Bulut am Ende mit dem Fernwalder Punkt zufrieden

(cso) »36 Grad und es wird noch heißer« – der Titel der Band 2Raumwohnung dürfte den Fußballern des FSV Fernwald am Samstag das eine oder andere Mal durch den Kopf gespukt sein, als sie zur »Hitzeschlacht« beim SV Rot-Weiß Darmstadt in der Hessenliga antraten – und am Ende ein 1:1 (0:0) holten.

Der Kopf wechselt die Farbe, das Blut fängt beinahe an zu kochen, der Schweiß drückt aus jeder Pore des Körpers und läuft und läuft. Mit all diesen Problemen hatten die Protagonisten zu kämpfen.

Die 150 hitzeresistenten Besucher verteilten sich auf die wenigen Fleckchen der Tribüne, die Schatten spendeten. Auf dem Platz gab es diese nicht. Und so war es in der Offensive magere Kost, die die Akteure vor allem in den ersten 45 Minuten boten. Beide Teams hatten in der Defensive ihre besten Momente und ließen hier kaum etwas anbrennen, wohlwissend, dass ein Gegentor bei diesen Bedingungen schwerer wiegt als gewöhnlich. In der FSV-Abwehr war Michael Bodnar zu jeder Zeit voll auf der Höhe. Im Mittelfeld fehlte am Samstag ein letztes Mal der gesperrte Dominik Völk. Sven Ehser kam derweil in der Offensive eine zentrale Rolle zu. Er tat sich als Schaltzentrale zwar schwer, trat aber immer wieder selbst den Weg in die Spitze an, um Stürmer Erdinc Solak zu unterstützen. Kian Golafra und Julian Buß standen zwar auf der »Doppelsechs« sicher, konnten nach vorne aber auch keine entscheidenden Impulse setzen. So war es Ehser, der die einzige gefährliche FSV-Szene vor der Pause kreierte: Er versuchte es in der 32.

Minute von links aus recht spitzem Winkel mit einem Schlenzer. Kurz zuvor hatte Blerton Muca aus 30 Metern ein Lebenszeichen für die Gastgeber gesendet (29.).

In einer chancenarmen ersten Halbzeit waren die Hausherren leicht feldüberlegen, machten sich das Leben mit Abspielfehlern aber immer wieder selbst schwer. Aufseiten der Gäste dokumentierte Fernwalds Trainer Daniyel Bulut seine Meinung zum Spiel in der 45. Minute durch einen Tritt gegen die Bande, dabei konnte die doch am wenigsten für das bisher Geschehene.

In den zweiten 45 Minuten wurde die Begegnung zunehmend interessanter. Beide Mannschaften verstärkten ihre Offensivbemühungen. Durchatmen mussten zunächst die Fernwalder, für die Daniel Erben in der 52. Minute gerade noch rechtzeitig vor dem einschussbereiten Alvano Kroeh rettete. Doch auch die FSV-Angreifer agierten jetzt mutiger. Als nach einer Stunde im Darmstädter Strafraum die Zuordnung nicht stimmte, hatte Ehser die Möglichkeit zur Führung. Sein Kopfball nach Buß-Flanke war jedoch zu unplatziert. Auch den Nachschuss konnte Denis Weinecker nicht im Tor unterbringen. Fünf Minuten später sollte aber Weinecker für sein wie immer unermüdliches kräfteraubendes Spiel belohnt werden.

Der über links kommende Ex-Waldgirmeser verzichtete bei einem FSV-Angriff auf einen Vorstoß bis zur Grundlinie und wollte den Ball aus dem Halbfeld in den Strafraum schlagen. Seine Flanke verunglückte jedoch derart, dass sie sich über den verdutzten Rot-Weiß-Torhüter Robin Schreiner ins lange Eck des Darmstädter Tores senkte. Die Führung war geschafft – bei diesem Wetter die halbe Miete. »Ich habe gehofft, dass wir das über die Zeit bringen«, sagte FSV-Coach Bulut später. Es kam anders.

Schmitt beim Gegentor chancenlos

Die Gastgeber wechselten noch zweimal aus und verstärkten die Offensive. Es war jedoch bis zum Schluss eine kontrollierte Offensive, denn Konterchancen für Fernwald blieben Mangelware. Die Gäste hielten zunächst den Atem an, als der schon zur Pause eingewechselte Kroeh mit einem Schuss vom rechten Strafraumeck nur die Latte traf. Fernwald-Keeper Sven Schmitt hatte den Ball noch mit den Fingern touchiert. Der Ausgleich für Darmstadt war dann ebenfalls ein wenig glücklich: Bei einem FSV-Abwehrversuch sprang Rot-Weiß-Akteur Manuel Do Vale Lopez der Ball ins Gesicht und fiel direkt vor die Füße von Kroeh.

Der zielte nun noch genauer und setzte das Spielgerät aus 25 Metern ins rechte obere Toreck – keine Abwehrchance für Schmitt.

»Am Ende war ich mit dem Punkt zufrieden«, zog Bulut Bilanz, der vor dem Spiel als Marschroute ausgegeben hatte, kompakt zu stehen und auf Konter zu setzten. »Das ist uns aber nicht so richtig gelungen.« Fernwald bleibt in der Tabelle einen Punkt vor den Südhessen. Zeit um durchzuatmen bleibt nicht. Schon am Mittwoch kommen die Offenbacher Kickers II, ehe es am Samstag ins Osthessische zum Hünfelder SV geht.

SV Rot-Weiß Darmstadt: Schreiner; Müller, Lohrer, Kalbfleisch, Frisch, Dukas (ab 77. Kahsay), Melchior (ab 46. Kroeh), Kato (ab 68. Felter), Reka, Do Vale Lopez, Muca.

FSV Fernwald: Schmitt; Proske, Bodnar, Golafra, Buß, Ehser (ab 90. Simon), Solak (ab 46. Wagner), Schlecht, Erben, Haberzettl (ab 87. Gouri), Weinecker.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Rolbetzki (Marburg). – Zuschauer: 150. – Torfolge: 0:1 (65.) Weinecker, 1:1 (81.) Kroeh.

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