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Unter das Fußballvolk hat sich Daniyel Bulut auch in letzter Zeit immer wieder gemischt. Ab dem 1. Juli 2015 steht er offiziell auch wieder als Trainer an der Seitenlinie, beim VfB 1900 Gießen. (Foto: ras)

Bulut übernimmt ab Sommer beim VfB 1900 Gießen

Der VfB 1900 Gießen hat einen neuen Trainer. Daniyel Bulut übernimmt den Fußball-Verbandsligisten. Allerdings erst im Sommer. Bis dahin wird weiter Niko Semlitsch auf der Kommandobrücke stehen.

(sno) Auch im tiefsten Winter scheint in Kemer, einem Badeort an der türkischen Riviera, die Sonne. Der Tross des VfB 1900 Gießen weilt dort seit Sonntag bei durchschnittlichen 15 Grad. Bis zum Samstag bereitet sich der Fußball-Verbandsligist im Trainingslager auf die Rückrunde vor. Morgens ein Strandlauf, dann zwei Einheiten im Laufe des Tages. Alles unter den Augen von Noch-Trainer Niko Semlitsch. Er führt die Mannschaft, wird von den Verantwortlichen in den höchsten Tönen gelobt – und muss im Sommer gehen. Seine Zukunft beim VfB 1900 Gießen geht noch genau bis zum 30. Juni 2015. Einen Tag später übernimmt der neue Trainer: Daniyel Bulut. Er soll die Zukunft des Vereins sein und den Traditionsklub wieder in höhere Gefilden führen.

Während sich die Mannschaft in der Türkei also darauf vorbereitet, in der Rückserie den Aufstieg doch noch zu realisieren, rückt die Verpflichtung von Daniyel Bulut in Gießen in den Fokus. Er kommt als Hoffnungsträger. Er soll dem Verein den Erfolg bringen, den der Name und die Tradition versprechen. Dafür haben sich die Verantwortlichen um Torsten Ortloff, Dr. Günther Moll und Jörg Dechert auf ihren "absoluten Wunschkandidaten" (Ortloff) geeinigt und ihn am Tag vor der Abreise in die Türkei vom Konzept überzeugt.

Denn Bulut sagt nicht nur: "Auf mich hat das alles einen seriösen Eindruck gemacht." Er sagt auch: "Die handelnden Personen wollen diesen Verein unbedingt nach vorne bringen", es habe einfach gepasst. Es passt auch, dass der 34-jährige Fußball-Trainer in fünf Minuten mit dem Auto am Stadion ist.

Wer in letzter Zeit genauer hinhörte und schaute, wusste, dass es beim VfB 1900 Gießen im Sommer einen Neuanfang geben wird. Daniyel Bulut hat sich durch seine drei erfolgsgeprägten Jahre beim FSV Fernwald einen Namen gemacht. In der Hessenliga hat er ein junges Team geformt und an die Spitze geführt. Er trat zurück, um Raum für "neue Impulse" zu lassen, vor allem aber, weil ihm Perspektiven fehlten. Die sieht er in Gießen nun. Man kann dem Verein zu dieser Verpflichtung zunächst einmal nur gratulieren. Bulut steht für modernen Fußball, er kann sehr gut mit den Spielern umgehen. Einen anerkannten Fachmann mit heimischen Bezug zu holen, ist ein logischer, guter Schachzug.

Ob die Arbeit für Niko Semlitsch nun schwerer (Trainer auf Zeit) oder einfacher (mit dem Aufstieg rechnet ernsthaft kaum noch jemand) wird, ist Auslegungssache. In Kemer jedenfalls ist die Stimmung derzeit bestens. Ortloff: "Die Mannschaft lebt, es wird viel gelacht und man weiß, wann es wirklich gilt." Das scheinen die Spieler, die kurzfristig keinen Urlaub bekommen haben, zu verpassen. Genauso wie die Mitteilung, dass Daniyel Bulut ihr neuer Trainer wird. Nino Binz, der Angreifer des VfB 1900, wusste jedenfalls noch nichts davon. "Das kommt für mich jetzt überraschend", sagte der in Deutschland Gebliebene am Telefon. Aber: "Super, seine Arbeit in Fernwald habe ich verfolgt." Die Freude, mit Bulut zusammenzuarbeiten, dürfte bei vielen groß sein. Der neue Trainer sagte gestern dann noch: "Es geht darum, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, den Aufstieg zu schaffen." Für wie wahrscheinlich hält der Sportliche Leiter, Ortloff, den Aufstieg noch in dieser Spielzeit? "Wir werden alles versuchen, das Unmögliche möglich zu machen. Sollte das nicht gelingen, nehmen wir ab dem Sommer einen neuen Anlauf." Spätestens mit Bulut soll nicht nur an der türkischen Riviera, sondern auch über dem Gießener Waldstadion die Sonne scheinen.

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