geöffnet zu haben. Gleichzeitig bietet der FSV auch älteren erfahrenen Spielern eine sehr gute Plattform, um nach dem Einstieg ins Berufsleben ihren Sport auf einem guten Niveau weiterhin auszuüben. Aus diesem Grunde bin ich mit der aktuellen Kaderzusammensetzung, die aus jungen talentierten und erfahrenen Spielern besteht, zufrieden. Auch unsere Mitbewerber leisten in dieser Hinsicht gute Arbeit. Ein Spieler, der im Sportkreis Gießen wohnt, wäre aber nicht unbedingt clever, wenn er die Weite sucht und viele Kilometer Anfahrt auf sich nehmen würde, um dann in der gleichen Liga zu spielen.

Wie sehen Sie die Mannschaft mit Blick auf die kommende Saison aufgestellt und auf welchen Positionen besteht aus Ihrer Sicht am ehesten noch Handlungsbedarf?

Wir sind nach einer verkorksten Vorsaison seit Sommer 2020 am Anfang einer neuen Entwicklung. Die angestoßene Arbeit mit dem neuen Team wurde durch den Lockdown Anfang November jäh gestoppt. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Die Mannschaft ist sehr gut aufgestellt, was man in den bisherigen Spielen der Saison 2020/21 auch teilweise schon sehen konnte. Wir halten generell die Augen nach guten Spielern auf, ohne dass es aktuell einen konkreten Handlungsbedarf gibt. Die Konkurrenz aus den Vereinen FC Gießen, SC Waldgirmes und TSV Eintracht Stadtallendorf ist natürlich immer gegeben. Wir sind aber guter Dinge, dass wir auch in der kommenden Saison mit einer Mannschaft an den Start gehen werden, die in der Hessenliga bestehen kann.

Gibt es schon konkrete Zusagen, sowohl beim bestehenden Personal als auch im Bezug auf mögliche Neuzugänge?

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist es schwer, sich zu Gesprächen innerhalb des Vereins mit den Verantwortlichen Günter Hühn und Marco Semlitsch, aber auch mit den Spielern zu treffen. Persönliche Treffen haben aber bei Verhandlungen für eine neue Saison immer eine besondere Bedeutung, sei es, um sich innerhalb des Vereines über die Marschrichtung im Klaren zu werden, aber auch im Gespräch zwischen Trainer und Spieler bezüglich der gegenseitigen Hoffnungen und Erwartungen. Es gibt derzeit keine aktuelle Planung, wer bleibt und wer gehen muss. Im Vordergrund stehen zunächst die Gespräche mit den Spielern unseres aktuellen Kaders. Die weiteren Planungen werden dann peu à peu in Angriff genommen.

Nach dem unbefriedigenden Auftritt und dem unerwarteten (coronabedingten) Klassenerhalt in der Saison 2019/20 lag der Fokus in dieser Spielzeit auf der Konsolidierung in der Hessenliga. Dies ist unter Ihrer Regie bis zum erneuten Lockdown gelungen. Wie lautet die Zielsetzung, mit welcher der Verein und Sie als Trainer in die kommende Saison gehen werden?

Wir haben durch den Umbruch im vergangenen Sommer eine menschlich sehr charakterstarke Mannschaft bekommen. Punktuelle Veränderungen daran hängen davon ab, welche Möglichkeiten der Markt bietet und wie die dann angebotenen Spieler zu uns passen. Unser Anspruch ist es, eine gute und regionale Adresse in der Hessenliga zu sein und uns in dieser Spielklasse dauerhaft und ohne Abstiegssorgen etablieren zu können. Dazu müssen wir nicht nur gut, sondern besser sein als die anderen. Nach oben sollten zwar nie Grenzen gesetzt werden, aber die Konkurrenz wird in der Spitze mit dem 1. Hanauer FC 93, dem SC Hessen Dreieich, der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, aber auch den zu erwartenden Regionalliga-Absteigern TSV Eintracht Stadtallendorf und Bayern Alzenau sehr groß sein. Kein Mensch weiß, wie die kommende Saison aussehen wird. Eine zweigeteilte Liga, aber auch eine große Anzahl an Absteigern ist zu erwarten. Die Herausforderung ist in dieser Corona-Zeit, die Klasse zu halten. Danach wollen wir daran arbeiten, ein fester Teil der Hessenliga zu sein, so wie dies der FSV Fernwald über viele Jahre hinweg bereits einmal war.

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